Eigentlich sollte alles eine ziemlich kostenneutrale Geschichte werden. Die Ausgleichsmaßnahmen des Marktes Hirschaid für die Bauschuttdeponie Köttmannsdorf. Das nördliche Regnitzufer sollte abgegraben werden, um so mehr Retentionraum zu schaffen, Sand und Kies Erlös bringen. Doch so einfach wird dieses ausgleichsmaßnahme für die versiegelte Deponie nicht werden, wie sich nun herausgestellt hat.

Der Marktgemeinderat hatte sich für einen Retentionsraumausgleich entschieden, das heißt die Regnitz soll zwischen Flusskilometer 17,450 und 18,080 ökologisch ausgebaut, Böschung abgetragen werden. Man ging von einem relativ kostenneutralen Vorhaben aus. Die Planer gaben dem Marktgemeinderat nun Aufschluss, was die Neuerungen betrifft.

Vor zwei Jahren, so Diplom- Ingenieur Strunz, habe man die Entwurfsplanung vorgestellt. Was folgte, war ein Wasserrechtsverfahren. Die zu der Planung erfolgten "Anmerkungen" des Wasserwirtschaftsamtes seien für den Markt Hirschaid mit Kosten verbunden. Für das südliche Ufer der Regnitz, das Prallufer, wird eine Sicherung, eine Steinschüttung mit Buhnen (das sind spornartige große Steine) verlangt. Die sollen die Fließgeschwindigkeit reduzieren. Doch genau diese Forderung zieht hohe Kosten nach sich - an die 100.000 Euro. Darin spielt der ebenfalls geforderte Bieberschutz mit mit ein paar tausend Euro vergleichsweise eine geringe Rolle.

Schwere Lasten

Wie kommt man dann auf den hohen Betrag? Wie Planer Strunz dazu erläuterte, verschlingt der Straßenbau einen nicht unerheblichen Betrag. Um die Buhnen in den vorgesehenen Bereich zu bringen, müssen LKW die schwere Last erst einmal heranschaffen. Problem: Es gibt keine Zufahrt. Also muss eine entsprechend tragfähige Baustraße errichtet werden; die danach aber wieder verschwinden wird.

"Es muss also eine Straße gebaut werden, die man danach nicht mehr braucht", fasste Erster Bürgermeister Klaus Homann (CSU) zusammen.

Aus den Reihen des Marktgemeinderates regte sich auch ein gewisser Unmut gegen die "Anregung" des Amtes mit den Buhnen, weil man keinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem eigentlichen Retentionsraumausgleich sieht, sondern eher eine gewässerspezifische (Pflege-) Maßnahme vermutet, und die wäre dann wieder Aufgabe des Wasserwirtschaftsamtes.

Bei allem Unverständnis warnte der Erste Bürgermeister jedoch dringend davor, die Retentionsmaßnahmen nicht anzugehen. Die dann erforderliche Alternative, das Material aus der versiegelten Deponie zu entsorgen, sei finanziell wohl keine wirkliche. "Das darf man gar nicht ins Auge fassen", so der Bürgermeister. Stattdessen soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Straße zum Prallufer der Regnitz so kostengünstig wie möglich herstellen zu lassen. "Einsparpotential ist bei der Zufahrtsstraße."

Neben diesem 100.000-Euro-Posten summieren sich weitere Maßnahmen auf 175 000 Euro netto, was brutto (also mit Mehrwertsteuer) zu einem Betrag von 210.000 Euro wird. Zu diesen weiteren Posten zählen die von der Feuerwehr gewünschte Einrichtung einer Löschwasserstelle, Nacharbeiten am neuen Hochwasserdamm sowie die Entsorgung alten Bauschutts. Auf solchen war man bei Bohrungen gestoßen.
Da kein Beschluss anstand, nahm das das Gremium die Ausführungen zur Kenntnis.

Erhöhungen nötig

Im Bereich der Wasser- und abwassergebühren muss kostendeckend gearbeitet werden. Deswegen, so die Erläuterungen von Kämmerer Kropfelder, stünden nun Erhöhungen an. Der Bezugspreis für Wasser erhöht sich mit September um 22 Cent auf nun 1,52 Cent pro Kubikmeter. Für Abwasser werden 3 Cent mehr und damit künftig 1,53 Euro fällig.

Sehr positive Rückmeldungen gab es , was das Zusammenleben mit Flüchtlingen betrifft. Sie kamen unter anderem zum Rathausfest, sind im Sport aktiv und engagieren sich im Sport sowie im Gemeindebauhof.