Das Oberlandesgericht Bamberg hat eine Beschwerde des Angeklagten Heinz W. verworfen. Er hatte diese gegen einen Beschluss der Zweiten Strafkammer des Landgerichts Bamberg eingelegt mit dem Ziel, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden.

Laut Mitteilung des Oberlandesgerichts Bamberg hatte die Zweite Strafkammer am 3. August den Antrag des Angeklagten auf Aufhebung, hilfsweise Außervollzugsetzung des Haftbefehls vom 7. Juli 2015 zurückgewiesen. Gegen diesen Beschluss legte Heinz W. Beschwerde ein. Der zuständige 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Bamberg hat diese Beschwerde nun am 2. September als unbegründet verworfen.

Der Strafsenat führt in seiner Begründung unter anderem aus, dass "die Beurteilung des dringenden Tatverdachts, die das erkennende Gericht während laufender Hauptverhandlung vornimmt, im Beschwerdeverfahren nur in eingeschränktem Umfang der Nachprüfung zugänglich ist. Allein das Gericht, vor dem die Beweisaufnahme stattfindet, ist in der Lage, deren Ergebnis aus eigener Anschauung festzustellen und zu würdigen sowie auf dieser Grundlage zu bewerten, ob und hinsichtlich welcher Taten der dringende Tatverdacht nach dem erreichten Verfahrensstand (noch) besteht."

Auch die Begründung der Ablehnung der Haftverschonung genügt - so der Strafsenat - in jeder Hinsicht "den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Begründungstiefe von Haftentscheidungen".

Der Strafsenat führt weiter aus, dass bei dem Angeklagten nach wie vor der Haftgrund der Fluchtgefahr bestehe und die Fortdauer der Untersuchungshaft noch verhältnismäßig sei.

Der ehemalige Chefarzt Heinz W. muss sich am Landgericht Bamberg wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten, begangen unter anderem an jungen Patientinnen des Klinikums am Bruderwald. Der Prozess geht am 7. September weiter.