André Gueye ist überwältigt: "Allen Spendern und Spenderinnen sage ich meinen tief empfundenen, herzlichen Dank für ihre Großzügigkeit und ihre Solidarität in der Corona-Krise", schreibt der Bischof von Bambergs Partnerbistum Thiès im westafrikanischen Senegal in einer E-Mail an unsere Zeitung. Er erbitte jedem und jeder den Segen Gottes, so Bischof André. Er bedankt sich damit für rund 8000 Euro, die Leser und Leserinnen des Fränkischen Tags für die Nothilfe gespendet haben.

Ende April hatte der FT über einen Appell von Erzbischof Ludwig Schick berichtet, der mahnte, die von der Corona-Krise besonders betroffenen Entwicklungsländer nicht zu vergessen. Das Erzbistum Bamberg ging mit gutem Beispiel voran und stellte aus dem Katastrophenfond 100 000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus hat der Domberg jetzt die FT-Spendensumme für den Senegal auf 51 000 Euro aufgestockt. Geld, dass der Caritas in Thiès zur Verfügung gestellt wird, um "den verletzlichsten Familien Lebensmittel und den ärmsten Kranken medizinische Fürsorge zukommen zu lassen", erklärt Bischof André. Auch Caritasdirektor Abbé Epiphane Maissa Mbengue schließt sich dem Dank seines Bischofs an.

Strenge Beschränkungen

Seit dem landesweiten Ausnahmezustand ab 17. März 2020 gelten im Senegal strenge Beschränkungen. Es gelten Ausgangssperren, Maskenpflicht wie in Deutschland, die Schulen sind nach wie vor geschlossen, es finden keine katholischen öffentlichen Veranstaltungen wie Gottesdienste, Wallfahrten oder Versammlungen statt. Das berichtet Kathrin Heil, Fachkraft für die Bistumspartnerschaft in Thiès, gegenüber unserer Zeitung. "Wir haben den Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht, denn die Zahl der Infizierten steigen weiterhin", sagt die gebürtige Kirchaicherin. Aktuell gibt es über 4000 Coronafälle, 45 Tote und rund 2100 Geheilte. Im ganzen Senegal stehen 27 Corona-Behandlungszentren zur Verfügung. Bisher wurden rund 50 000 Tests insgesamt durchgeführt.

Aufgrund einer gewissen Angst vor Stigmatisation meidet die Bevölkerung Krankenhäuser und Krankenstationen: "Sie fürchten, sich dort mit dem Virus anzustecken", weiß Kathrin Heil und befürchtet ernste Folgen für die Gesundheit der jeweiligen Personen, da viele Krankheiten ebenso eine medizinische Behandlung erfordern. Zusätzlich schränkt das Reiseverbot zwischen den 14 Regionen des Senegals die Behandlungsmöglichkeiten derer ein, die regelmäßige Untersuchungen benötigen.

Schwierig ist das Einhalten der Hygienevorschriften für die Großfamilien, die oft auf sehr beengtem Raum leben: "Das gemeinsame Essen aus einer Schüssel mit der Hand entspricht nicht den Empfehlungen der Regeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus", so Kathrin Heil. Die nächtliche Ausgangssperre verschärft die Wohnverhältnisse, da innerhalb der Großfamilie teilweise nicht ausreichend Platz für alle Personen zur Verfügung steht, und deshalb normalerweise nicht immer alle Familienmitglieder gleichzeitig zuhause sind.

Zahlreiche Probleme

Die Entwicklungshelferin listet weitere Probleme auf: Personen ohne regelmäßige Beschäftigung finden zunehmend keine Arbeit und damit ein Einkommen, um sich und ihre Familie zu ernähren. Die verkürzten Öffnungszeiten der Märkte in Thiès führen zu weniger Einnahmen. Im ländlichen Raum sind die Wochenmärkte limitiert, was besonders für die Bauern Versorgungsprobleme verursacht und ihre ökonomischen Aktivitäten verringert. Ob es Ernteausfälle geben wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden: "Die Regenzeit und damit die landwirtschaftliche Saison haben noch nicht richtig begonnen", widerspricht Heil anderslautenden Berichten in Deutschland über Ernteausfälle. Momentan seien diese Berichte noch falsch.

Brenzlig ist die Lage im Senegal auch deshalb, weil seit einigen gewaltsame Ausschreitungen und Demonstrationen gegen die Ausgangsbeschränkungen zu verzeichnen sind: "Schlägereien, brennende Autoreifen, ausgebrannte Autos, weil die Leute die Schnauze voll haben." Die Situation drohe zu eskalieren, so Kathrin Heil.

Noch Anfang März war eine Delegation aus Bamberg in Thiès, um gemeinsam mit Bischof André Gueye das 40. Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und der MARCS - das senegalesische Pendant der KLB - zu feiern. Aus dieser Verbindung erwuchs die seit dem Jahr 2007 besiegelte Bistumspartnerschaft zwischen Bamberg und Thiès.