Angela Hartl kommt einem vor, wie bei der Weihnachtsbescherung. "Schauen Sie, kinderleicht." Sie strahlt nur so. Dann lässt sie die Sprossenwand weg von der Wand gleiten und wieder zurück.

Das Sichern wiederum übernimmt Franziska (8) ganz selbstverständlich. "Das hier finde ich richtig toll", schiebt die Drittklässerin selbstbewusst hinterher. Bürgermeister Johann Pfister (BI) grinst seinerseits wie ein Honigkuchenpferd.

Alle sind zufrieden und schwärmen in den höchsten Tönen, was wegen der guten Schalldämmung geräuschtechnisch aber nicht weiter stört.

Die Bischberger Grundschule hat ihre vollkommen neue, "alte" Turnhalle in Besitz genommen. Ein Schmuckstück, außen und innen und natürlich auch in punkto Funktionalität, wie sich Konrektorin Hartl freut.


Dem Architekten treu geblieben

Grund zum Jubeln ob all des Jubels hat freilich auch Architekt Michael Jungkunst: Seine Handschrift trägt der Bereich rund um die Schulstraße: Das general- (und energetisch) sanierte Rathaus, die generalsanierte Grundschule und diverse Straßenneugestaltungen im Umgriff. Und als jüngstes Objekt fügt sich besagte Turnhalle harmonisch ein.

Dabei war durchaus nicht alles so harmonisch, wie sich das Areal nun präsentiert: Es bedurfte eines Bürgerentscheides, um eindeutig zu klären, wie es mit der betagten und in unterschiedlichen Bauabschnitten erstellten Schule in der Zukunft weitergehen sollte: Sprich, woanders komplett neu bauen, oder an der alten Stelle komplett erneuern.

Die Mehrheit in der 6250-Einwohner-Kommune war für Letzteres. Dazwischen kam dann die Sanierung des Rathauses in den Jahre 2009 bis 2011, wobei die Grundschulturnhalle als Rathaus-Provisorium diente. Dann folgte die Grundschulsanierung und zuletzt in 14 Monaten Bauzeit die Turnhalle.

Das "Wandern" hat ein Ende

Für die Grundschule mit ihren 216 Schülern eine schwere Zeit. Dem Sportunterricht, der ausschließlich in der etliche hundert Meter entfernten Mittelschule stattfinden musste, war praktisch immer eine Aufwärmphase auf dem Weg vorgeschaltet. Das ist mit dem aktuellen Schuljahr und etwa 1,28 Millionen Euro später vorbei.

Im Nachhinein, so spiegeln die zufriedenen Mienen wider, hat sich die Zeit der Entbehrungen und Strapazen wohl gelohnt. Denn das, was den Bischberger Grundschülern und Vereinen nun geboten ist, sucht Seinesgleichen, findet die Konrektorin.

Die Entscheidungsträger in der Verwaltung bezogen die Spezialisten aus der Schule bei der Auswahl der Ausstattung mit ein. "So dass in zwei Stunden alles erledigt war", wie der Bürgermeister mit dem ihm eigenen, typischen Pragmatismus betont.
Die Sportbeauftragten Anne Schnappauf und Stefan Öchsner hatten, so betont Mittelschulrektor Wolfgang Loch, konzept- und gestalterische Details erarbeitet. Loch ist seinerseits mit Blick auf die Verwaltung dankbar dafür, dass die Vorschläge entsprechend angenommen und umgesetzt wurden.

Hochmodern und äußerst funktional sind bereits die Umkleiden und Duschen, die sowohl für die Einzelbereiche Herren und Damen aber auch als große Gemeinschaftsdusche genutzt werden können.

Das Interieur der Halle (24 mal 12 Meter) präsentiert sich dank der hölzernen Multiplexplatten nicht nur hell und freundlich sowie schallschluckend, sondern gleichfalls mega-modern, etwa mit einer Soundanlage. "Damit müssen wir nichts mehr separat mit her nehmen," so Angela Hartl. Auch ein Beamer wurde integriert. Über das Steuerdisplay wird auch die Technik kinderleicht.

In den Genuss dieser Super-Halle, so Bianca Clauß von der AWO, die für Hort und Mittagsbetreuung spricht, bietet die Halle eine Vielzahl von Möglichkeiten sinnvoller Beschäftigung. Die Kinder begeistern sich gleichfalls. Franzi (8) findet es schön, dass die Wände aus Holz und nicht aus Plastik sind, La Toya (10) begeistert sich für die Seile, die auch zusätzliche Elemente haben.

Darjen (10) mag, dass man hier richtig gut Brennball spielen kann. Tasja (7) ist ein erklärter Fan der Slackline "das habe ich so noch nirgendwo anders gesehen." Und Julian (6) spielt in dieser Halle am liebsten Fußball.

Spezielle Bälle für Grundschüler

Stichwort Ball: Dazu merkt die Konrektorin begeistert "jetzt gibt es für jedes Kind einen Ball". Und die Medizinbälle sind vom Gewicht her eigens an die Grundschüler angepasst und damit nur zwischen einem und eineinhalb Kilo schwer. Die meisten Geräte lassen sich superleicht transportieren, weiß die Konrketorin.

Das war mit seinem Schreibtisch wohl nicht so leicht, denn der stand zu Zeiten des provisorischen Rathauses zwei Jahre lang da, wo nun der Schwebebalken im Geräteraum gelagert ist. Daran erinnert sich Manfred Trabert vom Bauamt, bei dieser besonderen Begehung.

Bei allem Neuen und Modernen hat Architekt Jungkunz durchaus auch einen Bezug zur alten Schulturnhalle hergestellt und die fünf Sportlerreliefs in die Gangwände integriert.

Die genaue Abrechnung steht noch aus. Aber man geht bei den förderfähigen Kosten, das dürften etwa drei Viertel sein, von einem Zuschuss in der Höhe von 45 Prozent aus.

Noch ist nicht alles fertig

Ganz fertig ist die Schule aber noch nicht: Es fehlt noch die Gestaltung der Außenanlage und des Pausenhofes. Da hofft die Konrektorin darauf, dass auch das mit dem Bisherigen korrespondiert. "So eine Halle wie die hier habe ich noch nicht gesehen, da macht der Sportunterricht richtig Spaß." Die Kinder aus dem Hort können das nur bestätigen und amüsieren sich weiter an den vielen Geräten.