"Ich hatte vor längerer Zeit zwölf Jahre lang den zweiten Vorsitz", verrät Inge Kirchner. Jüngere sollten für diese Ämter von Zeit zu Zeit nachrücken. "Es war eine interessante Zeit für mich mit viel Arbeit", bereut Kirchner ihren Einsatz nicht. - "Schon meine Mutter war sehr lange Mitglied im Frauenbund", bestätigt Frauenbund-Mitglied und dritte Bürgermeisterin Elisabeth Wende, die zum Namenstag jetzt beglückwünscht wurde. Auch in der Frauenunion engagiere sie sich und blicke dort auf 14 Jahre Vorsitz zurück. "Doch hier beim Frauenbund kann ich nicht auch noch für den Vorsitz kandidieren", weist Wende auf ihr vielfältiges Engagement auch im Stadtrat und Kreistag hin.

"Man muss für ein Amt als erste Vorsitzende präsent in Hammelburg sein", macht Marlies Husch geltend, dass sie oft nicht vor Ort, sondern eher unterwegs sei. "Ich habe schon längere Zeit Seniorenarbeit gemacht", bestätigt sie. Im katholischen Frauenbund Hammelburg sei sie jedoch nur eines der rund 130 Mitglieder. Zwei Drittel dieser Mitglieder sind über 80 Jahre alt. So dünnt sich die Anzahl der Jüngeren (ab 45 Jahre) aus. Die Älteste in diesem Frauenbund ist 98 Jahre alt.

Soziale Aufgaben halten bei der Stange

"Die sozialen Aufgaben, der Gemeinschaftssinn, die netten Treffen und die Veranstaltungen sind für mich genug Gründe, um dem Frauenbund die Treue zu halten", erklärt Husch. Seit 30 Jahren sei sie dabei. Genossen habe sie stets die jährlichen Feiern zur Faschings- und Weihnachtszeit. "Ich schätze unsere Zusammenkünfte", betont sie. Der Frauenbund habe seine Berechtigung. Insbesondere für Leute, die sonst ganz alleine wären. "Oft sind den Seniorinnen schon die Männer weggestorben, so sind die froh über die regelmäßigen Seniorennachmittage", ist Husch überzeugt.

Zum Rita-Kreis gehört Christa Plihal. Dieser Kreis ist dem Frauenbund angegliedert. "Wir katholischen Frauen können uns gedanklich austauschen und so manches Problem ansprechen - gemeinsam geht es halt besser." Und so erinnerte Ziegler an jene Gründungszeit des katholischen Frauenbundes anfangs der 20er Jahre im vergangenen Jahrhundert. Vorläufer sei die Frauenbewegung von 1903 gewesen. Die Schwedin Ellen Ammann habe 1909 die sozial-caritative Frauenschule in München gegründet.

Lieb gewordene Tradition

"Die jährliche Elisabeth-Feier ist uns zur lieb gewordenen Tradition geworden", sagte Ziegler und erinnerte an jene Heilige Elisabeth (1207 bis 1231), die sich als thüringische Landgräfin für die Armen und Kranken ein Leben lang einsetzte. In Marburg starb die wenige Jahre später heilig gesprochene Elisabeth am 19. November 1231. Den Gedanken der Nächstenhilfe haben auch die Mitglieder des Frauenbundes in ihren Herzen, wenn sie sich für viele soziale Zwecke einsetzen.

Cilli Ziegler, die sich nur noch als Beisitzerin engagieren will, erntete herzlichen Applaus für ihre 16-jährige Vorstandsarbeit im Saal. "Wir sind dankbar für Deine großartige Arbeit und Deine Mühen", sagte die stellvertretende Vorsitzende Andrea Schaub-Römisch. "Wie soll es jetzt weitergehen?", fragte sie. "Ich mache mein Amt weiter", sagte Schatzmeisterin Sieglinde Schilling. Die Neuwahl wurde auf das Weihnachtstreffen oder später verschoben.