Die Fachleute halten das Gebäude mit seinem schönen Baustil für erhaltungswürdig und plädieren auch für den Erhalt. Derzeit befindet sich hier eine kleine Bücherei, zudem werden die Räumlichkeiten für Wahlen und Veranstaltungen der Kirche genutzt. Im Obergeschoss übt der Musikverein. "Der Zustand des Areals macht eine umfangreiche Sanierung notwendig", betonte Bürgermeister Gotthard Schlereth (FW-CSU).
Zwar hat Wittershausen mit Sportheim und Feuerwehrhaus Möglichkeiten für größere Veranstaltungen, doch beide Gebäude befinden sich im Außenbereich. "Aus der Bevölkerung heraus kommt der Eindruck, dass in der Ortsmitte etwas für kleinere Treffen oder Veranstaltungen sein müsste", sagte Schlereth.
Geeignet dafür wäre das Schulgebäude, das der Gemeinde gehört.
Ein Ziel der Kommune sei, das innerörtliche Leben mehr zu gestalten, betonte der Gemeindechef. Das Areal direkt neben der Kirche könnte ein geeignetes Projekt hierfür werden. Das derzeitige Förderprogramm laufe zwar 2013 aus, doch ein ähnliches sei bereits angekündigt. "Bis die neuen Förderrichtlinien stehen, sollten wir ein Konzept entwickeln, hinter dem auch die Ortsbevölkerung steht", sagte der Gemeindechef.
Ortsbeauftragter Christian Sell hatte seine Mitbürger bereits im April zu einem Gespräch geladen. Diese sprachen sich für den Erhalt des Gebäudes aus. Doch das war der Gemeinde zu wenig. "Das sehe ich nur als Anfang. Die Ortsbevölkerung sollte konkreter werden und sagen, was sie will", bekräftigte Schlereth. Zudem sei eine noch stärkere Einbindung der Ortsgemeinschaft wünschenswert.
Matthias Heilmann erklärte: "Wir haben den Wunsch zum Erhalt der Schule geäußert und waren der Meinung, dass jetzt zunächst die Gemeinde den Bauzustand überprüfen lässt." Auch Natascha Weigand meldete sich zu Wort: "Es ist ein wichtiges Gebäude der Ortsgemeinschaft, denn es birgt viel Geschichte für den Ort." Ein Nutzungskonzept werde sich schon finden, meinte sie. So könnte es 2017 beim 700-jährigen Ortsjubiläum eingebunden werden.

Planungsgruppe formiert sich

Weigand schlug eine Planungsgruppe "Bürgerhaus Wittershausen" vor. Bruno Geiger erklärte sich bereit, mitzuarbeiten und einen Antrag mit den Ortsbürgern zu formulieren. Ortsbeauftragter Christian Sell zeigte sich zufrieden: "Ich hoffe, dass wir damit jetzt ein Stück weiterkommen".
Der Bürgermeister forderte dazu auf, an den Workshops der Allianz "Saaletal" teilzunehmen. Dort würden solche Projekte beraten, was hilfreich für Planung und Nutzungsvorstellungen sein könne.
Als weiteres Thema sprach Matthias Heilmann den Abbau von Stromleitungen im Ort an. Bauhofleiter Bernd Wald erklärte: "Das ist nur dort der Fall, wo die Erdverkabelung stattgefunden hat. In der Ringstraße war das nötig, weil der Energieversorger wegen dem Anschluss von Photovoltaikanlagen Änderungen vornehmen musste."
Klagen gab es zum Zustand eines Wirtschaftsweges am Anwesen Jürgen Hack. Die 40-Tonner-Langholzfahrzeug beschädigten den Weg bei ihren Transporten. Die Wege, die teils auch von der Jagdgenossenschaft geschottert wurden, seien zwar öffentlich, aber diesem Verkehr nicht gewachsen. Man sollte bei der Holzabfuhr mit den Käufern dieses Thema ansprechen.
Hierzu erklärte der Bürgermeister: "Die Jagdgenossenschaft sollte solche notwendigen Arbeiten in der Flur vor den Genossenschaftsversammlungen schriftlich formulieren und der Gemeinde mitteilen."

KG 13 wird saniert

Im Anschluss wurden die Ortsbürger über weitere Projekte informiert, die auch Wittershausen betreffen. So plant der Landkreis die Sanierung der Kreisstraße KG 13. Auch ein Geh- und Radweg soll dort entstehen. Die ursprünglich geplante Trasse durch einen wertvollen Eichenbestand mit 150 Jahre alten Bäumen wird es nicht geben. Das haben die Planer bereits akzeptiert, und das ist auch im Sinne der Rechtler und Holzfachleute.