Seit Jahren rollt der Verkehr von und in Richtung B 19 mitten durch Eltingshausen hindurch. Jahrzehntelang ist der Neubau der B 286 vom Bund versprochen, der für Entlastung sorgen soll. Ob und wann sich da etwas tut, ist ungewiss. Die Eltingshäuser kämpfen unterdessen vehement dafür, dass sie eine Ortsumgehung bekommen: Letztes Jahr hat sich die Bürgerinitiative "Menschen statt Verkehr", gegründet, die seitdem mehrere Demonstrationen und Straßensperrungen
organisiert hat. "Wir wollen das Problem lösen und gehen hier in Vorleistung, weil der Bund realistischerweise vor 2020 nichts angehen wird", meint Landrat Thomas Bold (CSU) beim Treffen des Wirtschaftsausschusses des Kreistages.

Planung weit vorangeschritten

Der Landkreis hatte sich in der Zwischenzeit der Sache angenommen: Es wurden bereits Planungen für eine Umgehungsstraße vom Umspannwerk Eltingshausen zur B 19 angestellt. Außerdem hat der Kreis bereits 80 Prozent der für den Neubau benötigten Flächen erworben. "Es ist alles soweit fertig, dass wir ausschreiben können", sagt Jürgen Dobler, Ingenieur für Straßenbau beim Landratsamt Bad Kissingen. Allerdings steht das Projekt finanziell bisher auf wackeligen Füßen. Dobler schätzt die Kosten für den 2,3 Kilometer langen Bau auf sechs Millionen Euro - inklusive zweier Kreisel, einer am Umspannwerk , und einer an der B 19 und hoher Auflagen, weil im Wasserschutzgebiet gebaut wird.

Auf hohe Förderung angewiesen

Zu teuer für den Landkreis allein. "Wir haben jetzt 1,3 Millionen Euro Eigenmittel in den Haushalt eingestellt", sagt Bold. Damit das Projekt bezahlbar ist, müsste der Freistaat den Rest durch Fördergelder zuschießen. Deshalb will der Wirtschaftsausschuss des Kreistages, dass die geplante Umgehung zur Staatsstraße aufgestuft wird. Ein entsprechender Antrag wird bei der obersten bayerischen Baubehörde gestellt. Bold erklärt den Beschluss: Wird das Projekt aufgestuft, winken über ein Sonderbaulastprogramm höhere Zuschüsse. Der Staat könnte dann bis zu 80 Prozent übernehmen. "Dann bewegen wir uns auch wieder bei einem Eigenanteil von etwa 1,3 Millionen Euro", rechnet Bold vor. "Die Frage ist jetzt: Läuft es über das Baulastprogramm?"

Von Maßbach nach Euerdorf

Die Aufstufung betrifft nicht nur den Neubau. Der Wirtschaftsausschuss beantragt zudem die Kreisstraßen KG8, KG 43, KG 6 und KG 4 von Maßbach bis Euerdorf zur Staatsstraße heraufzusetzen.

Aus der Sitzung

Des Weiteren beschäftigte sich der Umwelt- und Wirtschaftsausschuss mit Straßenbauarbeiten auf der KG 35 zwischen Hetzlos und Frankenbrunn. Der Arbeiten in Höhe von rund 175.000 Euro werden an die Firma Stratebau aus Schwarzach vergeben.

Verlauf der Umgehung