SV Garitz - TSV Karlburg: Zur Premiere des SV Garitz in der Landesliga, nie in der Vereinsgeschichte spielten die Grün-Weißen zuvor in einer solch hohen Liga, hat Spieleiter Bernd Reitstetter den Schützlingen von Andrzej Sadowski gleich einen dicken Brocken vor die Nase gesetzt. Ein dicker Brocken schon deswegen, weil die Maindörfler nach eigener Einschätzung zu den Meisterschaftsmitfavoriten gehören und als Saisonziel Platz eins bis fünf angegeben haben.
"Karlburg ist eine sehr spielstarke Mannschaft", ist sich Andrzej Sadowski der Schwere der Aufgabe bewusst. In der letzten Winterpause traf man schon einmal in der Vorbereitung auf die Mannen von Thomas Kaiser, auf dem Kunstrasen ließen die TSVler den Ball flott rollen und siegten mit 4:0.
Trotzdem will der Karlburger Übungsleiter, gebürtiger Hohenrother und einige Zeit Co-Trainer unter Ernst Gehling bei den Freien Turnern, weder dieser Begegnung noch der angedachten Favoritenrolle große Bedeutung beimessen. "Es muss erst einmal gespielt werden", verkündet der landesligaerfahrene Coach eine alte Fußballerweisheit. "Zudem befinden wir uns noch in einer Findungsphase, aufgrund der Ab- und Zugänge muss sich die Mannschaft erst einmal einspielen." Aber die meisten Leistungsträger, zu nennen wären insbesondere Libero Thorsten Konrad, der in der Region noch aus seiner Fuchsstädter Zeit bekannte Torjäger Szymon Dynia sowie der Ex-Frammersbacher Außen Jens Fromm. Überhaupt könnte die Gäste-Offensive als Prunkstück bezeichnet werden, mit Jens Wilke, der von den Freien Turnern aus Schweinfurt zur Kaiser-Elf gestoßen ist, sowie dem Routinier Tobias Wießmann hat Kaiser schon am ersten Spieltag die Qual der Wahl.
Solche Sorgen hätte der Kollege Sadowski sehr gerne, doch der stöhnt berechtigt, "denn mir fehlen einige Leistungsträger der Meister-Saison, da wird die Aufgabe noch schwerer". Gerade im Angriff fallen mit Björn Schlereth und Bastian Schober, beide sind beruflich verhindert, zwei Goalgetter aus. Mit Alexander Flassig (Kreuzbandriss) braucht der SV-Spielertrainer in der Vorrunde überhaupt nicht mehr zu rechnen. Nicht auflaufen wird auch Sandro Cazzella aufgrund von Leistenproblemen, Neuzugang Henrik Wijn hat nach seiner bei der Stadtmeisterschaft erlittenen Kopfverletzung noch Sportverbot. Mit David Böhm, der sich einer Leistenoperation unterziehen musste, fällt ein weiterer "Neuer" aus, die Leidensgeschichte von Johannes Schloßbauer, der wegen Rückenproblemen das Aufbautraining abbrechen musste, findet auch kein Ende. Christoph Baier musste sich nach erlittener Fußverletzung im Relegations-Match der Zweiten Mannschaft gegen den SCK Oberwildflecken ebenfalls auf den OP-Tisch legen, Jens Niebling zog sich beim letzten Vorbereitungsspiel gegen Bad Brückenau eine Fußverletzung zu. Das Lazarett komplettieren Michael Bieber (Bänderriss) sowie Manuel Cazzella und Bastian Knauer, die immer noch an schweren Knieverletzungen laborieren.
"Da haben wir Glück, dass wir uns doch zahlreich verstärkt haben und mit vergleichsweise großem Kader in die Saison gehen", gibt sich Abteilungsleiter Bernhard Schmitt optimistisch. Mit dem Ex-06er Christoph Werner, der in der letzten Saison lange den Kreisklassisten TSV Ober-/Mittelstreu im Aufstiegsrennen hielt, sowie dem Ex-Obererthaler Johannes Rüth dürften zwei Neuzugänge ihr Debüt geben. Das gilt auch für die Defensivkraft Dominik Schmitt (U 19 TSV Großbardorf), "er hat in den bisherigen Vorbereitungsspielen in der Innenverteidigung einen stabilen Eindruck hinterlassen", so sein Coach. An alter Wirkungsstätte wird wohl auch Rückkehrer Konstantin Papadopoulos in der Anfangsformation stehen, zusammen mit Marcel Rudolph dürfte er das Angriffsduo bilden. "Wir freuen uns jedenfalls auf die Landesliga", verkündet der Vorsitzende Thomas Leiner. "Wenn wir unsere Heimstärke wieder in die Waagschale werfen können, könnte es mit dem Ziel Klassenerhalt klappen."