Ganz unterschiedlich war die Gemütslage bei zwei Motorsportlern aus der Region. Während der Obersfelder Andreas Pfister einen glänzenden Saison-Einstieg hatte mit einem dritten und einem siebten Platz auf dem Hungaro-Ring im Rahmen der Tourenwagen-Europameisterschaft, stand für Steven Fürsch der zweite Lauf der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring unter dem Motto "Reifen, Pech und Pannen". Der letzte Test vor dem 24-Stunden-Rennen verlief alles andere als optimal für den Waizenbacher, der gleich zwei Autos pilotierte mit dem Mini Coupé und dem Mercedes vom Team AutoArena. Den Mini hatte Steven Fürsch im Qualifying auf Startposition eins gebracht, doch im Mercedes flog der Unterfranke ohne Fremdeinwirkung heftig ab. "Ich hatte mich für Slicks entschieden auf einer Strecke, die aufgrund des wechselhaften Wetters mal nass und mal trocken war.
Das Auto war hinten wie vorne so beschädigt, dass ich nicht mehr aus eigener Kraft in die Box fahren konnte", sagte Fürsch.

Trotz erheblicher Schäden gelang es dem Mechaniker-Team, das Auto bis zum Start wieder herzurichten. Doch die Probleme mit den Reifen waren lange nicht ausgestanden. In der Einführungsrunde auf Regenreifen unterwegs, entschied sich Steven Fürsch, wieder auf Slicks zu wechseln. "Da die Strecke aber noch nicht völlig abgetrocknet war, bin ich nur mit angezogener Handbremse gefahren, sodass wir Platz um Platz verloren", so Fürsch, der in der sechsten Runde das Lenkrad an Marc Marbach übergab, der zunächst gute Rundenzeiten fuhr, aber nach einer Reifenpanne zurück in die Box musste. Mehr als der siebte Platz unter den 13 Teams war damit nicht möglich. Auch das Rennen im Mini Coupé, im Wechsel mit Jürgen Bretschneider, sollte nicht im Sinne des Waizenbachers verlaufen. In Führung liegend, fing es wieder an zu regnen, sodass erneut Regenreifen aufgezogen werden mussten. Obendrauf gab es eine 35-Sekunden-Strafe wegen zu schnellem Fahren in der Boxengasse sowie einen weiteren ungeplanten Boxenstopp, sodass es in der Endabrechnung "nur" zu Platz zwei reichte.

Andreas Pfister ging indes optimistisch in den Auftakt der europäischen Rennserie: "Der Hungaroring war für mich zwar absolutes Neuland, aber nach den ersten Testfahrten habe ich gesehen, dass mir die Rennstrecke sehr gut liegt und auch viel Spaß macht. Vor allem im zweiten Abschnitt gilt es viele technische Kurven zu bewältigen, die nur mit absolut höchster Konzentration eine schnelle Rundenzeit erlauben." In den freien Trainingssitzungen galt es nicht nur für den Fahrer die Rennstrecke kennenzulernen, sondern auch für das Team den Rennwagen zu verstehen. Der neue SEAT Leon Cup Racer Rennwagen leistet nun 330 PS aus einem 4-Zylinder Turbomotor und ist mit den neusten technischen Finessen ausgestattet.

Der starke dritte Platz im ersten Rennen geriet in Gefahr, als sich ein Stoßdämpfer verabschiedete. Unter diesen Umständen war ich froh die dazugehörigen sechs Wertungspunkte verbuchen zu können, das war wirklich sehr knapp", sagte Andreas Pfister. Ein Handicap, das im zweiten Rennen nicht ganz behoben werden konnte, sodass nicht mehr als der siebte Platz möglich war. Mitte Juni finden die Läufe 3 und 4 am Slovakiaring statt. Auf dieser Rennstrecke konnte Andreas Pfister in den vergangenen drei Jahren alle Rennen der ETCC (Klasse SMT) gewinnen. Ein bislang einmaliger Rekord, dem der 27-Jährige mit größter Motivation die Rennsiege sieben und acht hinzufügen möchte.