"Das Spiel hätten wir nicht verlieren müssen", stöhnte nach dem Abpfiff Riedenbergs Trainer Charly Storch, "wir haben aber leider einige gute Möglichkeiten nicht genutzt." Die gab es in der ersten halben Stunde noch nicht. Bis dahin war der Tabellenführer dominant und lag scheinbar unaufholbar mit 3:0 vorn. Den Auftakt der gutklassigen Begegnung machte Marco Niebling, der die Kugel nach der scharf hereingeschlagenen Ecke von Bastian Schober mit dem Kopf in den Winkel wuchtete. Die zunächst wenig präsenten Gastgeber hatten zehn Minuten später Glück, dass ihr Keeper Florian Dorn einen 40-Meter-Weitschuss von Niebling über das Quergestänge fingerte. Doch eine Minute später war der Riedenberger Goalie machtlos. Nach einem Pass von Sandro Cazzella verlängerte Schober das Leder in den Lauf von Andrzej Sadowski, der mit einem Aufsetzer ins kurze Eck erfolgreich war.
Der Rückstand wirkte wie ein Weckruf auf die "Störche", doch den Schlenzer von Simon Hergenröder über Torhüter Bastian Reusch hinweg entschärfte Cazzella noch vor der Torlinie.

Nachdem Schober an Florian Dorn gescheitert war (32.), war beim nächsten Angriff erneut Marco Niebling zur Stelle, per Kopf nach der Flanke von Stefan Glöckler. Ab der 40. Minute brannte es dreimal lichterloh im Garitzer Strafraum. Bezwungen wurde Reusch aber ausgerechnet von seinem eigenen Innenverteidiger. Michael Mützel hatte nach einer Ecke von Dominik Fröhlich in den eigenen Kasten geköpft. Kurz zuvor hatte Benedikt Carton im Hagelschauer das Leder freistehend über Reusch und das Tor gesetzt. Und nach dem 1:3 fischte Reusch einen Kopfballaufsetzer von Philipp Dorn aus dem Eck. "Wenn die Riedenberger den Anschlusstreffer schaffen, wird es wieder spannend", mutmaßte der Fuchsstädter Martin Halbig beim Pausenkaffee.

Tatsächlich kamen die Hausherren aggressiv aus der Kabine. Mit zwei Offensivkräften mehr gelang auch der Anschlusstreffer. Nach einem Schrägschuss von Philipp Dorn musste Reusch die Kugel prallen lassen, Markus Rüttiger staubte ab. Der Spitzenreiter bekam nun Platz zu kontern und traf durch Bastian Schober zum Endstand. Gegen dessen Gewaltschuss aus Nahdistanz war Florian Dorn machtlos. Der sah zwar weiterhin aufopferungsvoll kämpfende Vorderleute, die besseren Gelegenheiten hatte allerdings die Sadowski-Elf. Die tauchte mehrmals in Überzahl vor dem gegnerischen Sechzehner auf, "aber da haben wir aus unseren Möglichkeiten zu wenig gemacht", fand nach dem Abpfiff der Spielertrainer doch ein kleines Haar in der Suppe. Die Heimelf verpasste bei Schüssen von Dominik Fröhlich und Stefan Schneider das 3:4, "aber solche Bälle gehen wahrscheinlich nur rein, wenn du oben stehst", sagte Riedenbergs Pressesprecher Stefan Dorn. Das im Prinzip faire Match endete mit einer unschönen Szene. Bei einem groben Einsteigen von Stefan Schneider gegen Marcel Rudolph, der sich am Sprunggelenk verletzte, ließ es der Bayernliga-Schiedsrichter Peter Dotzel bei einer Gelben Karte bewenden.

Torfolge 0:1 Marco Niebling (9.), 0:2 Andrzej Sadowski (20.), 0:3 Marco Niebling (33.), 1:3 Michael Mützel (Eigentor/42.), 2:3 Markus Rüttiger (55.), 2:4 Bastian Schober (61.).

Zuschauer 150.

Riedenberg Fl. Dorn - Büchner, Schneider, Schuhmann, Schultheiß - D. Dorn (46. Rüttiger), Carton, Fe. Dorn (46. Römmelt), Fröhlich - Ph. Dorn, S. Hergenröder (73. Seuring).

Garitz Reusch - M. Niebling, Krieter, Mützel, Lang - Voll, An. Sadoweski, Cazzella (46. Flassig), Glöckler (80. Baier) - Schober (70. Ozorio), Rudolph.

TSV Röthlein - TSV Münnerstadt 1:1 (0:0) - Torfolge: 1:0 Sebastian Wehner (Foulelfmeter/70.), 1:1 Simon Snaschel (92.).

Das Unentschieden war für die Gäste insofern glücklich, "weil der Ausgleichstreffer erst in der Nachspielzeit fiel", so Röthleins Trainer Klaus Keller. Doch auch seiner Ansicht nach ging die Punkteteilung in Ordnung, denn die Lauertaler waren spielerisch besser, beweglicher und kombinationssicherer. Die Gastgeber hielten mit Kampf dagegen, weswegen Torchancen zunächst Mangelware waren. Die Torhüter Marco Kuhn und Johannes Wolf mussten vor der Pause nur selten eingreifen, der Ball wurde weitgehend im Bereich der Mittellinie bewegt. Das änderte sich mit Wiederanpfiff, der bis dahin gezeigte Respekt wich einer risikoreicheren Offensive. Die Platzherren durften nach siebzig Minuten jubeln, nach einem Steilpass holte Wolf den Röthleiner Marcel Rumpel von den Beinen, den Elfer verwandelte Mannschaftskapitän Sebastian Wehner gekonnt. Der Tabellenzweite reagierte sofort mit der Einwechslung frischer Kräfte, hatte aber Glück, dass nicht ein weiterer Gegentreffer hingenommen werden musste. Nach einem Schuss von Rumpel klärte Johannes Kanz auf der Torlinie und hatte Glück, dass sein Notschlag vom Pfosten ins Feld zurücksprang. Kurz darauf verpasste Andy Schubert bei seinem Heber über Wolf hinweg das mögliche 2:0. Die Mannen von Dominik Schönhöfer belagerten in den letzten Minuten den gegnerischen Strafraum und wurden mit dem Ausgleichstreffer belohnt. Bei der finalen Angriffsaktion wurde ein Schuss des eingewechselten Kai Thomann an der Strafraumgrenze abgeblockt, doch die Kugel sprang maßgerecht auf den Fuß von Torjäger Simon Snaschel, der ohne Zögern einnetzte.
Münnerstadt: Wolf - Ph. Müller (75. Erhard), Kanz, Krell, D. Mangold (75. M. Halupczok) - M. Knysak, Geis (85. Thomann), Schmitt, Markart - Kiros, Snaschel.

FC Fuchsstadt - SSV Gädheim 4:1 (1:0) - Torfolge: 1:0 Simon Bolz (31.), 1:1 Marcel Namyslo (55.), 3:1 Moritz Wahler (72.), 3:1 Florian Thurn (75.), 4:1 Moritz Wahler (80.).

Das Spiel verlief dem Tabellenstand entsprechend mit einer Überlegenheit der Gastgeber, die durch einen Flachschuss von Simon Bolz nach Vorarbeit von Philipp Baldauf in Führung gingen. Die Haßbergler, die nach dieser Niederlage wieder in die Kreisliga absteigen, konnten nur selten Torgefahr ausstrahlen, kamen aber nach der Pause zum Ausgleich. Nach einer Freistoßflanke von der Mittellinie, bei der die FC-Deckung laut Fuchsstadts Pressesprecher Andreas Luxem schlief, netzte Marcel Namyslo ein. Doch der Aufsteiger war auch nicht gegen Abwehrschnitzer gefeit, beim 2:1 durfte Moritz Wahler nach Ecke von Bolz unbedrängt einnicken. Drei Minuten später fiel die Vorentscheidung, nach einer weiteren Ecke landete ein Kopfball von Florian Thurn im SSV-Kasten. Die Partie, bei der alle möglichen Fehler zu besichtigen waren, verflachte zusehends, lediglich das 4:1 war ein Höhepunkt in der Schlussphase. Mit einem Pass in die Tiefe bediente der eingewechselte Benjamin Wahler den Torschützen Moritz Wahler, der sich frei vor Keeper Julian Schunk das Eck aussuchen konnte. Am Samstag beim Derby in Garitz wird die Kubo-Elf mehr gefordert sein.
Fuchsstadt: Rösler - Heinlein, Thurn, Plehn, Baldauf - Ch. Mützel (85. M. Schaupp), Wolf, Bayer (65. B. Wahler), Ermisch (73. Zink) - M. Wahler, Bolz.

DJK Schwebenried - SV Obererthal 8:0 (5:0) - Torfolge: 1:0 David Fleischmann (Foulelfmeter/5.), 2:0 Manuel Weißenberger (14.), 3:0 Mario Schindler (19.), 4:0 Felix Zöller (30.), 5:0 David Fleischmann (39.), 6:0 Felix Heid (Eigentor/64.), 7:0 David Fleischmann (82.), 8:0 Christian Brauner (90.).

Beim Schlusslicht sehnt man nur noch das Saisonende herbei, der kleine Kader ist ausgelaugt, die Moral sichtlich gebrochen. Der frühe Gegentreffer per Strafstoß nach Foul an Manuel Weißenberger brachte die Köpfe bei den Gästen schon zum Hängen. Die DJK-Kicker zogen ein kombinationssicheres Spiel auf, ließen Ball und Gegner laufen und erzielten schnell den zweiten Treffer. Beim 3:0 hatte Mario Schindler Glück, sein von einem SV-Bein abgefälschter Schuss war für den vielbeschäftigten Michael Leiber nicht abzuwehren. "Man soll einen Gegner, der sich bemüht, zwar nicht hart kritisieren", so DJK-Informant Klaus Ziegler, "aber das offensiv fast nicht präsente Obererthal war unser bislang schwächster Kontrahent in dieser Saison".
Obererthal: Leiber - O. Graup, Fl. Hofbauer, Fe. Heid, J. Rüth - Wolf, Fuß (70. Weidinger), B. Brust, Uschold (75. Böhm), Marco Schmitt (85. L. Brust) - A. Graup.