Viktoria Aschaffenburg - FC 05 Schweinfurt (Samstag, 14 Uhr) Mit dem beeindruckenden Sieg über die SpVgg Bayreuth hat sich der FC 05 eine ausgezeichnete Position verschafft für das zweite Play-off-Spiel um die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern (live bei sporttotal.tv) in Aschaffenburg.

Ein weiterer Erfolg würde dann sechs Punkte auf dem Weg zur anvisierten Drittliga-Relegation gegen den TSV Havelse bedeuten, während die für diesen Fall weiter punktlose Konkurrenz am Dienstag im direkten Vergleich mächtig unter Druck stünde.

Für FC-05-Trainer Tobias Strobl ist die leidenschaftlich tief stapelnde Viktoria alles andere als ein Außenseiter. "Am Ende des Tages waren die Aschaffenburger Tabellenführer. Wir werden die Letzten sein, die sie unterschätzen; wir wissen welch eingespielte Mannschaft sie haben." Auch wenn der FC 05 das Ligapokal-Spiel am Schönbusch mit 3:0 gewann - "in beiden Heimspielen waren sie sehr stark gegen uns".

Mehr Eigendynamik des Teams

Das Liga-Spiel, gleichzeitig das letzte der Nullfünfer in der abgebrochenen Saison, war mit 2:0 an die Gastgeber gegangen. Auch, da machte Strobl seinerzeit keinen Hehl daraus, weil er sich "eine Spur zu wichtig genommen" und die Mannschaft taktisch überfrachtet hatte.

"Meine Jungs haben so viel Qualität, dass man ihnen nur ein paar Hilfestellungen geben muss. Das Spiel gehört ihnen", sagt Strobl. Er will weniger taktische Detailpläne für jedes denkbare Szenario austeilen, vielmehr der Mannschaft mehr Eigendynamik lassen.

Eigendynamik, die sie gegen Bayreuth gezeigt hatte, als das Team von Beginn an den Endspiel-Charakter des Play-offs angenommen, den Gegner kämpferisch und läuferisch massiv beeindruckt hatte.

Nur eine Warnung vor der Aschaffenburger Stärke bei Standards gab's: "Selbst Einwürfe sollten wir in unserer Hälfte möglichst wenige zulassen. Und bei den wenigen den ersten Ball besser als beim letzten Mal verteidigen sowie galliger auf den zweiten sein." Das sei weniger eine Frage der Taktik denn der Mentalität. Da habe sich seine Elf gegen Bayreuth als wahres Monster präsentiert.

Während beim FC 05 dem 3:3-Test gegen Nürnberg II das 2:1 gegen Bayreuth zum Play-off-Auftakt folgte, stehen bei Aschaffenburg Niederlagen gegen die Stuttgarter Kickers (Test, 0:3) und Bayreuth (Ligapokal, 1:3). Und drei Tage auf das Schweinfurt-Spiel folgt das Play-off gegen Bayreuth. "Da ist es spannend zu sehen, wie sie das von der Intensität her angehen", liebäugelt Strobl wohl mit einem Kader-Split des Gegners.

Bei dem er mangelnde Fitness angesichts des späteren Trainingsstarts beim Pokal-1:3 zumindest 60 Minuten lang nicht ausmachen konnte. Stattdessen Aschaffenburger Vollgas-Fußball "und einen riesigen Schritt nach vorn im Vergleich zum Stuttgart-Spiel".

Dass "Kopfball-Ungeheuer" Luca Dähn (erst aus dem Studium aus den USA zurück) den Gastgebern fehlen wird, der herausragende Offensivspieler Clay Verkaj (Innenbandriss) gar bis bis Saisonende ausfällt, wertet Strobl "nicht als Nachteil für uns, weil es die Dynamik in deren Spiel verändert". Er verweist aber auf die außergewöhnlich gut besetzte Viktoria-Zentrale mit Benjamin Baier, Marcel Schelle und Tom Schulz.

Die Schweinfurter können erneut aus dem Vollen schöpfen. Trotzdem wird es wohl nur marginale Startelf-Änderungen geben, auch, weil sich dann am Dienstag im Ligapokal beim VfB Eichstätt größere Erholungs-Rochaden anbieten. Möglicherweise wird aus dem 4-2-3-1 ein 4-4-2-System. Der Ex-Aschaffenburger Florian Pieper böte sich zuvorderst als zweite Spitze neben Adam Jabiri an.

Weniger glücklich als mit der Personalsituation ist Strobl darüber, dass am Schönbusch aufgrund der aktuellen Verordnung des Innenministeriums inzidenzbedingt 250 Zuschauer zugelassen sind und diese aus organisatorischen Gründen (der Sicherheitsdienst) ausschließlich Heim-Fans sein werden.

"Das ist schade für unsere Anhänger. Klar freue ich mich für jeden Zuschauer, weil das auch Lebensqualität bedeutet. Aber wenn ich an unsere Fans denke, die uns im Abschlusstraining angefeuert haben, auch während des Bayreuth-Spiels von außerhalb des Stadions - das gibt es in der Regionalliga kein zweites Mal." Wenn "man ganz böse ist", so Strobl, sei das einseitige Verteilen der Karten "Wettbewerbsverzerrung."

Man wisse ja nicht, wo in den nächsten Wochen die Inzidenz in Schweinfurt liege. "Und wenn man vielleicht beide Auswärtsspiele mit Fans, die Heimspiele aber ohne hat, dann ist das kein Vorteil für Schweinfurt."