Fast alle Gemeinderäte Oerlenbachs kannten Ulrich Müller (55) schon aus seiner siebenjährigen Amtszeit als bisheriger Konrektor der Grund- und Mittelschule. In der Ratssitzung am Dienstag stellte er sich nun dem Ratsgremium in seiner neuen Funktion als Schulleiter vor.
An "zwei schlaflose Nächte" erinnerte sich Müller nur ungern, nachdem er einmal Computer für die Schule angeschafft hatte, ohne dies zuvor mit dem Gemeinderat abzustimmen. Daraus habe er gelernt. Umso größer sei sein Dank an Bürgermeister Franz Kuhn, der Müller zu dessen Bewerbung um den Leitungsposten kurz vor Fristablauf aufgefordert hatte. Die Schule sei ein Standortfaktor für die Gemeinde, weshalb sich Kuhn trotz des notwendigen Wechsels mit Müller eine gewisse Beständigkeit in der Leitung gewünscht hatte.
"Unsere Grund- und Mittelschule hat Bestand", versicherte Müller den Gemeinderäten, während anderenorts Schulen mangels Schülern geschlossen werden. "Dabei waren uns auch die Flüchtlingskinder behilflich", die für die nötige Klassenauffüllung gesorgt haben. Momentan werden 250 Schüler und Schülerinnen unterrichtet, 80 davon in Ganztagsbetreuung. Müller: "Im Durchschnitt 20 Schüler pro Lehrer: Das sind gute Arbeitsbedingungen."
Die drei Schulgebäude in Oerlenbach (fünf Klassen), Ebenhausen (fünf) und Rottershausen (drei Klassen) seien zwar alt, aber die Gemeinde investiere jährlich in den Unterhalt, bedankte sich der Schulleiter. Auch räumlich sei man gut aufgestellt. Im Bedarfsfall vertraue er auf die gute Zusammenarbeit bei räumlicher Nähe mit dem Bürgermeister: "Ich brauche ja nur das Fenster aufzumachen und ihm zuzuwinken."
In Kürze wird das Schulgebäude in Rottershausen eine "menschenwürdige Toilette" bekommen, ging Müller auf aktuellen Bedarf ein. Die Klassenräume müssten wieder gestrichen werden. Neues Mobiliar sei erforderlich, außerdem einiges an Technik. Größter Wunsch Müllers ist ein Computerraum, dessen Ausstattung (max. 20 000 Euro) für den Haushalt 2019 vorgemerkt wird. "Unsere Schule hat in der Öffentlichkeit ein gutes Ansehen", machte Müller abschließend deutlich. Alle Absolventen der neunten Klasse hätten einen Ausbildungsplatz bekommen. "Man reißt uns förmlich die Schüler aus der Hand."
Im Fortgang der Sitzung berichtete Gemeinderat Alexander Böse als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses über die Ergebnisse der Mitte November durchgeführten Prüfung der Jahresrechnung 2016. Demnach schloss der Verwaltungshaushalt mit knapp 7,255 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 2,530 Millionen Euro ab. Dem Vermögenshaushalt wurden knapp 1,524 Millionen Euro zugeführt. Festgestellte Auffälligkeiten konnte Bürgermeister Franz Kuhn, soweit nicht schon vorher geklärt, befriedigend erläutern, so dass der Gemeinderat ihm einstimmig die Entlastung erteilte.


Bauvorhaben

Die vier Bauvoranfragen und -anträge für Vorhaben in Oerlenbach und Ebenhausen, die Befreiungen von einzelnen Bestimmungen des Bebauungsplanes erforderlich machten, wurden vom Gemeinderat ohne größere Diskussion durchgewunken ebenso wie der Antrag des Bürgermeisters für ein notwendig gewordenes Upgrade der Rathaus-Telefonanlage mit vierjähriger Verlängerung des Wartungsvertrages.
Auch die Durchführung der Gewerbeschau am 17. und 18. März zu den Konditionen von 2016 wurde genehmigt. Abschließend informierte Bürgermeister Franz Kuhn die Gemeinderäte, dass die Kämmerei demnächst um eine Mitarbeiterin verstärkt wird und die Förderzusage von jeweils 7000 Euro zur Anschaffung zweier Tragkraftspritzen eingetroffen sei, so dass beide Geräte für die Feuerwehr angeschafft werden können.