Nach sechs Jahren Renovierungs- und Bauarbeiten war es am Donnerstag endlich soweit: Das Kurhaus Hotel Bad Bocklet wurde in einer Segnungsfeier eingeweiht.

Die Caritas pachtet die Anlage seit 1925 vom Freistaat, der Vertrag wurde 2014 bis 2032 erneuert. Die Umbauten begannen 2016 und wurden im Sommer 2021 abgeschlossen. Das nötige Geld dafür stellte der Freistaat bereit - brutto waren es insgesamt ungefähr 13 Millionen Euro.

Das Badehaus, der Fürstenhof, die Brunnenhalle und die zwei Gastgebäude wurden rundum renoviert. Dabei achteten die Planer auch speziell auf Barrierefreiheit. Kurgäste können zudem im neu errichteten gläsernen Wandelgang - auch Bademantelgang genannt - ins Badehaus gelangen, ohne erst nach draußen zu gehen.

Das Badehaus war mit sieben Millionen Euro Baukosten der teuerste Einzelposten. Es fasst nun mehrere moderne Therapieräume mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten wie etwa Massagen, das teilsanierte Schwimmbad, einen Saunabereich und - ein Alleinstellungsmerkmal des Bades - eine Abteilung für medizinisches Ayurveda. "Die Ayurveda-Abteilung wird sehr gut angenommen", so Kurdirektor Bastian Graber.

Eine andere Besonderheit des Kurhauses in Bad Bocklet ist der Fokus auf eine ganzheitliche Behandlung. Gesundheit, Wellness und Spiritualität - so das Motto des Kurhauses - sollen Hand in Hand gehen, damit der Gast nicht nur körperliches, sondern auch geistiges Wohl erfährt. Ein Beispiel dafür ist das Programm "Plento", bei dem Seminare für Pflegemitarbeitende von Caritas und anderen Trägern sowie pflegende Angehörige angeboten werden. Ziel ist es, deren psychische Widerstandskraft zu stärken, auch durch den Schwerpunkt auf das Thema Spiritualität.

Bewusst schlicht

Die Kapelle, die in den ersten Stock des Fürstenhofes verlegt wurde, sei bewusst schlicht gehalten, "ähnlich wie der Meditationsraum nebenan", sagt Kilian Martin, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Caritasverband für die Diözese Würzburg. Jeder solle sich wohlfühlen und Ruhe finden können. Die Einrichtungen seien Orte, an denen man die eigene, innere Quelle auffüllen könne und dabei noch einen Blick auf die äußere, tatsächliche Quelle habe.

Für die Segnung durch Bischof Franz Jung waren unter anderem der bayerische Finanzminister Albert Füracker, Landrat Thomas Bold und die ehemalige Landtagsvorsitzende Barbara Stamm, die auch Ehrenvorsitzende des Caritasverbands für die Diözese Würzburg ist, gekommen.

Georg Sperrle, Geschäftsführer der Caritas Einrichtungen GmbH, umriss zunächst die fast 300-jährige Geschichte des Bades. Er stellte - wie auch die Redner nach ihm - besonders das Engagement von Barbara Stamm heraus, "ohne die das Haus nicht so wäre, wie es ist."

Staatsminister Füracker (CSU) schloss sich dem Lob an: Stamms Beitrag zum Gelingen des Ganzen sei enorm gewesen, angefangen bei ihrem Engagement für die Pachtverlängerung durch die Caritas 2014. Immer wieder habe sie sich dafür eingesetzt, dass das Projekt Fördermittel bekam. Füracker betonte die Wichtigkeit von gut ausgebauter Gesundheitsversorgung, besonders in den ländlichen Regionen, aus der der Beitrag der Caritas nicht wegzudenken sei. Besonders sei auch, dass Kur Tradition und moderne Heilmethoden miteinander verbinde.

Körperliche und geistige Gesundheit

Barbara Stamm dankte dem Bischof für seine Nähe zur Caritas und stellte die Bedeutung der Spiritualität für die körperliche und geistige Gesundheit heraus: "Spiritualität trägt den Geist." Sie sieht die Pflege als ein wichtiges Zukunftsthema, und appelliert an Pflege-Einrichtungen, "ihre Mitarbeitenden herzuschicken und am Geist des Hauses teilnehmen zu lassen." Das sei eine Frage der Wertschätzung. Außerdem bedankte sie sich beim Staatsminister, da durch die Überbrückungshilfen im letzten Jahr die Caritas sehr Unterstützung erfahren habe. "Es war nicht einfach, aber wir haben es geschafft."

Landrat Thomas Bold (CSU) nannte das Kurhaus einen "Segen für die Gemeinde und die Menschen." Es sei zudem eine "wichtige Weichenstellung für die Zukunft." Auch er drückte seinen Dank für das unermüdliche Engagement von Stamm aus: "Erfolg hat viele Väter - aber nur eine Mutter." "Die Fördermittel sind keine Selbstverständlichkeit", sagte Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU), der auch die hervorragenden Gästezahlen lobte.

Hubert Statt vom zuständigen Architekturbüro Richter lobte die Wertigkeit der ganzen Anlage und die gute Zusammenarbeit mit allen Akteuren, die "immer eins" gewesen seien.

Im Anschluss hielt Bischof Franz Jung einen kurzen Gottesdienst. In seiner Predigt verglich er Jesus als lebensspendendes Wasser mit den tatsächlichen Heilquellen in Bocklet, die äußerlich wohltäten. Um ganzheitlich zu helfen, müsse man jedoch auch die innere Quelle des Lebens wiederfinden und füllen. Dies geschehe durch Spiritualität und Glauben, sagte Jung. Im Anschluss erfolgte die Segnung der Mitarbeiter, der Gäste und des Gebäudes.