Staatsministerin Melanie Huml (CSU) war auf Kontroll-Besuch in der Stadt: Die bayerische Gesundheitsministerin hat sich in Bad Kissingen ein Bild davon gemacht, wie die Behördenverlagerung voranschreitet und erklärt, wie Stadt und Region vom neuen "Haus für Gesundheitsmanagemant" profitiert. Die Verantwortlichen sind sich einig: Hier kommt zusammen, was zusammen gehört.

Eigentlich war ihr Abstecher schon für Januar ausgemacht. Rechtzeitig vor den Landtagswahlen hat es dann aber doch noch geklappt - Melanie Huml auf Stippvisite in der Kurstadt. Die Baustelle: Das ehemalige Kurhausbad und der Neumann-Flügel werden vom Freistaat generalsaniert. 100 Mitarbeiter des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sollen bis 2025 von Bad Kissingen aus arbeiten. Aus dem Ballungsraum aufs Land. 14 sind schon da.

"Ich glaube irgendwann werden sie gar nicht mehr weg wollen", sagt Dr. Andreas Zapf als er der Staatsministerin die Übergangsbüros seiner Mitarbeiter im Telekom-Gebäude zeigt. Der LGL-Präsident beschreibt, was die bayerische Gesundheitsministerin bei ihrem Rundgang immer wieder betont: Vom Behördenumzug sollen alle profitieren. Neubürger, Wiederkehrer und Einheimische. Wenn die Labore fertig sind, werden größere Einheiten umziehen, sagt Andreas Zapf voraus. Spätestens dann soll auch die Vorhersage des Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU) Wirklichkeit werden:

Die Neuen, die künftig hier am Schreibtisch sitzen oder in den Labors forschen, bringen ihren Lohn unters Volk. "Die Entscheidung für Bad Kissingen ist elementar", sagt Kirchner. Und ein "großes Plus auf der Visitenkarte". Für die Stadt liefert die millionenteure Sanierung einen bedeutenden Faktor auf der Bewerbung um das Weltkulturerbe. "Das kann man mit Stolz herzeigen", sagt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD). "Und ganz nebenbei entstehen die schönsten Büroräume", meint Landrat Thomas Bold (CSU). "Die Nutzung bedeutet: Die Gebäude bleiben in einem ordentlichen Zustand."

Wer aus der Innenstadt Richtung Luitpoldpark läuft, kommt am eingehüllten Neumann-Flügel vorbei. Nach und nach wird hier großzügig entkernt. Schallschutz soll den Baulärm schlucken. Hier werden einmal die Labore eingerichtet. Gegenüber im Kurhausbad die Büros.

Angebot weiterdenken

Dort wird auch das Institut für Kurortmedizin und Gesundheitsförderung (IKOM) angesiedelt. Dieses Institut ist am LGL in Bad Kissingen das Zentrum eines Netzwerkes. Ziel: Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention entwickeln und prüfen - bezogen auf die bayerischen Kurorte. Also: das traditionelle Angebot der Heilbäder weiterdenken und moderne Konzepte ausarbeiten. Die bayerische Gesundheitsministerin stellt sich außerdem vor, dass die Mitarbeiter hier Programme für pflegende Angehörige und Pfleger entwickeln - zur Gesundheitsvorsorge. "Kur- und Heilbäder können viel tun auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Wie bleibe ich gesund", sagt Huml. Die Staatsministerin will Wissenschaft und Praktiker hier zusammenbringen. Eine Kooperation mit der Uni Würzburg und eine Professur am Kissinger Institut stehen "kurz vor dem Abschluss", versichert LGL-Präsident Zapf. Den hat die Region gleich doppelt überrascht.

Anfangs war er verwundert, dass die Wahl auf Bad Kissingen gefallen war, erzählt er. "Jetzt gefällt es uns ganz gut hier", meint er und lacht. Auch ein Grund für die gute Laune: "Es ist gut, dass wir in einem Umfeld arbeiten, wo wir den Fachaustausch haben. Ich war überrascht, dass es so viele Labore gibt." Geht es nach den Politikern, soll genau diese Kompetenz in der Region weiter wachsen. Im Interview auf erklärt Melanie Huml, welche Effekte die Region vom "Haus für Gesundheitsmanagement" außerdem zu erwarten haben soll.