Wird der Kreisverkehr an der Lauterer Kreuzung gebaut oder nicht? Diese Fragen stellen sich viele Bewohner im Markt Burkardroth. Seit Monaten schon. Schließlich ist es ruhig geworden um das Projekt. Manch einer vermutet sogar, dass es nicht weiterverfolgt wird. Doch ganz so ist es nicht. "Am Planstand hat sich nichts mehr geändert", erklärt Matthias Wacker, der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Straßenbauamt Schweinfurt. Heißt: Der Kreisel wird gebaut.

Die Frage ist nur: Wann? "Wenn alles gut geht, wollen wir vor den Sommerferien 2017 mit dem Bau beginnen", schriebt Wacker auf Nachfrage dieser Zeitung. Vor einem Jahr, als die Pläne für den Umbau des Verkehrsknotenpunktes zum Kreisverkehr bekannt wurden, hielt Wacker noch den Herbst 2016 als realistisch. Nun verzögert sich das Ganze voraussichtlich um ein Jahr. Rechnet man mit einer Bauzeit von etwa drei Monaten, könnte der Kreisel an der Lauterer Kreuzung frühestens zu Jahresbeginn 2018 fertig sein.


Abstimmung mit Naturschutz

Einen konkreten Grund für diese Verzögerung nannte der Abteilungsleiter im Straßenbauamt nicht. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Abstimmungen mit dem Naturschutz deutlich länger dauerten als ursprünglich geplant. "Wir haben die Unterlagen für die Rodungserlaubnis über ein Landschaftsplanungsbüro erstellen lassen und werden diese rechtzeitig zu Beginn des neuen Jahres bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragen", schreibt Wacker weiter. Schließlich müssen für den Kreisverkehr, der einen Durchmesser von 45 Meter haben wird, insgesamt 26 Bäume fallen. Zum Ausgleich werden diese an anderer Stelle im Kreuzungsbereich ersetzt.
Doch es gibt auch Positives zu berichten. So hat das Straßenbauamt inzwischen nicht nur die Planungen in Sachen Naturschutz sondern auch hinsichtlich der Bushaltestellen an der Bundesstraße 286 verfeinert. "Wir planen derzeit mit zwei Bodenplatten für Wartehäuschen. So kann der Markt noch entscheiden, wie viele er möchte", schreibt Wacker.


Bushäuschen geplant

An der Lauterer Kreuzung gibt es aktuell zwei Bushaltebuchten. Sie werden von den Bussen der Linie 8113 angefahren, die Bad Kissingen und Bad Brückenau miteinander verbindet. Allerdings sind diese Haltebuchten weder barrierefrei noch bieten sie eine Unterstellmöglichkeit für Wartende. Das soll sich ändern. Denn der Markt Burkardroth möchte im Zuge der geplanten Bauarbeiten einen Unterstand am künftigen Kreisel errichten. Das hatte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) bei einem Gespräch mit dieser Zeitung, im September bestätigt. Allerdings ist noch unklar, auf welcher Straßenseite dieser errichtet werden soll. Mit den beiden Bodenplatten, mit denen das Straßenbauamt plant, bestehen nun mehrere Optionen.

Parallel dazu sollen die beiden Haltestellen umgebaut und modernisiert werden. Nicht zuletzt, da laut dem Busunternehmen KOB, das die Linie 8113 bedient, zwischen Montag und Donnerstag regelmäßig rund ein Dutzend Schüler hier ein- und aussteigt. Sie werden meist abgeholt, was zu weiteren Problemen führt. Schließlich parken die Fahrzeuge der Abholer auf den umliegenden Feldwegen oder am Rand der Staatsstraße nahe des Kreuzungsbereiches. "An manchen Tagen herrscht hier ein absolutes Verkehrschaos", sagte Jutta Kleinhenz aus Stangenroth zu Schuljahresbeginn. Die Mutter holt ihre Kinder schon seit Jahren an der Kreuzung ab.


Parkplätze für Pendler

Auch dieses tageweise vorherrschende Verkehrschaos wird sich mit dem Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehr ändern. So wird laut aktuellen Planungen der bestehende Feldweg auf der Zahlbacher Seite auf sechs Meter verbreitert und mit einigen Parkplätzen versehen. Auf der gegenüberliegenden, dem Ort Lauter zugewandten Seite wird zudem der bestehende Pendlerparkplatz auf 48 Stellplätze erweitert.


Mehr Sicherheit

Auch die Autofahrer profitieren von dem Umbau der Kreuzung, da sie insgesamt sicherer wird. In den vergangenen zehn Jahren haben sich an dem Knotenpunkt laut Polizei etwa 25 Unfälle ereignet. Einige davon waren so schwer, dass auch Personen verletzt wurden, zuletzt Ende Oktober 2015. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt vier Zusammenstöße. Genauso viele haben sich heuer ereignet, teilt Polizeihauptkommissar Olaf Gräf von der Bad Kissinger Inspektion auf Nachfrage mit. "Das ist der Stand vom 13. Dezember", fügt er hinzu. Nicht zuletzt deshalb gilt der Knotenpunkt, an dem die Bundesstraße 286 und die Staatsstraße 2290 aufeinandertreffen, schon lange als Unfallhäufungsstelle. Zudem sind hier täglich etwa 14 000 Fahrzeuge unterwegs, ein Großteil davon trotz Geschwindigkeitsbegrenzungen zu schnell. Deshalb soll die Kreuzung nun entschärft und zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Das steht seit Ende des vergangenen Jahres fest.