Das Café Lavazza am Marktplatz hat eine neue Betreiberin. Daniele Rauschenbach hat das 55 Quadratmeter große Café zum 1. Februar von ihrer Schwester Nicole Andres übernommen. Andres hat nach zwei Jahren aus privaten Gründen aufgehört. Rauschenbach ist hauptberuflich Polizeibeamtin bei der Bundespolizei Oerlenbach und führt das Lavazza nebenberuflich als Familienunternehmen mit drei Mitarbeitern.
"Ich bin seit über 20 Jahren nebenbei in der Gastronomie tätig", sagt die 44-jährige Bad Kissingerin. Sie sieht das als Hobby und Ausgleich zum Polizeialltag. Das Lavazza will Rauschenbach langfristig betreiben. "Es ist ideal, weil es klein und überschaubar ist. Und der Marktplatz ist eine gute Lage."

Auch anderswo kommt Bewegung in die Bad Kissinger Fußgängerzone. Vor kurzem ist die Zeitarbeitsfirma Apronto in die Kirchgasse gezogen, die Familie Borst löst in den nächsten Tagen den Höreder Bäck als Pächter des Café Kaiser ab, und in der Ludwigstraße eröffnet am Samstag, 7. März, ein Handyladen der Kaufe-es.de GmbH. Bei der Mutterfirma handelt es sich eigentlich um einen Handyreparaturservice und Onlineshop.

Fünf Anfragen für Innenstadt

Kauf-es.de wurde Ende 2013 in Oberthulba gegründet. Seitdem expandiert das Unternehmen, erklärt Geschäftsführer Kai Achilles. "Wir sind sehr zufrieden. Wir kommen im Augenblick kaum hinterher", sagt er. Im Sommer 2014 rief die Firma einen Hand yladen in Schweinfurt ins Leben, im März folgt die Filiale in Bad Kissingen, ein dritter Ableger ist im Raum Aschaffenburg geplant.

Bei Wirtschaftsförderer Michael Wieden liegen fünf - noch unkonkrete - Anfragen für Geschäftsansiedlungen in der Kernstadt vor. "Es sieht momentan recht gut aus", sagt er. In der Spargasse beispielsweise will sich ein Existenzgründer aus der Kleiderbranche niederlassen. Laut Wieden handelt es sich nicht um einen Franchise-Nehmer einer großen Modekette, sondern um einen eigenständigen Betrieb. Allerdings ist, wie bei den anderen Anfragen auch, bislang noch nichts unterschrieben. Bis Ende nächster Woche wird mit einer Entscheidung gerechnet.

Die einzige traurige Nachricht betrifft die Ludwigstraße. Dort geben die Inhaber des Bärenparadieses das Geschäft aus Altersgründen auf. Aktuell findet noch ein Räumungsverkauf statt. Wieden bedauert das. "Das Bärenparadies war eine Institution und hatte einen eigenen Charme." Mit der Einschätzung ist er nicht allein, Passanten und Kunden bedauern die bevorstehende Schließung. Annabel Aulbach vom Vital Hotel Erika beispielsweise hat dort Souvenirs für ihre Gäste eingekauft. "Das Bärenparadies war für mich ein Highlight. Ich habe hier auch viele Geschenke besorgt", sagt die Bad Kissingerin.