Es war nicht der erste Besuch von Dr. Gerhard Lehrberger, von der Technischen Universität München, Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt, im Museum Terra Triassica in Euerdorf. Zusammen mit seiner Kollegin, Marion Nickmann, und 15 Studentinnen und Studenten wanderte er 50 Millionen Jahre durch die Erdgeschichte. "Experten arbeiten hier auf Laienebene", sagte Lehrberger vor der Führung durch Michael Henz und Jürgen Sell.

Grundlage des Museums Terra Triassica ist die "Sammlung Mainfränkische Trias", die eine Gruppe Hobbypaläontologen - darunter auch Henz und Sell - über mehr als fünf Jahrzehnte zusammengetragen hat. Die Sammlung genießt unter Fachwissenschaftlern im In- und Ausland hohes Ansehen. Insgesamt dürften es etwa 50. 000 Stücke sein, so Sell. Davon seien 15. 000 registriert und bearbeitet und 300 Funde ausgestellt. Um deren wissenschaftliche Verwertbarkeit dauerhaft zu sichern, haben die Sammler ihre Funde im Jahr 2012 dem Markt Euerdorf überlassen.

Die Studenten kamen direkt von einer Kartierungsübung im Isar-Tal und studieren alle Geowissenschaft an der TU bzw. LMU Ludwig-Maximilian-Universität München. "Pflaster- und Bausteine und auch Friedhofs- und Kirchenmauern spiegeln die vorkommenden Steine der Region wieder", erklärte Lehrberger den Studenten. In diesen Zeiten sei noch nichts importiert worden, es handle sich fast immer um lokales Material. Dazu passte auch seine Frage, wie - in späteren Zeiten - der Kirchheimer Muschelkalk nach München kam. Viele Gebäude, darunter die Finanzgebäude, seien damit gebaut worden. Die Studenten dachten zuerst an die Wasserwege, aber richtig ist: Große Mengen an Steinen wurden mit der Eisenbahn transportiert.

Michael Henz ging noch auf den Begriff Trias ein, die "Dreiheit" aus Buntem Sandstein, Muschelkalk und Keuper, sowie auf das Germanische Becken und die Entstehung der Alpen. Vom Museum führte der Weg dann ans Euerdorfer Geotop. Dieses sei indirekt dem Sturm Kyrill zu verdanken. Der habe 2007 eine Buche entwurzelt und bei Säuberungsarbeiten des Wurzeltellers sei es entdeckt worden. Heute zähle es zu den 100 schönsten Geotopen. Es sei das einzige Geotop in Bayern mit Buntsandstein. Auf den Platten sind rund 100 Trittsiegel von Sauriern zu sehen. Auch wenn schon sehr viel Wissen bei den jungen Besuchern vorhanden war, so hatten sie doch neue Zusammenhänge kennengelernt.