Von Wiesen an der Saale über Rapsfelder, Buchenwald bis in das Naturschutzgebiet am Sodenberg mit Mittelwald und Kalkmagerrasen führte der Grenzgang von Morlesau auf 15 Kilometer durch landschaftlich interessante Natur. Bürgermeister Armin Warmuth begrüßte die rund 50 Teilnehmer und wünschte einen lehrreichen Verlauf.
Der Obmann der Morlesauer Feldgeschworenen, Herbert Lutz, führte auf dieser Wanderung entlang von 142 Grenzsteinen. Dabei wurden ungefähr 580 der insgesamt 950 Hektar großen Gemarkung von Morlesau umlaufen. Lutz hatte Interessantes aus der Geschichte zu berichten.


Einst waren hier Siedlungen

So gab es früher Siedlungen, wie das Hofgut Flach oder Arnstein oberhalb des Radweges von Morlesau Richtung Neumühle, die verlassen wurden und heute nicht mehr erkennbar sind. Auf den Grenzsteinen sind die Zeichen der ehemaligen Grundherren verewigt wie etwa Th für Thüngen, UH für Universitas Herbipolis (Würzburg), 000 für Julius Echter und Juliusspital Würzburg. Weiterhin machten die Sagen um das Giselakreuz und die Spinnmagd die Pausen kurzweilig.
Die Kinder hatten ihren Spaß beim Suchen nach den Grenzsteinen. Traditionell kann der junge Entdecker zur Belohnung in einen Beutel mit Münzen greifen.


Steil den Sodenberg hinauf

Am Löchlein empfingen die Feldgeschworenen von Diebach die Grenzgänger. Später kamen weitere Feldgeschworene der anliegenden Gemarkungen hinzu. Nun ging es steil bergan über das Hintere und Vordere Hohe Haupt, das Grabenloch zur Gans am Sodenberg hinauf. Der Grenzgang führte an den Gemarkungen Diebach, Obereschenbach, Weyersfeld und Weikersgrüben vorbei.
Der Sinn des Grenzgang lag und liegt im Einprägen und Abklären des Verlaufs der Gemarkung. Das Ehrenamt der Feldgeschworenen ist das älteste kommunale Ehrenamt und wurde 1583 in der Feldgeschworenenordnung von Julius Echter festgelegt. Heute sind im bayerischen Abmarkungsgesetz regelmäßig Begehungen durch Grenzgänge vorgeschrieben.
Die Mittagsrast der Wanderer fand an der Spinnmagd am Sodenberg statt. Nach dem Grenzgang konnten die Teilnehmer im Morlesauer Sportheim einkehren.