Alle zwei Jahre verdoppeln sich die Datenströme im weltweiten Internet. Eine Vollversorgung sei gerade im ländlichen Raum wichtig, da die Zahl moderner Heimarbeitsplätze wächst und der Online-Handel zunimmt. Deshalb empfahl Fachberater Joachim Först (Först-Consult, Würzburg) den Ramsthaler Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Donnerstag den unverzüglichen Start des schrittweisen Ausbaus des Glasfasernetzes. "Es dauert zwar einige Jahre und kostet viel Geld." Doch die Internet-Nutzung zeige eine "ungeheure Dynamik", der sich die Gemeinde stellen müsse.


Machbarkeitsanalyse

Vor einigen Monaten war die auf Breitbandausbau und Netzplanung spezialisierte Beratungsfirma von der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf mit der Erstellung einer Situations- und Machbarkeitsanalyse für ihre Mitgliedsgemeinden beauftragt worden. Deren Ergebnisse stellte Joachim Först nun den Räten vor. Aktuell sei das Breitband in der Gemeinde zwar verfügbar, jedoch längst nicht flächendeckend. Vor allem die Aussiedlerhöfe seien mit minimaler Bandbreite absolut unterversorgt. Die anderen Haushalte seien auch nur durch veraltete Leitungen, nicht aber durch Glasfaserkabel mit unbegrenzter Leitungskapazität versorgt.
Die kurzfristig auszuführende Versorgung der Siedlerhöfe werde durch das bayerische Förderprogramm mit 80 Prozent bezuschusst, empfahl Först eine entsprechende Antragstellung spätestens bis September. Danach werde es wahrscheinlich ein neues Förderprogramm zwar geben, vermutete der Fachmann, nur wisse man heute noch nicht, zu welchen Konditionen. Der weitere Ausbau der Glasfaserversorgung sollte dann in kommenden Jahren schrittweise folgen. Först: "Denn wenn man Glasfaser hat, hat die Gemeinde erstmal für 20 Jahre Ruhe."
Weitere Tiefbaumaßnahmen sollen unter Nutzung von Förderprogrammen des Bundes und des Landes sowie mit Beteiligung der Netzbetreiber vorgenommen und Neubaugebiete grundsätzlich für die Glasfaserversorgung erschlossen werden, betonte der Berater. Bei künftigen Straßenbaumaßnahmen sollte die Gemeinde in jedem Fall zunächst auf eigene Kosten Leerrohre verlegen. Diese Kosten könnten später mit künftigen Netzbetreibern verrechnet werden, die diese Rohre für ihre Zwecke nutzen wollen.


Viele Straßen werden aufgerissen

Wenn die Gemeinde allen Haushalten einen zukunftsfähigen Netzanschluss ermöglichen, müssen in Ramsthal die alten Kabel ersetzt und knapp 125 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden, hat das Beratungsunternehmen ausgerechnet. Bis aber die Vollversorgung erreicht ist, wird es allerdings etliche Jahre dauern, "denn viele Straßen müssen aufgerissen werden". Es fehlt aber an Tiefbaufirmen. Schon jetzt werden in Deutschland viele Baufirmen aus allen Ländern Europas für den Glasfaserausbau eingesetzt.
Nach kurzer Beratung schloss sich der Gemeinderat der Empfehlung von Först-Consult an und beauftragte die Verwaltung einstimmig, zunächst die Aussiedlerhöfe mit Glasfaser zu versorgen und hierfür die nötige Ausschreibung vorzunehmen.