"Ich werde die Frankenweine in meiner Heimat weiterempfehlen", zeigte sich Kurgast Ludwig Brunner aus dem Landkreis Rottal-Inn (Niederbayern) begeistert. Er habe erst am Nachmittag einen Stadtspaziergang gemacht und da den Prospekt von der kulinarischen Weinprobe gelesen.

Bereits im siebten Jahr gibt es die kulinarische Weinprobe im Bocksbeutelkeller des Roten Schlosses. Auch heuer war es gemütlich im mit knapp 200 Gästen voll besetzten Gewölbekeller. "Schnell rief ich an und ließ mir einen Platz reservieren", bestätigt Brunner. Er sei Weinliebhaber entgegen des Vorurteils, dass im südlichen Bayern nur Bier getrunken werde. "Ich fühle mich hier sehr wohl, die Leute sind aufgeschlossen und freundlich." Speis und Trank seien von hoher Qualität. Und er lobt den Frankenwein. "Diese Weine haben nämlich einen individuellen Charakter", liebt Brunner die unverfälschte Natur.

Die Hammelburger Weinprinzessin Antonia Müller und ihre Wirmsthaler Amtskollegin Marlene Büttner verliehen der Veranstaltung weinhoheitliches Flair. "Leider ist unsere Weinkönigin wegen Krankheit heute verhindert", bedauerten sie. Vielleicht hilft ein Glas Frankenwein zur Genesung, der oft auch als Krankenwein bezeichnet wird.

"Diese kulinarische Weinprobe ist mittlerweile zum obligatorischen Signal für den neuen Jahresbeginn und die Sammlung neuer Kräfte geworden", erläuterte Kellermeister Matthias Büttner vom Hammelburger Winzerkeller. "Die Chemie von Speis und Trank stimmt auch ganz persönlich", bestätigte Sturmius-Chef Walter Zeitz aus Diebach. Den kooperativen Kochlöffel für das Menü mit Kürbissuppe, Wildschwein-Gulasch und Apfelstrudel schwang Martin Hartmann. Rund 60 Kilo Fleisch aus vier Wildschweinen und einheimische Waldpilze landeten auf den Tellern. Die Organisatoren freuten sich über die zufriedenen Gäste im historischen Gewölbe.

Zwei Gänge runterschalten

"Am Sturmuishof wird es betriebliche Veränderungen geben, und ich schalte zwei Gänge runter", kündigte Zeitz an. Die Stände auf den Frühjahrs- und Herbstmärkten werden kleiner ausfallen und der Hofladen auf dem Sturmiusberg immer mehr auf Vorbestellung arbeiten. "Dennoch werde ich mein Hobby ,Edelbrände‘ weiterhin pflegen und meinen Rhöner Whisky der mittlerweile vierten Sorte in einer neuen Destillathek präsentieren", so Zeitz. Den Winzerkeller und die kommenden kulinarischen Weinproben werde er weiterhin unterstützen, versprach Zeitz. "Der Silvaner ist immer noch die klassische Rebsorte Frankens", bestätigte Kellermeister Büttner. So kam jetzt auch eine Silvaner-Spätlese als kulinarischer Wegbegleiter zum festlichen Einsatz: "Es ist das köstliche Konzentrat aus einer Frosternte bei minus sieben Grad vom Trautlestal", kündigte Büttner an. Beruhigend sei der neue Trend, dass die Rotweine aus der Saaleregion immer besser würden. Jetzt gab es den Wirmsthaler Scheinberg-Regent zu verkosten. Ein Ramsthaler St. Klausen der Rebe Müller-Thurgau leitete die Weinprobe ein und korrespondierte geschmacklich mit dem luftigen Mandelschaum, der die Kürbissuppe krönte.