Das Wetter hielt heuer viele Motorradfahrer davon ab, zum traditionellen Biker-Gottesdienst zu kommen. Lediglich knapp die Hälfte, gemessen an den Vorjahren, war am Sonntag auf dem Festplatz erschienen.
Auch im elften Jahr hielt Pfarrer Michael Erhart den Feldgottesdienst. Allerdings war er diesmal nicht mit seinem Suzuki-Motorrad sondern mit seinem Auto von seinem Wohnort Zeil am Main angereist. Erhart: "Als ich heute morgen losfuhr, hat es in Strömen geregnet". Auch in Wartmannsroth waren die Bänke, die im Freien standen, noch feucht. So glich es einem kleinen Wunder, dass sich pünktlich zu Beginn des Gottesdienstes die Sonne kurz blicken ließ.
Mit seiner Harley-Davidson, Baujahr 1992, kam Ernst Hahn aus Michelau vorbei. Sie glänzte, weil er sie extra für den Bikersegen in aufwendiger Handarbeit poliert hatte. Besonders die Chromteile fielen ins Auge. "Ich bin schon von Anfang an bei den Motorrad-Gottesdiensten jedes Jahr dabei und wollte auch heuer dieses Ereignis nicht verpassen", sagte Hahn.
Der Gedanke an die Kameradschaft, der Wunsch nach Austausch mit anderen Bikern oder einfach die Neugier darüber, welche exotische Maschinen zu diesem Treffen auftauchen werden, war für viele angereiste Biker das Motiv der Anreise. Der Segen für Mensch und Maschine sei ihnen von großer Bedeutung, bestätigte eine Motorradgruppe aus dem Bad Brückenauer Raum. Aber auch aus Richtung Schweinfurt waren die Bikes angerollt. Durch Mundpropaganda unter den Bikern hatten sie von dem Termin erfahren und waren neugierig geworden. Froh waren die Besucher, dass sie sich vor dem Gottesdienst an einem Becher Kaffee aufwärmen konnten.
"Was wir unterwegs auf der Straße des Lebens erleben, das können wir nur zum Teil einplanen", sagte Pfarrer Erhart in seiner Predigt. "Wir haben nicht alles selbst in der Hand", ging er auf das Beispiel Wetter ein. Da das Hobby Motorradfahren nicht ganz ungefährlich sei, sollte der Biker um den Segen von ganz oben bitten. Und die gegenseitige Rücksichtnahme sei sehr wichtig, sagte Erhart. Andererseits begrüßte er aus eigener Erfahrung den Schwung auf zwei Rädern, um ein wenig dem Alltagstrott zu entfliehen und die schönen Seiten des Lebens zu genießen.
Herbert Pabst, der Vorsitzende der Motorradfreunde Wartmannsroth: "Für das Wetter können wir nichts, aber trotzdem sind noch recht viele Motorradfahrer gekommen." Gut wäre es gewesen, so Pabst weiter, wenn das Festzelt vom Rock am Schafberg noch gestanden hätte. "Doch das hätte uns so viel Mietkosten abverlangt, dass dies keinesfalls von unserem Verein hätte getragen werden können", so Pabst. Freilich waren auch zahlreiche Gäste ohne Motorrad aus dem Gemeindebereich Wartmannsroth erschienen, die sich auf ein Wiedersehen mit Pfarrer Erhart freuten.