Dass Schüler im Unterricht 90 Minuten lang konzentriert und aufmerksam sind, wünscht sich wohl jeder Lehrer. Aber nicht jeden Tag gibt es so interessante Darbietungen wie am Montag im Frobenius-Gymnasium. Da spielte das White Horse Theatre zwei Theaterstücke auf Englisch für Mittel- und Oberstufe. "In Englisch lachen", ist das Motto des Theatergründers Peter Griffith, der Klassiker auf Schüler umschreibt und neue Theaterstücke mit aktuellen und Jugendliche interessierenden Themen wie etwa Mobbing verfasst.


Verwirrungen und Intrigen

William Shakespeares "Twelfth night (Was ihr wollt)" forderte die ganze Aufmerksamkeit der 11. und 12. Klassen. In dem Klassiker geht es um Verwirrungen, Intrigen - eine tragische Liebeskomödie. Die vier Schauspieler Eleanor Buchanan aus York, Laura Samson aus Peterborough, Daniel Chrisostomou aus London und Samuel Griffiths aus Plymouth schlüpfen in mehrere Rollen. Mit einfachsten Bühnenelementen und gut durchdachtem Erkennungsmerkmalen leisten die Akteure spielerisch Schwerstarbeit, um neben der englischen Sprache durch Gesang, Mimik die verwirrende Geschichte verständlich zu machen. So reicht ein Hut, ein Umhang, um die Zwillinge Viola und Sebastian, die nach einem Schiffbruch, auf der Insel Illyrien leben und nichts voneinander wissen, eindeutig darzustellen. Erschwert wird das Spiel dadurch, dass Viola sich als Mann verkleidet.


Degenkämpfe und Klamauk

Aber zur Auflockerung dürfen auch Degenkämpfe und ein wenig Klamauk nicht fehlen. Eine typische Shakespeare-Komödie eben. Und so endet sie auch: mit einem Happy End - die Liebe siegt. Die Muttersprachler sind ausgebildete Schauspieler, und das merkt man. Sie gehen von der Bühne, beziehen das Publikum mit ein. So darf ein Schüler kurz einen Polizisten spielen.

Die Leistung der Schauspieler trägt dazu bei, dass Sprachverstehen spielerisch leicht gemacht wird, auch wenn die Sprache und die verschiedenen Dialekte gerade bei Shakespeares "Twelfth night" ungewohnt und schwierig zu verstehen sind. Man muss nicht jedes Wort verstehen und man muss sich auch eine Weile einhören, um das Theaterstück verfolgen zu können.Die Schüler der Mittelstufe hatten es etwas einfacher beim sozialkritischen Stück "Lip Gloss". Popmusik lockerte das Schauspiel um Vorurteile zwischen den Gesellschaftsschichten auf. Fachbetreuerin Eva Schweiger organisiert seit Jahren die Aufführung des White Horse Theatres. Sie und ihre Kollegen nutzen das vom Theater angebotene Hintergrundwissen und die Arbeitsmaterialien für Lehrer und Schüler.


Wiederkommen erwünscht

"Von jungen Muttersprachlern gesprochenes Englisch zu einem Thema, das die Schüler selbst betrifft, das schätze ich an diesen Aufführungen. Auch die Schüler wünschen sich jedes Jahr wieder den Besuch der Theatertruppe," betonte Schweiger.