Warum ist der Reichskanzler Otto von Bismarck von Bord gegangen? Was hat Kaiser Wilhelm II. damit zu tun, und warum hat es den Ersten Weltkrieg gegeben? Wie sah die Kommunikation zwischen den Leuten in der Zeit vor Facebook und Handy aus? Was erwartet Weltreisende derzeit in Syrien oder Simbabwe? Wie lebt Gott in Frankreich? Was hat die amerikanische Immigranten-Insel Ellis-Island mit der aktuellen Flüchtlingsthematik zu tun? Oder die Jeans mit der Globalisierung?


Im Lehrplan verankert

Mit den Schwerpunkten Migration und Elektroschrott fassten die Schüler der Jakob-Kaiser-Realschule in Hammelburg in ihrer Projekt-Präsentation auch höchst aktuelle Themen an. Diese anschaulichen Darstellungen auf der Bühne in der Schulaula sind die reifen Früchte, die im Vorfeld fächerübergreifend hart erarbeitet wurden. Denn die Projekt-Präsentation ist fest im Lehrplan der neunten Klassen verankert.
In die Bewertung fließen die Aspekte Arbeitsprozess, Dokumentation und schließlich die Darstellung des vorgegebenen Themas ein. Unterstützt wurden die Schüler der Klassen 9a bis 9d durch ihre Deutschlehrerinnen Anja Brand, Barbara Günthert, Stefanie Maier und Melanie Stütz. Wegen eines Krankheitsfalls muss die Klasse 9b zu einem späteren Zeitpunkt antreten. Das gemeinsame Rahmenthema hieß heuer "Daheim und in der Fremde". Darauf nahmen die klassischen Fächer wie zum Beispiel Erdkunde und Geschichte, aber auch Chemie oder Physik Bezug.
Mit Selbstbewusstsein, Kreativität und teilweise mit einer Portion Witz brachten die Realschüler ihre Themen rüber, unter denen neben den Pädagogen auch viele Eltern saßen. So landeten die Schüler zum Beispiel als Reiselustige zu ihrem Erstaunen in einem Kriegsgebiet. Sie entdeckten den schönen Klang der französischen Sprache und rutschten auf der Bananenschale aus, bis sie in der Fettecke des Künstlers Joseph Beuys landeten. Aber auch Lösungsansätze für die Integration der Flüchtlinge mit Sport, Deutschkursen und Unterstützung bei Behördengängen vor Ort waren deutlich hervorgehoben. "Ohne Handy hätten wir das nicht geschafft", stellten die Schüler die Sichtweise der Flüchtenden dar. Wie wäre die Flucht abgelaufen mit den Kommunikationsmitteln des frühen 20. Jahrhunderts? Die Schüler richteten ihren Blick auch auf den indischen Weltveränderer Mahatma Gandhi (1869 bis 1948), dem heutzutage gewiss effektivere Möglichkeiten zur Seite stünden. Im kritischen Fokus standen ebenfalls die Themen Umwelt und Sucht. Dabei ging es um die Billigentsorgung von Elektroschrott auf Kosten der Gesundheit von Armen in Drittländern und um unkontrollierbare Manipulationen in den sozialen Netzwerken, die mitunter schon süchtig machen.