An drei Abenden nahmen jeweils rund 60 Gäste an den Tischen im Pfarrsaal ihre Plätze ein und genossen die Kombination von leckerem Essen und Trinken mit einer Kriminalkomödie. Die kulinarischen Grüße aus der Giftküche waren nach dem eingangs zum Sekt gereichten Brot mit Gerupftem und Schmalz das "frängische Henkersüpple", der "Mörderteller à la Kümmi" und als krimineller Nachtisch der "blutige Traum". Bei Mostsuppe, Meerettich-Schnitzel mit feinen Gemüsen und verführerischer Süßspeise von gedickten Sauerkirschen mit Mascarpone und in Zucker gerösteten Mandeln gab es die hinreißend komischen Auftritte der Kümmidamen zwischen den Gängen.
"Ich genieße diesen Abend mit allen Sinnen", lobte Zuschauer Oswald Grolig aus Wartmannsroth den kulinarischen Krimiabend. Das sei ein toller Genuss auf mehreren Ebenen im gemütlichen Rahmen.
"Schön, dass die Kümmidamen weitermachen", freute sich Kreisrätin Monika Horcher. Und die Ortsbeauftragte Gabriele Ebert strahlte: "Diese Kümmidamen sind ein Stück Westheim!".
Hungrig ist wohl kein Gast heim gegangen. Im Gegenteil. Auch das Konzept des Abends wurde von den Gästen bewundert. Mit seinem Freundeskreis aus Ramsthal reiste Zuschauer Ewald Brand an. "Nach solchen Krimidinners im Hammelburger Schloss Saaleck und im Dorint vom Staatsbad Brückenau wollte ich jetzt gerne mal diesen urigen Abend in Westheim genießen", war er hoch zufrieden.
Die räumlichen Möglichkeiten im Pfarrsaal boten den langen Tisch auf der Bühne förmlich an. Dort nahmen die elf Mitglieder einer Großfamilie ihre Plätze ein. Es erinnerte rein optisch an die biblische Abendmahlszene.
Geschockt reagierten die beiden erwachsenen Töchter des Familienoberhauptes samt deren Ehemänner, Ex-Ehemänner und Freunde, als der Senior ankündigte, er wolle seine Firma verkaufen und eine junge Frau heiraten. Als das Licht für einige Sekunden ausfiel, geschah in der Dunkelheit ein Mord. Mit einem Messer im Rücken lag der Oberkörper des Seniors auf dem Tisch. Wer war der Mörder?
Kaum war die Leiche aus dem Saal geräumt, ging das Rätseln los. Motive gab es genug: Eifersucht, Neid, Angst vor Enterbung und und und. Gegenseitige Beschuldigungen boten Hinweise. Auch die Zuschauer durften mit raten und konnten ihre Tipps auf Zetteln vor der Auflösung des Mordfalles schriftlich hinterlassen.
Kaum wieder zu erkennen war Kümmidame Renate Kröckel. Sie hatte an einem solchen Krimidinner schon vor längerer Zeit teilgenommen und brachte diese Idee nach Westheim mit. Als Wirt Richard führte Kröckel elegant durch den kulinarischen Krimiabend. "Wir Kümmidamen können auch nach so langer Zeit nicht aufhören", bestätigt sie der Saale-Zeitung. "Auf der Bühne zu stehen macht uns nach wie vor Spaß und verbindet die Gemeinschaft der Kümmidamen". Außerdem freue man sich jedes Jahr auf die treuen Stammgäste und lasse gerne die alten Zeiten hochleben.
Elf Aktive standen auf der Bühne. Üblicherweise werden auch die Männerrollen von den Frauen gespielt. Eine Premiere war die Kochabteilung mit sechs Köchinnen. Weitere Kümmidamen sorgten hinter den Kulissen für Schminke, Garderobe und Soufflieren.
"Einmal Kümmidame - immer Kümmidame!", klingt es überzeugt aus dieser Gemeinschaft charmanter Frauenpower. Ans Aufhören denken die Damen noch lange nicht. Darin sind sie sich einig. Auch beim Faschingszug der Westheimer werden die Kümmidamen zu bewundern sein. Motiv und Kostüm sind aber noch streng gehütete Geheimnisse. Eine noch offene Frage bleibt es zunächst, wo die Kümmidamen in den kommenden Jahren auftreten werden. "Wir werden eine Lösung finden", sind sie sich sicher.