Für den bayerischen Teil der Rhön soll ein Leader-Mountainbike-Projekt entwickelt werden. Die Grundüberlegungen wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verein Naturpark und Biosphärenreservat den Bürgermeistern und Vereinsmitgliedern von Geschäftsführer Klaus Spitzl und Jürgen Metz, Kreisentwicklung im Landkreis Bad Kissingen, vorgestellt.

Mountainbiken sei für die Rhön ein großes Thema. Bereits jetzt gebe es schon 1300 Kilometer Radwege in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, darunter rund 600 Kilometer Mountainbikewege - 400 Kilometer in Rhön-Grabfeld und 200 Kilometer im Landkreis Bad Kissingen. "Im Rhönervorland fehlen Mountainbikewege, da seit 2004 in das Projekt nicht mehr investiert wurde", erklärte Spitzl. Darunter falle der südliche Bereich der Rhön, aber auch der Bereich zu Thüringen wie auch der Anschluss an die Hassberge. "Die Ansprüche der Mountainbiker sind heute andere als vor zehn Jahren", ist Metz überzeugt. Daher sei es an der Zeit, das Projekt aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Im Vergleich zu anderen großen Mountainbike-Regionen habe die Rhön Nachholbedarf, vor allem in Sachen Navigation und medialer Darstellung von Wegen. "Wir haben bisher kein Tool, um Touren selbst zu planen", ergänzte Spitzl.


Vorhandene Wege nutzen

Folgende Grundprinzipien sollen gelten: Vorhandene Wege sollen genutzt werden, dabei kommen Wanderwege, Forstwege, Loipenwege und Pfade in Frage. Die Anlage von neuen Pfaden soll nur in wenigen Ausnahmefällen und auch nur, wenn dies durch Forst und Naturschutz vertretbar sei, vorgenommen werden. Denkbar wären neue Wege als Lückenschluss. Ausdrücklich betonten Metz und Spitzl, dass alle Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Gemeinde und den örtlichen Akteuren stattfinden werden.

Es werden keine künstlichen Wellen, Kurven oder Hindernisse angelegt. Die Länge eines Weges soll zwischen 25 und 50 Kilometern liegen, einen Asphaltanteil von unter 10 Prozent aufweisen und er sollte sich nicht im Bereich von Rückegassen im Wald befinden. Mindestens zwei Einstiegspunkte beispielsweise an Parkplätzen und ein geeigneter Pausenplatz sollen vorhanden sein. Ideal wären auch ein Streckenabschnitt mit Aussicht oder Aussichtspunkt, die Einbindung von geologischen, botanischen und kulturellen Besonderheiten sowie die Verbindung zu einer angrenzenden Strecke. "Wir wollen keinen Bikepark anlegen, wir wollen das vorhandene Wegenetz weiter entwickeln", betonte Metz.


Möglichkeiten der Erweiterung

Eine Bestandsanalyse soll erstellt werden, um die heute vorhandenen touristischen Angebote für Mountainbiker in der Rhön zu bewerten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Angebote erweitert und zu spezialisieren sind. Es gehe aber auch um die Nutzerfreundlichkeit der derzeitigen MTB-Beschilderung, welche Verbesserungen beziehungsweise welche Neuausrichtung gegebenenfalls aus heutiger Sicht notwendig und wünschenswert wäre. Tourenmaterialien sollen erstellt werden, wie GPS-Daten, Geländeprofile, Steckenbeschreibungen, Faltblätter und Internetwerbung. Natürlich werde die Vermarktung eine große Rolle spielen und die Stärkung von Sport- und Umweltpädagogik sowohl von lokalen Schulen als auch für andere relevante Akteure.

Landrat Thomas Bold verwies auf die touristische Bedeutung des Themas Mountainbike. Wer bereit sei, für ein Mountainbike beinahe soviel Geld wie für einen Kleinwagen auszugeben, der sei auch bereit, im Tourismus Geld anzulegen. Diese Zielgruppe für die Rhön zu interessieren und zu begeistern sei ein Ziel des Projektes. Zudem gehe es um Nutzerlenkung in einem sensiblen Gebiet.


Viele Gruppen einbinden

Eine Vielzahl von Gruppierungen und Institutionen werden an dem Projekt mitarbeiten und einbezogen werden. Nur im Miteinander, im Ausgleich der Interessen und im Konsens könne solch ein Projekt realisiert werden, hoben Metz und Spitzl hervor. Die Umsetzung soll in den Jahren 2015 bis 2017 erfolgen, derzeit findet die Antragstellung und die Auswahl geeigneter Firmen statt, die für die Konzepterstellung in Frage kommen.
Zwar ist das Projekt zunächst auf die Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen beschränkt, doch seine Ausweitung auf die benachbarten Bundesländer Hessen und Thüringen ist bereits angedacht.