Fast 40 Jugendliche sind es, die ins Platzer Gemeindehaus gekommen sind. Matthias Kohl vom alten Jugendrat, Bürgermeister Alexander Schneider (UWG) und die Jugendbeauftragten des Gemeinderats Ralph Regus und Thilo Schneider (beide UWG) sitzen auch dabei. Die Gemeinde hat alle ihre jungen Bürger zwischen zwölf und 24 Jahren per Post eingeladen. Die Stimmung ist locker. Man kennt sich im Markt.

Matthias Kohl blickt auf die vergangenen drei Jahre zurück. Einen Grillplatz haben die Jugendlichen gebaut, Ferienprogramme gestemmt und beim Weihnachtsmarkt eine Losbude betrieben und den Erlös gespendet. "Letztes Jahr ist es ein bisschen abgeflacht", sagt der 25-Jährige. Die Motivation sei den Jugendlichen ausgegangen. Bis auf ein Mädchen höre der alte Jugendrat auf. "Wir alle fänden es cool, wenn sich wieder Leute finden würden", sagt Kohl.

Von Skaterplatz bis Krimidinner

Zunächst fragt er in die Runde und sammelt Ideen. Ein Junge hätte gerne einen Skaterplatz, ein Mädchen macht darauf aufmerksam, dass am Bolzplatz ein Zaun fehlt. "Der Ball fällt immer in den Bach", erklärt sie. Auch etwas tollkühne Vorschläge fallen - ein Kühlschrank am Grillplatz zum Beispiel oder eine Toilette. Johanna Kohl, die schon im alten Jugendrat dabei war und weitermachen möchte, wirft die Idee eines Krimidinners in den Raum.

Matthias Kohl notiert sich alles, dann leitet er die Wahl des neuen Jugendrats. Acht junge Menschen - alle sind noch nicht volljährig - melden sich. Nach kurzer Rücksprache entscheidet Kohl, dass über die Kandidaten nicht einzeln abgestimmt wird. Per Handzeichen sichern die Jugendlichen ihrer neuen Vertretung die Unterstützung zu. Das Vorgehen ist unkompliziert und unbürokratisch. Die Freude über die gelungene Fortsetzung der Arbeit des Jugendrats ist Kohl anzusehen.

Anerkennung aus dem Landratsamt

Auch Bürgermeister Schneider freut sich. "Ihr könnt ins Rathaus in unser Sitzungszimmer", bietet er den Jugendlichen an. Nun solle es eine Übergabe vom alten an den neuen Jugendrat geben. Im Herbst sei der nächste Jugendstammtisch angedacht. "Wir haben eine tolle Gemeinde, von Jung bis Alt", sagt der Bürgermeister.

Den Jugendrat angestoßen hatte einst der Landkreis Bad Kissingen mit dem Projekt "Demographie", das vor allem die Anliegen jüngerer und älterer Bürger der Region in den Fokus nahm. "Den jungen Menschen ist Anerkennung zu zollen, denn sie zeigen mit ihrem Engagement, dass ihnen das Mitgestalten der Heimatkommune wichtig ist und die Belange junger Menschen vor Ort gehört werden sollen", würdigt die damalige Projektleiterin Antje Rink den Einsatz der Jugendlichen in Geroda. Soweit ihr bekannt ist, gibt es nur noch in der Stadt Bad Kissingen einen offiziellen Jugendbeirat, der Wünsche und Ideen der Jugendlichen an die verantwortlichen Kommunalpolitiker heranträgt.

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