Alles startete mit der Fortbildung einer der Erzieherinnen des Bischofsheimer Kindergartens im Rahmen der "Aktion Grundwasserschutz - Trinkwasser für Unterfranken", die von der Regierung von Unterfranken angeboten wurde. Es ging darum, das Projekt "Wasser-Kitas" allen unterfränkischen Kindertageseinrichtungen vorzustellen, um so früh wie möglich mit "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu beginnen. Nun ist der Kindergarten Bischofsheim einer der zwölf "Wasser-Kitas" Unterfrankens.

Schnell war dem Team im Bischofsheimer Kindergarten klar, dass sie eine der zwölf Konsultationseinrichtungen, also eine "Wasser-Kita" werden wollen.


Wie kommt das Salz ins Meer

Es wurde ein Konzept erarbeitet und erste Wasserprojekte mit den Kindern ausprobiert. Drei Wochen drehte sich im Bischofsheimer Kindergarten alles um das Wasser. Da ging es um Fragen, wie das Salz ins Meer kommt, wie viel Wasser andere Länder zur Verfügung haben, und wie wichtig Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen ist. Alle Ergebnisse der drei Wochen dokumentierten Plakate, präsentiert auf der "Wasserprojektwand" im Eingangsbereich.

Es wurde aber auch eifrig gebaut, zum Beispiel ein Wasserfilterturm, mit dem schmutziges Wasser auf ganz natürlichem Wege gereinigt wurde. "Wir waren als Wasserpolizei unterwegs und haben verschiedene Wasserstellen in Bischofsheim von Unrat befreit", erklärte die stellvertretende Kindergartenleiterin Luisa Happel. Zum Abschluss wurde Wasserwart Frank Gerken und das Wasserwerk besucht. "Wir haben erfahren, woher unser Trinkwasser kommt, wo und wie es gelagert wird, und wie es zu den Wohnungen transportiert wird." Aufgrund all dieser Aktionen wurde der Bischofsheimer Kindergarten als Kooperationseinrichtung ausgewählt und bekam eine Wasserkiste, um sich auch weiterhin mit dem Element Wasser beschäftigen zu können.


Materialien zum Experimentieren

Die Wasserkiste enthält verschiedene Experimentiermaterialien zum Forschen im Kindergarten, aber auch für draußen. Da gibt es Becherlupen, um Kleinstlebewesen beobachten zu können, verschiedene Lebensmittel wie Salz, Zucker, Brause und Lebensmittelfarben, um Wasser mit unterschiedlichem Geschmack testen zu können. Für die Erzieher existieren Handbücher und Informationsmaterial mit einer Vielzahl an Ideen, um mit Kindergarten- und Vorschulkindern das Thema zu bearbeiten.


Kostenfreie Fortbildung

Der Regierung von Unterfranken sei es darum gegangen, möglichst pro Landkreis, beziehungsweise kreisfreier Stadt in Unterfranken, eine Kooperationseinrichtung zu finden, erklärte Happel. Diese Einrichtungen erhalten eine kostenfreie Fortbildung für das gesamte Team zum Schwerpunkt "Wasser" sowie verschiedene Materialien der Aktion Grundwasserschutz zum Einsatz in den Kindergärten.

Dafür verpflichten diese sich, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Öffentlichkeit und auch an andere interessierte Kindertageseinrichtungen weiterzugeben, in dem beispielsweise die Möglichkeit von Hospitationen eingeräumt werde, um die einzelnen Module kennen und anwenden zu lernen. Die Schulung des Bischofsheimer Teams wurde von Sabine Lorenz von der Umweltstation Lias Grube (Eggolsheim) vorgenommen. Zunächst gab es eine globale Betrachtung des Themas Wasser, vom "blauen Planeten" bis hin zur Verteilung der weltweiten Wasserreserven. Es ging dabei um soziale, gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Fragen. Zudem gab sie einen Leitfaden für die pädagogische Arbeit als Kooperationseinrichtung.


Bis 2017 "Wasser-Kita"

Der zweite Teil handelte davon, Wasser ganz praktisch zu erleben und selbst einige Experimente aus dem Bereich Umweltbildung durchzuführen. Da bot sich aufgrund der Jahreszeit natürlich so einiges mit Schnee an.
Der Bischofsheimer Kindergarten ist nun bis 2017 eine der unterfränkischen Konsultationseinrichtungen. "Wenn ein Kindergarten Interesse hat und sich informieren möchte, sind wir bereit, zu unterstützen", betonte Happel. Dem konnte auch die Vorsitzende des St. LiobaVereins, des Trägervereins des Kindergartens, Henderike Bootz nur zustimmen. Sie dankte dem Team für die Bereitschaft zur Fortbildung, um die Attraktivität des Bischofsheimer Kindergartens zu steigern.