Es riecht noch nach "ganz neu" in den Räumen der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Ab Montag ist hier Platz für zwölf Senioren. "Es geht darum, die Angehörigen zu entlasten", sagt Sabine Preisendorfer, Leiterin des Willy-Brandt-Hauses in der Buchwaldstraße. Nachdem im Herbst schon der Ambulante Pflegedienst in den Kalkgrund umgezogen ist, erweitert die Awo ihr Angebot nun noch um die Tagespflege - ebenfalls im Kalkgrund.

Die Tagespflege ist wochentags von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet. "Wir haben schon fünf, sechs Interessenten", berichtet Preisendörfer. Ab Montag können sich die Angehörigen ein Bild von den Räumen und dem Team um Micha Klapp machen. Er übernimmt die Leitung des neuen Bereichs - und ist in Bad Brückenau kein Unbekannter.

Finanzielle Unterstützung für Angehörige

"Schon als 15-Jähriger bin ich mit meinem Mofa hoch zur Awo", erzählt Klapp. Mutter und Schwester arbeiteten hier, Klapp selbst machte seinen Zivildienst bei der Awo und blieb dem Haus zehn Jahre erhalten, von 1997 bis 2002 leitete er den Ambulanten Pflegedienst. Nach Stationen in Nürnberg und Bad Kissingen kehrt er nun zurück.

Bisher gab es bei der Awo nur drei Plätze für Senioren, die tagsüber eine Betreuung brauchen. Preisendorfer weist darauf hin, dass es seit Januar durch das Pflegestärkungsgesetz mehr Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt. "Das neue Gesetz ist besonders für die Angehörigen interessant", sagt Preisendorfer.

Die Tagespflege richtet sich übrigens auch an die Region. "Wir haben einen Fahr-Service gewinnen können", freut sich Preisendörfer.


Hintergrund zum Pflegestärkungsgesetz:

Pflege zuhause Erstens: Mit der Pflegesachleistung zahlt die Krankenkasse Pflegekräfte dafür, dass sie die häusliche Grundpflege übernehmen. Mehr Geld bedeutet: mehr Pflege für den Patienten und weniger eigene Kosten. Zweitens wird das Pflegegeld um zwischen 2,5 und vier Prozent angehoben. Es unterstützt die Angehörigen, die ein Familienmitglied zuhause versorgen. Drittens: Wenn der pflegende Angehörige ausfällt, muss Ersatz her. Die Krankenkassen zahlen ab Januar bis zu zwei Wochen länger 66 Euro mehr. Reicht das Geld nicht aus, besteht außerdem die Möglichkeit , bis zu 806 Euro zusätzlich aus der Kurzzeitpflege zu beantragen.

Pflege im Heim Die Kasse übernimmt bei der Kurzzeitpflege 1612 statt bislang 1550 Euro. Die Leistungen für die vollstationäre Unterbringung im Pflegeheim werden um vier Prozent je Pflegestufe erhöht.

Kontakt Wer sich über die Möglichkeiten der Tagespflege und das Pflegestärkungsgesetz informieren möchte, kann sich bei der Awo melden. Tel.: 09741/ 5553. Ansprechpartner sind Micha Klapp und Claudia Ditzel. lbo/uli