Fußball-Deutschland befindet sich nach der Pleite gegen Paraguay in einer Schockstarre. Jetzt fordern die Experten Konsequenzen.
In Deutschland herrscht nach dem frühen WM-Aus allgemeine Fassungslosigkeit. Was vor rund zwei Wochen mit einer optimistisch stimmenden Fußball-Party gegen Curacao begann, endete am frühen Dienstagmorgen (30. Juni 2026) mit einer schockierenden Niederlage gegen Underdog Paraguay.
Seit Abpfiff bestimmen allen voran zwei Themen die Diskussionsrunden der deutschen Fußball-Experten: der Ruf nach personellen Konsequenzen und immer wieder der Name Jürgen Klopp. Die Trainer-Ikone, die sich zuletzt - ob bewusst oder unbewusst - auch selbst ins Spiel um die Nachfolge von Julian Nagelsmann eingebracht hatte, reagierte nun auf die munter brodelnde Gerüchteküche.
Nagelsmann nach Paraguay-Pleite im Fokus - Kommt jetzt Klopp?
Ob Ex-Weltmeister wie Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Christoph Kramer und Mats Hummels oder frühere Nationalspieler wie Jens Lehmann und Dietmar Hamann - für sie alle kann und darf es ein "Weiter so" nach dem Desaster gegen das stark begrenzte Paraguay im WM-Sechzehntelfinale nicht geben. "Es schreit nach Konsequenzen", sagte Magenta-TV-Experte Hummels nach dem 3:4 im Elfmeterschießen von Foxborough gegen die Südamerikaner. Schon die Heim-EM unter dem nun stark kritisierten Bundestrainer Julian Nagelsmann sei besser dargestellt worden, als sie seiner Meinung nach war. 2024 scheiterte Deutschland im Viertelfinale unglücklich am späteren Europameister Spanien.
"Deswegen muss das ein Thema sein, sowohl glaube ich vom Bundestrainer selbst aus als auch vom Verband", forderte Hummels und sprach auch von Konsequenzen für den einen oder anderen Spieler, die ein "eventuell neuer Bundestrainer" zu treffen habe. Der Druck auf Nagelsmann dürfte nun immens werden. Schnell nach Spielschluss forderte nicht nur Bild: "Jetzt muss Klopp kommen." Natürlich wurde der frühere Coach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool in seiner Funktion als WM-Experte für MagentaTV darauf angesprochen. "Ich verstehe, dass jetzt mein Name ins Spiel kommt. Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen", sagte der 59-Jährige.
Der dürfte aber kommen. Denn die Kritik an Nagelsmann droht, zu einer Lawine zu werden. Gewohnt deutlich wurde der frühere Nationalspieler Hamann. "Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut", meinte Hamann beim irischen Sender RTÉ Sport. "In der Bundesliga guckt er vielleicht ein, zwei Spiele im Monat." In anderen Ligen sei er gar nicht präsent.
Harte Kritik von Didi Hamann: "Habe keine Sympathien für ihn"
Die WM-Vorbereitung von Nagelsmann sei mangelhaft gewesen. "Bei der Club-WM, wo in den Stadien gespielt wurde, hättest du die Umstände hier erfahren", sagte Hamann und verwies auf die Nationaltrainer Roberto Martinez (Portugal), Thomas Tuchel (England) und Didier Deschamps (Frankreich), die alle im Sommer 2025 in die USA gefahren seien. "Wer war nicht da? Unser Trainer", sagte Hamann und fällte ein vernichtendes persönliches Urteil: "Deswegen habe ich keine Sympathien für ihn."
Andere Experten äußerten sich hauptsächlich inhaltlich. "Du darfst gegen Paraguay nicht in die Verlängerung kommen", kritisierte der ZDF-Experte und 2014er-Weltmeister Kramer indirekt den Bundestrainer, der sich nach dem Spiel vor allem über das nicht gegebene Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung geärgert hatte. "Wir haben entschieden, dass sie so spielen können und dass wir uns am Ende über eine Schiedsrichterdiskussion beklagen", sagte Kramer und hielt dem entgegen: "Dazu darf es niemals kommen. Es war einfach zu wenig, um ein WM-Spiel, in dem es um alles geht, sodass es nur einen Sieger geben kann."