Lohnt sich die Anschaffung einer eigenen PV-Anlage für Privathaushalte auch künftig noch?
"Aufgrund der geplanten Änderung ist eine PV-Anlage dann sinnvoll, wenn ein hoher Eigenverbrauch vorliegt, d. h., die Einspeisung deutlich zurück geht", sagt der Energieberater. Das sei etwa dann der Fall, wenn zur PV-Anlage ein Batteriespeicher installiert wird und große Verbraucher, z. B. Wärmepumpe, E‑Auto, den Eigenverbrauch deutlich erhöhen.
Gut für Verbraucher: Die Anschaffungskosten für PV und Speicher seien gesunken und für typische private PV-Anlagen gelte immer noch die Regelung mit 0 Prozent Umsatzsteuer.
Bei hoher Einspeisung wird die PV-Anlage unrentabler
Die geplanten Änderungen beeinflussen die bislang 20 Jahre feste Vergütung, die es dann laut Bugert nicht mehr geben wird. "Bei hoher Einspeisung sind dann viele Anlagen leider nur sehr viel später wirtschaftlich und rentabel", sagt er. PV-Anlagen sind wirtschaftlich sehr viel schwieriger zu planen.
Was sollten Verbraucher bei der Planung einer neuen Anlage künftig besonders beachten?
Bei einer neuen PV-Anlage sollten Verbraucher künftig vor allem darauf achten, die Wirtschaftlichkeit nicht ausschließlich mit der heutigen EEG-Einspeisevergütung zu kalkulieren. "Gerade wegen der geplanten Änderungen wird die Kombination aus Eigenverbrauch, Anlagenpreis und Stromvermarktung wichtiger", sagt der Experte.
Ist es angesichts der Änderungen sinnvoll, eine PV-Anlage noch 2026 zu installieren, um sich die derzeitigen Rahmenbedingungen zu sichern?
"Aus Verbrauchersicht würde ich nicht allein wegen der geplanten EEG-Änderungen in Panik geraten und noch schnell 2026 installieren. Es gibt aber einen guten Grund, eine bereits geplante Anlage nicht unnötig zu verschieben", sagt Thomas Bugert.
Welche Anlagengröße ist für einen typischen Privathaushalt sinnvoll?
Sollte die Anlage eher auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch oder auf eine möglichst große Stromproduktion ausgelegt werden? "Eine typische Anlagengröße kann man nur schwer benennen", sagt Bugert.
Für die PV-Anlagengröße seien neben der verfügbaren Dachfläche und Ausrichtung sowie Verschattung, der Jahresstromverbrauch, der künftige Verbrauch durch z.B. Wärmepumpe, die Anschaffungskosten, der Speicher und die Höhe des Eigenverbrauchs entscheidend.
"Als Orientierung würde ich sagen: Zwei-Personen-Haushalt ca. 8 kWp, Vier-Personen-Haushalt und höherer Verbrauch ca. 10 bis 15 kWp und mit Wärmepumpe und Elektroauto über 15 kWp."
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich und wann eher nicht?
Entscheidend ist laut Bugert, ob der Speicher die zusätzliche Investition durch eingesparte Strombezugskosten tatsächlich wieder erwirtschaftet.
Das wird dem Experten zufolge dann der Fall sein, wenn:
- der Solarstrom, der mittags anfällt, im Haushalt wenig direkt verbraucht wird
- abends und nachts relativ viel Strom benötigt wird
- der Speicher nicht überdimensioniert ist und der Speicher zu einem vernünftigen Preis angeboten wird
Sollte ein Batteriespeicher von Anfang an eingeplant werden oder kann es sinnvoll sein, später nachzurüsten?
Ein Batteriespeicher muss dem Experten zufolge nicht zwingend von Anfang an installiert werden, macht aber Sinn, wenn damit der Eigenverbrauch deutlich erhöht werden kann. "Dann kann ein abgestimmtes Gesamtsystem aus PV, Wechselrichter, Speicher und Energiemanagement Vorteile haben", sagt er.
Gibt es Fälle, in denen sich eine PV-Anlage für einen Privathaushalt künftig nicht mehr lohnt?
"Es wird auch künftig Fälle geben, in denen sich eine PV-Anlage für einen Privathaushalt wirtschaftlich nicht oder nur sehr schlecht rechnet", ist sich Energieberater Bugert sicher. Das dürfte ihm zufolge aber eher an den individuellen Rahmenbedingungen liegen als allein an der geplanten EEG-Änderung. Insbesondere sei das bei teureren, zu großen Speichern oder unnötigen Zusatzkomponenten der Fall.
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