"Wurde ohnmächtig": Ex-Tagesschau-Sprecher stürzt bei Glatteis - Seitenhieb an Nabu

1 Min

Jan Hofer stürzt bei Glatteis in Berlin – und schickt dem Nabu ein ironisches Dankeschön. Derweil streut FDP-Chef Dürr Salz aus Protest. Was steckt hinter alledem?

Ex-"Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer ist in Berlin bei Glatteis schwer gestürzt und hat sich daraufhin auf Instagram zu Wort gemeldet - durchaus kritisch gegenüber dem Naturschutzbund (Nabu). Der 76-Jährige berichtet dabei zunächst von seinem Erlebnis am Donnerstag: "Ein total vereister Gehweg. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich da lag. Ich bin gestürzt, auf den Kopf gefallen, wurde ohnmächtig", erzählte er. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien über das Thema berichtet. 

Dank seiner Smartwatch sei ein Notruf an den Rettungsdienst geschickt worden. "Der war innerhalb von Minuten da, hat mir geholfen und auch gleich eine kleine Untersuchung angestellt. Das war sensationell. Das erste Mal herzlichen Dank", sagte der frühere Nachrichtensprecher und RTL-Moderator. 

"Total vereister Gehweg": Jan Hofer stürzt auf den Kopf und wird ohnmächtig

Mit erkennbarer Ironie fuhr er dann fort: "Das zweite Dankeschön geht aber an Nabu, dass Sie es möglich machen, dass die Bäume nicht beschädigt werden, dafür die Menschen aber stürzen und sich Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche einfangen. Herzlichen Dank."

 

Der Nabu hatte vor dem Verwaltungsgericht Berlin durchgesetzt, den privaten Einsatz von Streusalz zur Bekämpfung von Glatteis wieder zu verbieten. Die Umwelt- und Naturschutzorganisation wehrte sich damit erfolgreich gegen eine Allgemeinverfügung der Senatsumweltverwaltung. Die Richter entschieden am Mittwoch, die Verfügung entbehre einer rechtlichen Grundlage. 

Zuvor hatte Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDUes angesichts der Dauerglätte in der Hauptstadt Ende Januar den eigentlich aus Umweltgründen verbotenen Einsatz sogenannter Taumittel wie Streusalz per Allgemeinverfügung ausnahmsweise erlaubt. Die Genehmigung sollte zunächst bis zum 14. Februar gelten. Nabu-Geschäftsführerin Melanie von Orlow sagte dazu, Bonde habe mit der Entscheidung versucht, geltendes Recht außer Kraft zu setzen. "Ein pauschales Abweichen vom gesetzlichen Streusalzverbot ohne tragfähige rechtliche Grundlage ist inakzeptabel und hätte einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen." 

Streit um Streusalz-Einsatz in Berlin - FDP-Chef: "verrückt"

Derweil protestiert FDP-Chef Christian Dürr gegen das Verbot von Streusalz in Berlin auf seine eigene Art - und streut demonstrativ Salz auf einen Gehweg in der Hauptstadt. In einem Video auf dem Instagram-Account der Partei war die Aktion zu sehen. 

"Es kann nicht sein, dass sich der Staat in alles Mögliche dauernd einmischt, aber bei seinen Kernaufgaben völlig versagt", kritisierte der FDP-Chef darin das bestehende Verbot. Er forderte entsprechende Gesetzesänderungen in Berlin. Zuvor hatte die "Bild" über das Video berichtet. 

Der Einsatz von Streusalz ist für Privatpersonen in Berlin verboten, diese sind aber als Grundstückseigentümer für den Winterdienst auf anliegenden Gehwegen verantwortlich. Dürr bezeichnete es im Video als "verrückt", dass der Nabu klagen konnte und forderte daher, das Verbandsklagerecht abzuschaffen. 

Künftig könnte der Senat in Berlin das Salzverbot in Ausnahmefällen aber aufheben. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf haben CDU und SPD in Berlin ins Parlament eingebracht. Das Gesetz könnte aber frühestens in einem Monat in Kraft treten.

Vorschaubild: © RTL / Stefan Gregorowius