Warum wir essen, wenn wir uns langweilen

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Du hast Langeweile und der Weg führt zum Kühlschrank oder zur Snackschublade? Warum wir essen, wenn wir uns langweilen.

  • Unterschied zwischen Hunger und Appetit: Dann essen, wenn es Sinn macht
  • Emotionalität und Beschäftigung: Darum essen wir aus Langeweile
  • Diese Tipps helfen: So kannst du das Essen aus Langeweile vermeiden

Essen begleitet uns jeden Tag. Wir essen aber nicht immer, weil wir wirklich hungrig sind. Viele Menschen greifen auch dann zu Snacks, wenn sie eigentlich keinen körperlichen Hunger verspüren. Ein Grund ist dabei weitverbreitet: Langeweile. Doch warum ist das so? Wenn es dir auch so geht: Was kannst du dagegen tun? 

Unterschied zwischen Hunger und Appetit

Hunger und Appetit sind nicht dasselbe. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen physischem Hunger und der Lust, etwas zu essen. Körperlicher Hunger ist ein biologisches Signal des Körpers, das Energiebedarf anzeigt. Er entwickelt sich langsam und allmählich, kann durch jede Nahrung gestillt werden, egal welche. Auch verschwindet das Gefühl nach dem Essen.

Appetit hingegen ist oft ein Verlangen nach Genuss oder einer Ablenkung. Dieses Verlangen wird nicht durch den Energiebedarf des Körpers ausgelöst, sondern entsteht häufig durch äußere Reize oder Emotionen. Dazu gehören auch Langeweile oder Stress.

Kurz gesagt stecken hinter den Appetit-Attacken unsere Gefühle und Emotionen, nicht unser Erhaltungstrieb. Wir essen nicht immer, weil unser Körper Nahrung braucht, sondern oft, weil unser Gehirn nach Stimulation oder Belohnung verlangt.

Darum essen wir aus Langeweile

Forschungen zeigen, dass Langeweile eine emotionale Reaktion ist, die uns dazu bringt, Aktivitäten zu suchen, die das Gefühl innerer Leere oder Unterforderung reduzieren. Essen wird so zu einer sozial akzeptierten und leicht verfügbaren Beschäftigung. Kurzfristig werden wir aktiviert und belohnen uns gleichzeitig. Studien zur emotionalen Ess-Skala zeigen zudem, dass Langeweile ein eigener und starker Treiber des emotionalen Essens sein kann, der sich von anderen negativen Gefühlen unterscheidet. 

Dein Gehirn verbindet Essen, insbesondere kalorienreiche und sehr leckere Nahrungsmittel, mit positiven Empfindungen oder Erinnerungen. Süßes oder Fettiges stimuliert die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin. Solche Nahrungsmittel dienen dir kurzfristig als Belohnung, unabhängig davon, ob physischer Hunger vorhanden ist.

Langweilige Situationen, wie etwa Fernsehen, auf Social Media scrollen oder Monotonie am Arbeitsplatz, schaffen oft Gelegenheiten zum Essen, auch ohne dass du Hunger hast. Sind sie einmal zur Routine geworden, verknüpft unser Gehirn bestimmte Aktivitäten automatisch mit Nahrungsaufnahme. Diese Verknüpfung kann zu einem unbewussten Snackverhalten führen.

So kannst du das Essen aus Langeweile vermeiden

Um nicht mehr aus Langeweile zu essen, schaffe dir dafür ein Bewusstsein. Der erste Schritt ist, zu erkennen, warum du essen möchtest. Frag dich: "Bin ich wirklich hungrig oder suche ich nur Beschäftigung?" Bewusstes Nachfragen kann impulsives Snacken reduzieren.

Statt automatisch zum Essen zu greifen, kannst du gezielt alternative Tätigkeiten wählen, zum Beispiel kurze Spaziergänge, dich im Wohnzimmer dehnen, etwas Kreatives machen, Lesen, Schreiben oder Basteln. Oder einfach soziale Kontakte zu Menschen in der Realität und nicht auf Social Media pflegen.

Feste Essenszeiten und ausgewogene Mahlzeiten mit Proteinen, Ballaststoffen und gesunden Fetten können echten Hunger besser sättigen und das Verlangen nach Snacks reduzieren. Achtsames Essen hilft außerdem dabei, zu erkennen, ob du essen musst, weil du Hunger hast, oder ob es eher Appetit ist. Du kannst auch in deine Gewohnheiten integrieren, dass du etwas Wasser trinkst, bevor du naschen möchtest. So kannst du automatisches Verhalten durchbrechen.

Vorschaubild: © Konstantin Postumitenko/AdobeStock