Nach den Weihnachtsfeiertagen ist die 7-Tage-Inzidenz in vielen Regionen Deutschlands gesunken. Auch wenn die Infektionszahlen wohl nur unvollständig erhoben wurden, scheint dies eine gute Nachricht zu sein. Doch die Angst vor der Omikron-Welle ist groß - einige Experten hatten deshalb schon von einer "Omikron-Wand" gesprochen.

Dies hätte zudem auch für Nichtinfizierte massive Auswirkungen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sepp Müller, befürchtet, dass Deutschland geradewegs in eine "Massenquarantäne" renne, sollten die Quarantäne-Regelungen in den kommenden Tagen nicht geändert werden. Ihm pflichtete nun auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei: "Natürlich müssen wir die derzeitigen Quarantäne-Regeln überprüfen. Wir können bei einer rasant wachsenden Epidemie nicht einfach das ganze Land von einem Tag auf den anderen lahmlegen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Wegen Omikron: Unionspolitiker fordern Anpassung der Quarantäne-Regeln

Wie der Unionspolitiker Müller gegenüber der Welt betonte, brauche man "gerade für Geimpfte und Genesene Freitestmöglichkeiten, und zwar nach fünf Tagen. Geboosterte, die keine Symptome aufweisen, sollten bei einer Woche täglicher Schnelltestungen gar nicht in Quarantäne gehen müssen."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte bereits am Sonntag in der Welt gewarnt: "Die aktuell gültigen Quarantäneregeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung – wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken".  Denn im Zweifelsfall gehe es hier nicht nur um die kritische Infrastruktur, sondern um das ganz normale Leben der Menschen. Die Bundesregierung müsse jetzt schnell einen Vorschlag dazu machen, forderte Söder am Dienstag. Einige andere Staaten haben die entsprechenden Regeln wegen Omikron schon geändert.

Hintergrund ist ein Szenario, in denen die deutliche ansteckendere Omikron-Variante zu einer Explosion der Fallzahlen führen würde und sich bis zu 700.000 Menschen täglich mit Corona infizieren könnten. In diesem Fall würde schon allein durch die Quarantänebestimmungen das öffentliche Leben größtenteils zusammenbrechen. 

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