Fürth
1. FC Nürnberg

FCN: Derbyzeit in Franken - so könnten die Teams in Fürth spielen

Bühne frei fürs 265. Frankenderby: Am Sonntag trifft der 1. FC Nürnberg im Sportpark Ronhof auf die SpVgg Greuther Fürth. So könnten die Mannschaften auflaufen.
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Kommenden Sonntag wird es heiß im Frankenland:  Der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth treffen im 265. Frankenderby aufeinander. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Kommenden Sonntag wird es heiß im Frankenland: Der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth treffen im 265. Frankenderby aufeinander. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Frankenderby Nummer 265 zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg: Kommenden Sonntag, 24. November 2019, ist es wieder soweit! Zum 265. Mal treffen sich um 13.30 Uhr der FCN und das Kleeblatt zum fußballerischen Kräftemessen.

Es ist mit Sicherheit ein besonderes Frankenderby, denn für Jens Keller ist es nicht nur das erste Derby gegen die Spielvereinigung, sondern sogar das erste Pflichtspiel als FCN-Trainer. Der Trainer fordert von seiner Mannschaft die nötige Aggressivität, Cleverness und Abgeklärtheit. Das wichtigste sei es, einen kühlen Kopf zu bewahren, sagte der Coach.

FCN: So könnte der 1. FC Nürnberg auflaufen

  • System: 4-2-3-1
  • Tor: Zum ersten Mal wird beim Frankenderby der Neuzugang Felix Dornebusch das Tor der Cluberer hüten.
  • Abwehr:Die Außenverteidigung wird wahrscheinlich von Tim Handwerker (links) und Enrico Valentini (rechts) gebildet. In der Innenverteidigung stehen Asger Sörensen und Lukas Mühl hoch im Kurs.
  • Mittelfeld: Auf der Doppelsechs könnte Neutrainer Jens Keller auf Patrick Erras und Johannes Geis vertrauen. Davor bilden Robin Hack, Nikola Dovedan und Iuri Medeiros eine offensive Dreierkette.
  • Sturm: Als einziger Stürmer könnte Michael Frey auflaufen.

SpVgg Greuther Fürth: So könnte das Kleeblatt auflaufen

  • System: 4-2-3-1
  • Tor: Das Kleeblatt-Tor wird Sascha Burchert hüten
  • Abwehr: In der Viererkette könnten auflaufen: Maximilian Wittek (links) und Marco Meyerhöfer (rechts), im Zentrum Kapitän Marco Caligiuri und Maximilian Bauer.
  • Mittelfeld: Hier werden aller Voraussicht nach Paul Seguin und Sebastian Ernst auflaufen, davor Havard Nielsen. Julian Green fehlt wohl aufgrund seiner Knieverletzung
  • Sturm: Tobias Mohr und Branimir Hrgota stürmen auf den Flügeln, im Zentrum wird wohl Daniel Keita-Ruel beginnen.

Frankenderby 265: Die Mutter aller Derbys ist eine Fränkin

Liverpool gegen Manchester, Real Madrid gegen Barcelona, Celtic gegen Rangers: So ziemlich jede Profiliga hat ein geschichtsträchtiges, emotional aufgeladenes Derby. In Deutschland wird häufig das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 angeführt. Das ist aber Quatsch! Die Mutter aller Derbys kommt aus Franken.

Der 1900 gegründete 1. FC Nürnberg und die 1903 gegründete Spielvereinigung Fürth duellierten sich erstmals 1902. Zu diesem Zeitpunkt trat der Club aber gegen den TV 1860 Fürth an und gewann 15:0. Am 18. September 1904 fand dann das erste Derby gegen die SpVgg Fürth statt, das Nürnberg mit 3:0 gewann. Inzwischen trafen beide Kontrahenten ganze 264 Mal aufeinander. Zum Vergleich: Die Partie Borussia Dortmund gegen Schalke 04 gab es bislang nur 179 Mal.

Fußballhochburg Franken: Die besondere Brisanz des Derbys zwischen dem FCN und der SpVgg Greuther Fürth

Besondere Brisanz erhält das Frankenderby durch die historische Bedeutung Frankens für den deutschen Fußball. Vor allem in den 1920ern dominierten die beiden fränkischen Vereine das Fußballgeschehen in Deutschland. Das machte sich auch in der Nationalmannschaft bemerkbar. Für ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Amsterdam wurden 1924 ausschließlich Spieler aus Nürnberg und Fürth nominiert. Weil die sich aber nur wenige Tage zuvor beim 76. Derby auf heftigste Art und Weise beackerten, reiste die Nationalmannschaft zwar im selben Zug, aber in verschiedenen Abteilen in die Niederlande - die Fürther im vorderen, die Nürnberger im hinteren Teil des Zuges. Die Nationalelf gewann die Begegnung. Der Fürther Karl Auer erzielte den Siegtreffer, doch während die Fürther Spieler noch nach dem Abpfiff auf dem Rasen feierten, verschwanden die "Glubberer" der Nationalmannschaft in den Kabinen.

FCN führt die Statistik an - Fürth holt aber auf

In 139 der 264 Partien behielten die Schwarz-roten die Oberhand. 47 Spiele endeten unentschieden, die restlichen 76 Duelle entschieden die Fürther für sich. Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass bei dieser Rechnung noch zwei Spiele fehlen: die wurden nämlich abgebrochen, eines davon vor dem Sportgericht für Fürth gewertet.

Frankenderby: Brisanz durch Nähe

Weniger als 15 Kilometer liegen zwischen dem Max-Morlock-Stadion in Nürnberg und dem Fürther Stadion, das inzwischen "Sportpark Ronhof Thomas Sommer" heißt. Was Fußball angeht, trennen die Anhänger beider Vereine jedoch Welten. Und das gewissermaßen traditionsbedingt. Schon am 6. Oktober 1929 machte ein Frankenderby aufgrund seiner Härte Schlagzeilen: Dort hagelte es neben drei Platzverweisen stolze 87 Freistöße, Endstand war 1:1. Im Jahr 2004 und 2009 sorgten Nürnberger Fans für Furore, als sie rund 3000 Anhänger mobilisierten und einen Fanmarsch zum Frankenderby in die ungeliebte Nachbarstadt organisierten. Einen unrühmlichen Höhepunkt stellte der Feuerlöscher-Wurfeines Nürnberger Anhängers 2014 dar.

Dass derartige Emotionalität für den eigenen Verein aber durchaus auch positiv sein kann, zeigt ein Rekord, den beide Fanlager bis heute zusammen innehaben: In der Saison 1996/1997, als beide Teams in der Regionalliga Süd (damals dritte Spielklasse) zugange waren, trafen die Rivalen im DFB-Pokal aufeinander. Diese Partie hält bis heute den Rekord für ein Pokalspiel zwischen Drittligisten. 44.181 Zuschauer sahen sich die Begegnung live an.

Wo kann ich das 265. Frankenderby sehen?

Wer kein Ticket für das Spiel ergattern konnte, der hat die Möglichkeit das Spiel beim Bezahlsender Sky zu sehen.

FCN gegen Fürth: Eine Chronologie zum Frankenderby

Am Anfang war ein Schützenfest. Mit 15:0 gewann Nürnberg im Jahr 1902 die Erstauflage des Nachbarschaftskampfes. Ein Jahr später konnten die Fürther ihr erstes Tor gegen den Nachbarn bejubeln, die Partie wurde aber wegen Schneefalls abgebrochen. Sieben Jahre danach gelang Fürth beim 2:1 der erste Sieg.

Fürth kam zuerst zu Meisterehren, nach 1914 wurde auch noch 1926 und 1929 der deutsche Meistertitel geholt. Umso schöner war die erste Meisterschaft für den Club: Ausgerechnet ein 2:0 gegen den Nachbarn bescherte Nürnberg im Endspiel 1920 den ersten seiner neun Meistertitel. 35 000 Zuschauer verfolgten das Finale, selbst Busse und Leitern mussten für Zaungäste herhalten.

Überhaupt waren die fränkischen Gipfeltreffen in den 1920er Jahren fast schon legendär. Beide Teams stellten den Großteil der Nationalmannschaft, zu deren Partien die Spieler aber, etwa bei einem Auftritt in Amsterdam, strikt getrennt in verschiedenen Zugwaggons reisten.

Nicht immer war das Derby aber auch ein fußballerischer Leckerbissen. Am 6. Oktober 1929 verzeichnete die Statistik drei Platzverweise - zwei gegen Nürnberg, einen gegen Fürth. "Von einem Verlauf kann man wohl nicht gut sprechen. Wohl aber von einer Verhauerei. Von einer Holzauktion. Von einem Ereignis, über das man am besten gleich zwei Mäntel der christlichen Nächstenliebe deckt", urteilte damals ein Zeitungsautor. Beim Fürther Sieg im Pokal-Derby 2011 wurde es neben dem Platz ungemütlich, als rund 100 Nürnberger Fans den Innenraum stürmten und Fürther Anhänger attackierten.

Hoch her ging es auch 1973, als im Fürther Ronhof das 209. Derby angesichts zu aggressiver Club-Fans abgebrochen werden musste. Dass die fränkischen Derbys allemal etwas Besonderes sind, zeigte sich in der Saison 1996/97: Damals lockte die Partie 45.000 Zuschauer an - bei einem Drittliga-Spiel!

Einen desaströsen Sommerabend erlebte der FCN im August 2014. Mit einem 1:5 wurde die Mannschaft des damaligen Trainers Valérien Ismaël von den Fürthern aus dem Stadion geschossen. "Das war ein Debakel, ein rabenschwarzer Tag in der Geschichte des Clubs, urteilte der damalige Sportchef Wolfgang Wolf nach der 257. Kraftprobe.

Auch das 262. Frankenderby im März 2017 verlor der 1. FC Nürnberg. In einem zerfahrenen und hitzigen Nachbarschaftsduell bescherte Robert Zulj den Fürther Hausherren mit einem abgefälschten Treffer den 1:0-Erfolg. Nur zwei Tage nach der Niederlage war für den damaligen Club-Coach Alois Schwartz Schluss.

Derby Nummer 263 entschied der FCN für mit 3:1 für sich. Aus dem Ronhof entführten die Nürnberger im September 2017 drei Punkte. Mikael Ishak, Cedric Teuchert und Hanno Behrens trafen seinerzeit für den Club, Jürgen Gjasula per Elfmeter für Fürth.

Das letzte Frankenderby entschieden wiederum die Fürther für sich. Im März 2018 sorgten Khaled Narey und Daniel Steiniger für die Kleeblatt-Tore, während der FCN mit Trainer Michael Köllner torlos blieb. Trotz der Derby-Niederlage stieg der FCN am Ende der Saison in die 1. Liga auf, weshalb es seither zu keinem Derby mehr kam.

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