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Rock im Park 2019: Polizei und Veranstalter ziehen Fazit - so war das Festival für die Verantwortlichen

Veranstalter, Polizei, Feuerwehr und andere Verantwortliche haben sich zufrieden gezeigt: Am letzten Tag von Rock im Park 2019 zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Die Zahl der Körperverletzungen ist zwar angestiegen, bewegt sich aber auf einem niedrigen Niveau.
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Am Sonntagnachmittag fassten die Verantwortlichen von Rock im Park 2019 das Festival zusammen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Am Sonntagnachmittag fassten die Verantwortlichen von Rock im Park 2019 das Festival zusammen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Rock im Park 2019 lief nicht problemlos ab. Der Eichenprozessionsspinner, die Toilettenproblematik und die Zunahme von Körperverletzung vermiesten dem ein oder anderen Besucher das Festivalwochenende.

Rock im Park 2019 im Ticker: Alle Infos und Nachrichten gibts hier zum Nachlesen

Rock im Park 2019: 3000 Menschen mussten versorgt werden

Nein, problemfrei lief Rock im Park 2019 nicht ab. Bereits im Vorfeld machten Eichenprozessionsspinner den Veranstaltern Schwierigkeiten.Seit Montag, 3. Juni, waren mehrere Teams in Schutzkleidung und mit insgesamt 16 Hubbühnen im Einsatz, um der Plage Herr zu werden. Für Martin Reitmeier vom Veranstalter Argo ein altbekanntes Problem in dem Gebiet. "Das ist ein Kampf gegen Windmühlen". Während man die Lage am Mittwoch bereits einigermaßen unter Kontrolle hatte, tauchten die Biester im Laufe des Festivals an vielen Stellen wieder auf. Sie dann zu bekämpfen, ist laut Reitmeier schwierig: Wenn man die Raupen einsaugt, verteilt man die Fäden gleichzeitig in der Luft - während das Festivalgelände gefüllt ist, ist dieses Vorgehen nicht sinnvoll.

Das Ergebnis: Während man im Jahr 2018 nur knapp 10 Fälle hatte, waren es bis Sonntagmittag 152 Menschen, die durch Eichenprozessionsspinner Probleme bekamen. Jürgen Kohl vom BRK geht davon aus, dass diese Zahl noch auf über 200 steigen wird. Dabei blieben schwere Fälle glücklicherweise aus: Schließlich kann ein allergischer Schock sogar bis zum Tod führen.

Insgesamt behandelten die Sanitäter über 3000 Menschen - meist jedoch wegen leichterer Probleme wie Blasenerkrankungen oder Kopfweh. Am Ende werden es wohl 3500 Menschen sein - und damit nicht mehr als 2018, als aber deutlich weniger Menschen aufs Zeppelinfeld strömten. Schließlich war RiP 2019 mit 72.500 Besuchern beinahe ausverkauft. Kein Wunder also, dass Veranstalter Reitmeier das Festival als Erfolg wertet. "Wir haben unsere Vorrangstellung ausgebaut", sagte Reitmeier.

Tag 2 RIP 2019: Jetzt fallen alle Hemmungen, so war der Samstag bei Rock im Park

Toilettenprobleme und mehr Körperverletzungen bei RiP 2019

Und das obwohl die Toilettenproblematik zwischendurch für Probleme gesorgt hatte: Eine Vielzahl moderner Vakuum-Toiletten versagte vor allem am Freitag ihren Dienst.Nach mehreren erfolglosen Versuchen, sie zu reparieren, wurden sie am Samstag durch herkömmliche Dixi-Klos ersetzt. Ob die Besucher deswegen, wie in einer Online-Petition gefordert, einen Teil des Eintrittspreises ersetzt bekommen, werde in den nächsten Tagen geprüft, erklärte Reitmeier.

Die Frustration aufgrund der Toilettensituation könnte es laut Polizeidirektor Herbert Donner auch gewesen sein, die zu der Zunahme von Körperverletzungen in diesem Jahr geführt hat. 14 Anzeigen habe es deswegen bisher gegeben. Trotzdem sei das Festival aus Sicht der Polizei ein Erfolg: Donner verglich das Festival mit einer "normalen" Kerwa, bei der bei deutlich weniger Besuchern häufig deutlich mehr Körperverletzungen verzeichnet werden. Insgesamt seien bisher nur 55 Straftaten angezeigt wurden. Zum Vergleich: 155 Anzeigen allein wegen des BtmG gab es dieses Jahr beim Zwillingsfestival Rock am Ring. 21 Diebstähle wurden in Nürnberg angezeigt, außerdem drei Fälle sexuellen Übergriffs.

Gerade letztere seien schwer einzuordnen: Die Spannweite sexueller Übergriffe sei groß - sie reiche von einfachen "Grapschern" bis hin zu Vergewaltigungen, so Donner. Allerdings werde die Aufarbeitung der Fälle noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Positiv bewerteten alle Beteiligten - von Veranstalter, über Feuerwehr, BRK bis Polizei - dass exzessiver Alkoholkonsum 2019 deutlich weniger Probleme verursacht habe. Die Rettungsdienste behandelten nur 73 Menschen mit durch Alkohol verursachten Problemen. 2018 waren es noch 150 gewesen. Besonders positiv für Kohl: In keinem Fall war der oder die Betroffene unter 18 Jahre alt - "das waren früher noch deutlich mehr", so Kohl.

Auch die Feuerwehr zog ein positives Fazit: Es habe keine größeren Einsätze gegeben, sagte Sprecher Günther Schultes. Für einigen (Prüf-) Aufwand haben im Vorfeld nur die geplanten Auftritte der Bands gesorgt - schließlich seien dieses Jahr besonders viele pyrotechnischen Effekte eingesetzt wurden. Und auch bei den Live-Auftritten sei das manchmal problematisch gewesen: "Ist das noch geplant - oder geht da gerade was schief?"

Die kuriosesten Fälle bei Rock im Park 2019: Die Feuerwehr resümiert

Ansonsten sei die Feuerwehr "Mädchen für Alles", so Schultes - und zählte einige kuriose Einsätze auf: So musste man jemand vom Klo befreien, weil sich die Tür von innen nicht mehr öffnen ließ. Ein anderer Besucher habe sich so ungünstig in einem Bauzaun eingeklemmt, dass auch hier die Feuerwehr anrücken und ihn befreien musste. Außerdem habe man einen Schwan gerettet, der sich scheinbar den Fuß gebrochen hatte. Bei über 50.000 Menschen, die auf engsten Raum zelteten, sei das eine überschaubare Zahl von Einsätzen, so Schultes. Und schloss mit einem Dank an alle Besucher: Dass die Veranstaltung so gut lief, sei vor allem auch den Besuchern zu verdanken. "Danke dafür", schloss Schultes. Auch Polizei, BRK und Veranstalter schlossen sich diesem Fazit an.

Rock im Park 2020: Der Vorverkauf startet schon bald

Die Vorfreude auf die 25. Ausgabe von Rock im Park kann also beginnen: Vom 5. Bis zum 7. Juni 2020 ist es wieder soweit- die Rocker können aufs Zeppelinfeld strömen. Wer sich schnell Karten sichern will, hat dafür schon am Dienstag, 11. Juni, die erste Chance: Da startet um 12 Uhr der Verkauf des limitierten Frühbucherkontigents. Für 199 Euro können dann die ersten Kombitickets für das ganze Wochenende erworben werden.

Welche Bands dann auftreten werden, ist derweil noch nicht klar: Anders als im Vorjahr, als die Veranstalter bereits vor Ende des Festival mit den Ärzten einen der Headliner für das Jahr 2019 präsentieren konnten, sei man 2019 noch nicht so weit: Es werden Verhandlungen geführt, eine feste Verpflichtung für 2020 gäbe es aber noch nicht, so Reitmeier. Man darf also gespannt sein.

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