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Einkommen

Änderungen 2020: Was verdienen Bäcker, Friseure oder Kfz-Mechatroniker?

Ausbildungsberufe haben teils einen schweren Stand: Reicht das Gehalt in und nach der Ausbildung zum Leben? Was bringen Weiterbildungen? Hat der Beruf noch eine Zukunft? Die Wahl des Berufs hängt an vielen Punkten, inFranken.de fasst die Unterschiede zusammen.
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In den Ausbildungsberufen gibt es große Unterschiede hinsichtlich Bezahlung und Wertschätzung. Die zentralen Unterschiede klassischer Berufe haben wir zusammengefasst. Symbolfoto: nerudol/Adobe Stock
In den Ausbildungsberufen gibt es große Unterschiede hinsichtlich Bezahlung und Wertschätzung. Die zentralen Unterschiede klassischer Berufe haben wir zusammengefasst. Symbolfoto: nerudol/Adobe Stock

Handwerkliche Berufe oder Tätigkeitsfelder aus dem Dienstleistungssektor bauen auf eine solide Ausbildung in lokalen Betrieben. Als Grundlage für spätere Selbstständigkeit oder einen Meisterbrief müssen jedoch zuerst die Lehrjahre absolviert werden - meist mit mauer Ausbeute.

Gerade die verhältnismäßig niedrige Bezahlung schreckte in den letzten Jahren viele junge Leute von einer Ausbildung ab. Um diesen Weg attraktiver zu machen, gab es zum Jahr 2020 eine bedeutende Änderung: Der Azubi-Mindestlohn wurde für alle, die 2020 eine Ausbildung aufnehmen, auf mindestens 515 Euro im Monat festgelegt. Dieser Lohn kann sich je nach Betrieb jährlich erhöhen.

Doch einige Ausbildungsberufe sind hiervon ausgenommen: Für Pflegefachkräfte und schulische Gesundheitsberufe, wie Physiotherapeut, Logopäde oder Ergotherapeut, gelten eigene Gesetze.

Was verdienen eigentlich Bäcker, Friseure oder Kfz-Mechatroniker?

Aber wie schaut es dann nach der Ausbildung aus? Lohnt sich ein Meisterbrief? inFranken.de hat einige der klassischen Ausbildungsberufe in Lehre und späterem Arbeitsmarkt verglichen.

Bäcker

In den Backstuben Deutschlands dauert die Ausbildung zum Bäcker drei Jahre. Beginnend mit mindestens 515 Euro brutto im ersten Lehrjahr steigt das Gehalt im dritten Lehrjahr bis auf 750 Euro brutto an. Zum Berufseinstieg sind zwischen 1700 und 2100 Euro brutto realistisch.

Wer sich weiterbilden möchte, kann einen Meisterbrief machen. Dieses Vorhaben ist allerdings kostspielig: Rund 10.000 Euro muss in den Meisterkurs und die Lehrgangsgebühren investiert werden. Diese Kosten können allerdings durch die Beantragung von "Bafög" finanziert werden. Die zinsfreie Rückzahlung dauert später rund sechs Jahre. Der Meisterbrief lohnt sich allerdings: Als Bruttogehalt können durchschnittlich 2500 Euro brutto eingeplant werden. Die Krönung der Bäckerkarriere ist eine eigene Bäckerei. Die Selbstständigkeit ist allerdings mit weiteren Kosten verbunden.

Konditor

Auch als Künstler unter den Handwerkern bezeichnet, ist der Konditor das Pendant zum Bäcker. Bisher verdiente ein Konditor-Azubi im ersten Ausbildungsjahr ca. 330 Euro brutto. Hier hat der neue Mindestlohn also besonders positive Auswirkungen.

Die Berufswahl macht sich auch beim Einstiegsgehalt bemerkbar: 1500 bis 1700 Euro brutto können zu Berufsbeginn erwartet werden. Dieser Wert kann je nach Betrieb auf bis zu 2000 Euro steigen.

Potenzielle Weiterbildungen stellen der/die Bäckereifachverkäufer/-in oder der Meisterbrief dar. Die Kosten für den Meisterbrief bewegen sich in gleicher Höhe wie bei einem Bäcker.

Metzger und Fleischer

Fachangestellte, die mit der Herstellung und Verarbeitung von Fleisch- und Wurstwaren beschäftigt sind, steigen mit einem Bruttogehalt zwischen 1800 und 1900 Euro in den Beruf ein. Die Ausbildung beginnt mit 515 Euro und steigt im dritten Jahr auf bis zu 880 Euro.

Mit Meisterbrief steigt das Bruttogehalt auf bis zu 3000 Euro. Mit Abitur (während der Ausbildung möglich) gibt es auch die Variante Ernährungswissenschaften im Bachelor (und Master) zu studieren, was Zugang zur Forschung auf diesem Berufsfeld bieten könnte.

Kfz-Mechatroniker

Die Ausbildung zum Mechatroniker in einem Kfz-Betrieb, wie einer Autowerkstatt dauert ganze vier Jahre. Beginnend mit 515 Euro steigt das Ausbildungsgehalt bis auf 870 Euro - hier gibt es jedoch besonders häufig Unterschiede zwischen den Betrieben.

Das Gehalt zum Berufseinstieg liegt zwischen 1500 und 1900 Euro brutto, was jedoch auf bis zu 2300 Euro steigen kann. Mit einem Meisterbrief kann das Monatsgehalt auf bis zu 3800 Euro steigen.

Auch auf diesem Gebiet gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten: Eine Fortbildung zum Fachwirt mit anschließendem Meisterbrief. Die zusätzlichen Kosten können auch hier mit "Bafög" finanziert werden.

Lkw- oder Berufskraftfahrer

Die Fahrerkabine ist ihr Wohnzimmer und sie kennen jede Raststätte Deutschlands Autobahnen beim Namen: Berufskraftfahrer. Dem Beruf voraus geht eine dreijährige Ausbildung, in der das Gehalt zwischen 530 und 800 Euro liegt. Mit abgeschlossener Ausbildung verdient ein Berufskraftfahrer anfangs rund 1700 Euro. Mit steigender Berufserfahrung kann das Gehalt auf bis zu 2300 Euro steigen.

Eine weitere Möglichkeit ist, als Busfahrer im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Hier wird man nach Tarif bezahlt und steigt kontinuierlich in den Tarifgruppen auf. Das Gehalt ist aber ab einer bestimmten Grenze gedeckelt. Auch bei diesem Berufsweg ist ein Meisterbrief möglich: Bis zu 4000 Euro Gehalt kann als "Meister im Kraftverkehr" erzielt werden, beispielsweise in einer Führungsposition eines Logistikunternehmens.

Friseur

Einer der am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe: der Friseur. Die Ausbildungsvergütung lag bisher laut dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks zwischen 456 Euro im ersten und 720 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Neue Azubis profitieren also auch hier von der neuen Mindestlohnregelung.

Friseure sehen sich oft als Künstler, statt als klassischer Dienstleister. Dennoch liegt das Einstiegsgehalt nach abgeschlossener Ausbildung bei ca. 1500 Euro brutto. Unabhängig davon kann das Gehalt mit Weiterbildungsmaßnahmen kontinuierlich aufgestockt werden.

Durch den Meisterbrief sind sogar bis zu 3000 Euro brutto möglich. Als Friseur kann auch in anderen Bereichen, als dem klassischen Friseursalon gearbeitet werden, wie beispielsweise in Theater und Film oder auch als Styling-Beratung.

Sport- und Fitnesskaufmann

Ob im örtlichen Sportgeschäft oder im Großhandel - Sport- und Fitnesskaufmänner und -frauen sind gefragt. Die dreijährige Berufsausbildung hat eine Gehaltsspanne von 700 bis 800 Euro und bietet häufig die Chance übernommen zu werden.

1400 bis 2000 Euro brutto verdient ein Berufseinsteiger, wobei eine Weiterbildung zum Fitnessfachwirt möglich ist. Diese Maßnahme kann eine Gehaltsaufstockung auf bis zu 2500 Euro brutto bedeuten.

Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte werden nach Tarif bezahlt. Je nach Weiterbildungsstand und Berufserfahrung, kommt es zu einer Eingruppierung in Tarifgruppen. Während der Ausbildungsjahre erhöht sich das Gehalt von 805 Euro pro Monat, auf 850 Euro im zweiten, und 900 Euro im dritten Lehrjahr.

Die vergleichsweise hohe Bezahlung wird damit begründet, dass in diesen Berufen oft zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten und Stress kommt. Die Angestellten müssen beispielsweise arbeiten, wenn andere Menschen krank sind. Das kann auch am Wochenende oder an Feiertagen vor kommen. Dafür erhält man an Samstag einen 25-prozentigen Aufschlag, an Sonn- und Feiertagen sogar 50 Prozent mehr.

Du interessierst dich für einen der Berufe? Auf der Seite Ausbildung.info findest du viele hilfreiche Informationen.

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