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Sachbeschädigung

Wollte der Kirchen-Randalierer von Bamberg Antiquitäten zu Geld machen?

Die Bamberger Staatsanwaltschaft sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen der Sachbeschädigung in Kirchen und Diebstählen.
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Eine umgestürzte Heiligenfigur mit vergoldetem Gewand. Möglicherweise war der festgenommene Mann darauf aus, aus gestohlenen Antiquitäten Geld zu machen. Foto: Pfarrer Marcus Wolf
Eine umgestürzte Heiligenfigur mit vergoldetem Gewand. Möglicherweise war der festgenommene Mann darauf aus, aus gestohlenen Antiquitäten Geld zu machen. Foto: Pfarrer Marcus Wolf
Einen Tag, nachdem ein 25-jähriger Verdächtiger mehrere Fälle von Sachbeschädigung in Bamberger Kirchen zugegeben hat, gibt es nach einem Anruf bei der Bamberger Staatsanwaltschaft neue Informationen.

Auf die große Frage nach den Hintergründen der Verwüstungen in Gotteshäusern lieferte Behördensprecher Matthias Bachmann einige Hinweise: Zwar habe sich der Mann zu seinen Motiven bisher nicht geäußert. Aber: "Wir gehen davon aus, dass die Sachbeschädigung in einem möglichen Zusammenhang mit Diebstählen stehen könnte." Der mutmaßliche Täter sei auch schon "wegen Diebstahls vorgeahndet".

Es komme durchaus vor, dass es Diebe auf Antiquitäten, zum Beispiel auch Heiligenfiguren oder Teile davon, abgesehen hätten. Allerdings würden sich die Langfinger den Diebstahl häufig einfacher vorstellen, als er ist: Viele Figuren oder Gegenstände seien fest montiert oder sperrig, gerade in Kirchen. "Oft ist der hinterlassene Sachschaden dann höher als der Wert des Diebesguts", merkte Bachmann im Gespräch an.


Wohl kein religiöser Hintergrund

Einen religiösen Hintergrund für die dem Mann vorgeworfenen Straftaten sieht die Staatsanwaltschaft dagegen aktuell nicht.

Der Festgenommene soll vergangene Woche in sechs Bamberger Kirchen unter anderem Heiligenfiguren umgestoßen und Kreuze heruntergerissen beziehungsweise gestohlen haben. Der Schaden wird auf rund 25 000 Euro geschätzt.

Was ist mit Gerüchten, dass der 25-Jährige eventuell psychisch krank sein könnte? "Dazu haben wir keine Hinweise. Das wird im Ermittlungsfahren geprüft." Das betreffe auch eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit des jungen Mannes.


Kein Asylbewerber

Dessen Nationalität beschäftigt offenbar einige Bamberger so sehr, dass die Diskussion im Internet darüber nicht zur Ruhe kommt. Deswegen die explizite Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft: Laut Bachmann handle es sich bei dem mutmaßlichen Täter nicht um einen Asylbewerber, sondern einen europäischen Staatsbürger, genauer einen Letten, der in Bamberg wohnhaft ist. Deshalb war in der gemeinsamen Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei die Rede von einem "25-jährigen Tatverdächtigen aus Bamberg" gewesen.

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