Ebrach
Großeinsatz

Häftling (23) setzt JVA-Zelle in Brand - das erwartet den Randalierer

Brand in der Justizvollzugsanstalt im oberfränkischen Ebrach: Ein Häftling (23) verursachte am Montagabend einen Großeinsatz. Inzwischen ist der Randalierer wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und in das Gefängnis zurückgekehrt.
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Innerhalb von knapp zwei Wochen versammelte sich erneut eine Vielzahl von Einsatzkräften in Ebrach. Nach der Überschwemmung von Schwimmbad und Staatsstraße wurde diesmal wegen eines Brandes in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Großalarm ausgelöst. Wieder einmal prägten Rettungs- und Einsatzfahrzeuge aller Art das Ortsbild. Auslöser für den Großeinsatz war ein offenbar renitenter 23-jähriger Häftling der JVA.

JVA Ebrach: Häftling legt Feuer in Zelle und randaliert

Der junge Mann, der seit gut einem Jahr im Ebracher Gefängnis untergebracht ist, war nach Angaben von Anstaltsleiter Gerhard Weigand bislang eher unauffällig. Warum er allerdings am Montagabend (3. Juni 2019) ausgerastet ist, wird noch zu klären sein.

Auf jeden Fall randalierte er zunächst, konnte von den Bediensteten nicht beruhigt werden und zündete dann in seiner Zelle Decken und ähnliche Gegenstände an, wodurch sich schnell intensiver Rauch entwickelte. Das war dann der Zeitpunkt, um Spezialisten, also Atemschutzgeräteträger und weitere Aktive von der Feuerwehr zu holen. Der Alarmierungsplan wurde aktiviert.

Ebrach: Etliche Streifenbesatzungen eilen zur JVA

Innerhalb kürzester Zeit waren Rettungskräfte (Feuerwehr und Sanitäter) vor Ort - Wehren aus Ebrach, Burgwindheim, Gerolzhofen und Großgressingen, insgesamt rund 60 Aktive. Zur Sicherheit waren auch etliche Streifenwagenbesatzungen von umliegenden Dienststellen angerückt, "falls was eskalieren sollte", erklärt Weigand.

Schnell waren die sechs Atemschutzgeräteträger in den Zellenbau vorgerückt und löschten den Schwelbrand. Die betroffene Einzelzelle und weitere Hafträume wurden belüftet, fünf Häftlinge aus unmittelbar angrenzenden Zellen vorübergehend in einer anderen Station untergebracht, so berichtet Weigand weiter.

Zwei Beamte bewachen den Mann

Angeflogen kam auch ein Hubschrauber, der auf dem Sportplatz landete. In der Zwischenzeit war der 23-Jährige aus der Anstalt und mit einem Sanitätsfahrzeug zum Sportplatz gebracht worden. Nach ärztlichen Untersuchungen stellte sich heraus, dass er nur leicht am Fuß verletzt worden war und nicht wie ursprünglich geplant in eine Spezialklinik in Nürnberg-Süd geflogen werden musste, so Weigand weiter. Zwei Beamte zur Bewachung begleiteten den Verletzten, der zumindest zur Beobachtung in der Klinik bleiben musste.

In der Ebracher Zelle des 23-Jährigen hat dann die Kripo die Ermittlungen aufgenommen, es handelte sich schließlich um einen Tatort. Der junge Mann wird sich wohl wegen schwerer Brandstiftung zu verantworten haben. Und auch in der JVA Ebrach wird dieser Montagabend für den Gefangenen ein Nachspiel haben - disziplinarisch. Im schlimmsten Fall, so der Anstaltsleiter auf Nachfrage, kommt auf ihn ein Arrest zu. Das bedeutet die Unterbringung in einem Haftraum ohne persönliche Gegenstände.

Bislang war der Mann, wie das Gros der rund 300 jugendlichen Ebracher Gefangenen, in einer Einzelzelle untergebracht. In Gemeinschaftszellen sind Gefangene, die das ausdrücklich wollen, aber auch solche, für die das aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Epilepsie oder Diabetes) besser ist.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jedenfalls wegen schwerer Brandstiftung gegen den jungen Mann, der inzwischen das Krankenhaus verlassen hat und wieder nach Ebrach zurückgekehrt ist.

"Die Konzepte wurden professionell abgearbeitet." - Bernhard Ziegmann, Kreisbrandrat

Noch am Montag wurden vorsorglich die Beamten und Gefangenen medizinisch untersucht, die nahe der brennenden Zelle waren. "Zum Glück gab es keine Verletzten", so Weigand. Am Dienstag hatte sich keiner aus der genannten Gruppe krank gemeldet.

Weigand zeigt sich froh, dass das Rettungskonzept, wie es aus diversen Übungen und Besprechungen entwickelt worden ist, gegriffen hat. Dem kann Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann nur beipflichten. Alexander Czech, Pressesprecher der Polizeidirektion in Bayreuth, hebt die gute Kooperation hervor. "Die Konzepte wurden professionell abgearbeitet", so Ziegmann. Der erleichterte Anstaltsleiter bestätigt: "Es ist wie in den Einsatzplänen abgelaufen."

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