Die erneute Insolvenz einer großen Baumarktkette kam für viele Kunden überraschend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen - mit direkten Worten.
Die Baumarktkette Hammer ist in die Insolvenz gerutscht - nur wenige Monate nach einer vermeintlichen Rettung durch Investoren. Betroffen sind über 1100 Beschäftigte und 87 Filialen in ganz Deutschland. Das Amtsgericht Bielefeld hat laut Pressemitteilung der Kanzlei Pluta am 27. Januar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Hammer Raumstylisten GmbH angeordnet.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, ist dies bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit. Im Juni 2025 hatte bereits die Unternehmensgruppe Brüder Schlau GmbH & Co KG beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Auch eine Traditionsbrauerei aus Oberfranken musste den schmerzhaften Schritt jetzt gehen.
Update vom 06.02.2026:
Nach der Hammer-Insolvenz stellt sich jetzt unter anderem die Frage, wie es mit den Filialen weitergeht. Unter anderem im sächsischen Glauchau betreibt Hammer einen Standort, der einem Bericht der Freien Presse zufolge nach einem Ausverkauf im Dezember umgestaltet worden war. Wie das Unternehmen gegenüber der Lokalzeitung mitteilt, bleibe die dortige Filiale vorerst weiter geöffnet. Das war auch der Stand kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz.
"Alle zum Zeitpunkt der Antragstellung betriebenen 87 Filialen bleiben während des Insolvenzantragsverfahrens weiter geöffnet. Die Kundinnen und Kunden können ihre Einkäufe wie gewohnt in den Filialen tätigen. Die laufenden Liefer- und Serviceprozesse sollen so ungestört wie möglich fortgeführt werden", erklärt ein Unternehmenssprecher die Hintergründe gegenüber der Westfalenpost. Auf der Website wendet sich Hammer direkt an seine Kunden. "Uns ist wichtig, offen und transparent mit Ihnen umzugehen. Die Hammer Raumstylisten GmbH hat am 27. Januar 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel dieses Verfahrens ist es, das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren und langfristig weiterzuführen", heißt es.
Hintergrund seien "Anlaufverzögerungen in der Warenversorgung nach der Neugründung des Unternehmens im Oktober 2025, die vor allem durch technische Herausforderungen entstanden sind. Diese Themen sind inzwischen weitgehend gelöst", so die Kette. "Für Sie bedeutet das vor allem eines: Wir sind weiterhin für Sie da", heißt es weiter. Service- und Handwerksleistungen stünden wie gewohnt zur Verfügung. Auch
Kundenaufträge würden weiterhin bearbeitet.
Erstmeldung vom 30.01.2026: Zweite Insolvenz der Hammer-Baumärkte - so soll es mit der Kette weitergehen
Nach Angaben der Bild-Zeitung übernahm damals ein Investorenkonsortium die Fachmärkte. Insgesamt wurden 87 Baumärkte übernommen, teilt die Kanzlei Pluta mit. Die Hoffnung auf einen Neuanfang währte jedoch nur kurz. Laut Geschäftsführung führten Anlaufverzögerungen in der Warenversorgung nach der Neugründung des Unternehmens im Oktober 2025 zu der erneuten Krise. Die Kanzlei Pluta erklärt, dass diese "insbesondere durch technische Probleme verursacht wurden und zu Umsatzausfällen und schließlich einer Liquiditätskrise führten". Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Kanzlei Pluta wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Alle 87 Filialen bleiben während des Insolvenzantragsverfahrens weiter geöffnet, wie die Kanzlei mitteilt. Die Standorte befinden sich schwerpunktmäßig in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland, darunter Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Kunden können nach Angaben der Kanzlei Pluta ihre Einkäufe wie gewohnt tätigen. Die Gehälter der über 1100 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Der Betrieb hat seine Zentrale in Porta Westfalica. In den kommenden Wochen soll ein strukturierter Investorenprozess durchgeführt werden.