Fisch-Rückruf bei Lidl ausgeweitet – mehrere Bundesländer betroffen

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Lidl erweitert den Rückruf von Nautica-Forellenfilets erneut. Weitere Sorten und Verbrauchsdaten sind von Listerien betroffen.

Der Rückruf von Nautica-Forellenfilets bei Lidl hat sich nur wenige Tage nach der ersten Warnung deutlich vergrößert. Der dänische Hersteller Danforel A/S hat den Rückruf erweitert: Neben dem Verbrauchsdatum 20.10.2026 sind jetzt auch der 31.10., 01.11. und 03.11.2026 betroffen. Die Erweiterung bezieht sich auf die Sorte Natur, die in fünf Bundesländern verkauft wurde. Wer eine Packung besitzt, kann sie ohne Kassenbon in jeder Lidl-Filiale zurückgeben.

Listerien in Nautica-Forellenfilets: Rückruf bei Lidl wird ausgeweitet

Nach der ersten Meldung vom 20. Oktober hat der Lieferant am 23. Oktober 2026 weitere Verbrauchsdaten für eine der beiden Sorten bei Lidl nachgemeldet. Der Grund bleibt unverändert: In den Filets wurde der Krankheitserreger "Listeria monocytogenes" nachgewiesen. Kunden sollten ihre Vorräte deshalb noch einmal genau prüfen.

Erster Rückruf der Nautica-Forellenfilets am 20. Oktober 2026

Den Auftakt machte am Dienstag, 20. Oktober 2026, der dänische Fischproduzent und Lidl-Lieferant Danforel A/S mit einem Rückruf für zwei seiner Produkte. Betroffen waren "Nautica Regenbogen Forellenfilets Natur, 125g" und "Nautica Regenbogen Forellenfilets Pfeffer, 125g", in denen laut Hersteller der Krankheitserreger "Listeria monocytogenes" nachgewiesen wurde. Dieser erste Rückruf umfasste ausschließlich Fischfilet-Packungen mit dem Verbrauchsdatum 20.10.2026.

Vertrieben wurden die beiden Forellenfilet-Sorten unter dem Markenlabel "Nautica" bei der Discounter-Kette Lidl in mehreren Bundesländern.

Neue Verbrauchsdaten: Ausweitung des Rückrufs vom 23. Oktober 2026

Laut Lidl-Angaben auf der Rückrufseite hat Danforel A/S am Freitag, 23. Oktober 2026, den Rückruf erweitert. Die Ausweitung betrifft nur eine Sorte, nämlich "Nautica Regenbogen Forellenfilets Natur, 125g". Für sie gelten nun zusätzliche Verbrauchsdaten. Die Sorte Pfeffer taucht in der neuen Meldung nicht auf. Beide Meldungen sind auf der Lidl-Seite weiterhin veröffentlicht.

Im Vergleich zum ersten Rückruf ergeben sich folgende Neuerungen:

  • Zusätzliche Verbrauchsdaten: 31.10.2026, 01.11.2026 und 03.11.2026
  • Weniger Bundesländer: Das Saarland wird in der Ausweitung nicht mehr genannt
  • Nur eine Sorte: Die Meldung bezieht sich allein auf die Variante Natur

Nautica-Forellenfilets im Überblick: Produkte, Verbrauchsdaten und Bundesländer

Eckdaten des ersten Rückrufs (20. Oktober 2026)

  • Betroffene Produkte: "Nautica Regenbogen Forellenfilets Natur, 125g" und "Nautica Regenbogen Forellenfilets Pfeffer, 125g"
  • Verbrauchsdatum: 20.10.2026
  • Grund: Listeria monocytogenes
  • Verkaufsort: Lidl
  • Betroffene Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Eckdaten der Ausweitung (23. Oktober 2026)

  • Betroffenes Produkt: "Nautica Regenbogen Forellenfilets Natur, 125g"
  • Verbrauchsdaten: 31.10.2026, 01.11.2026 und 03.11.2026
  • Grund und Verkaufsort: unverändert (Listeria monocytogenes, Lidl)
  • Betroffene Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Rückgabe und Erstattung bei Lidl: So gehen Kunden vor

Kunden, die eines der betroffenen Produkte gekauft haben, können es in jeder Lidl-Filiale zurückgeben. Das gilt für den ersten Rückruf ebenso wie für die Ausweitung. Auch ohne Vorlage des Kassenbons wird der Kaufpreis zurückerstattet. Weitere Produkte des Lieferanten und der Marke sind nicht betroffen.

Bei Rückfragen steht die Kundenhotline von Lidl unter 00800 5435 5435 zur Verfügung. Zudem bittet das Unternehmen darum, die Information an Personen weiterzugeben, die ebenfalls betroffen sein könnten. Danforel A/S entschuldigt sich bei allen Betroffenen für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Weitere aktuelle Produktrückrufe mit anderen Ursachen

Andere aktuelle Rückrufe haben ganz andere Ursachen: Ein Hersteller von Tiefkühlkost hat einen Rückruf für tiefgefrorene "Gut & günstig"-Himbeeren gestartet. Grund dafür ist, dass sich in manchen Packungen mit dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum möglicherweise Glasstücke befinden könnten. Arla Foods nimmt dekorierte Frischkäseringe mit Ananas, Mandeln beziehungsweise Papaya aus dem Handel, weil eine Mandelmischung eines Zulieferers möglicherweise von Insekten befallen ist. Betroffen sind Produkte, die bei Aldi Süd, Norma, Edeka und der Rewe Group verkauft wurden. Verbraucher sollten bestimmte Frischkäseprodukte nicht mehr essen, die in mehreren Supermarkt- und Discounterketten verkauft wurden.

Auch bei Käse wurden Listerien entdeckt: Die Dorfkäserei Geifertshofen AG ruft mehrere Bioland- und Demeter-Käsesorten zurück, nachdem "Listeria monocytogenes" in einer Charge des Weinbauernkäses gefunden wurde. Betroffen sind alle Mindesthaltbarkeitsdaten bis einschließlich 30.10.2026 in allen 16 Bundesländern.

Außerdem ruft TK Maxx einen Bialetti-Kaffee mit Karamellgeschmack zurück, weil der Grenzwert für das Schimmelpilzgift Ochratoxin A überschritten wurde. Die Rückgabe in den Filialen ist möglich.

Außerhalb des Lebensmittelbereichs gibt es ebenfalls aktuelle Rückrufe: Der Textildiscounter Kik hat sein Küchenhelfer-Set 5-teilig (WGR 913) zurückgerufen, weil in Pfannenwender und Suppenkelle krebserregende primäre aromatische Amine (PAA) nachgewiesen wurden. Obendrein rief zu Beginn dieser Woche Sportartikelhändler und -hersteller Decathlon einen Wassersport-Elektroantrieb zurück, weil der Akku nicht wasserdicht ist.

Listerien-Infektion: Symptome und mögliche Krankheitsverläufe

Keine Seltenheit sind Rückrufe von Nahrungsmitteln aufgrund von Listerien – gerade bei der Verarbeitung bestimmter Produkte ist daher Vorsicht geboten. Das Portal "Lebensmittelwarnungen.de" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt ebenfalls: Listerien können Auslöser sein für

  • schwere Magen-Darm-Erkrankungen
  • Symptome ähnlich eines grippalen Infekts

Risikogruppen: Für wen Listerien besonders gefährlich sind

Ernste Krankheitsverläufe sind vor allem bei bestimmten Personengruppen möglich. Dazu gehören:

  • Säuglinge
  • Kleinkinder
  • Schwangere
  • alte und kranke Menschen

Nach dem Verzehr: Wann ein Arztbesuch bei Listerien ratsam ist

Bei einer Infektion mit Listerien treten laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) innerhalb von 14 Tagen erste Symptome auf, meist Durchfall und Fieber. Bei immungeschwächten Personen kann sich daraus eine Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung entwickeln. Ärztlichen Rat sollten diese Personen einholen:

  • Wer eines der betroffenen Produkte gegessen hat und schwere oder anhaltende Krankheitsanzeichen erleidet, sollte zum Arzt gehen.
  • Schwangere sollten auch ohne Symptome einen Arzt aufsuchen, wenn sie ein verunreinigtes Lebensmittel verzehrt haben.

Verbrauchsdatum oder Mindesthaltbarkeitsdatum: Der Unterschied bei Fisch

Die Rückrufmeldungen nennen ausdrücklich das Verbrauchsdatum und nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum. Der Unterschied zwischen beiden Angaben ist dabei entscheidend:

  • Verbrauchsdatum: Gekennzeichnet mit dem Hinweis "zu verbrauchen bis", steht es auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fisch oder Hackfleisch. Nach Ablauf dieses Datums sollte das Produkt nicht mehr gegessen werden, selbst wenn es noch normal aussieht und riecht.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: Das Datum mit dem Hinweis "mindestens haltbar bis" ist eine Qualitätsangabe des Herstellers, viele Produkte sind danach noch genießbar.

Bei den betroffenen Forellenfilets sollten Verbraucher daher das aufgedruckte Datum genau mit den Rückrufdaten vergleichen. Das gilt vor allem für die neu genannten Verbrauchsdaten Ende Oktober und Anfang November, denn Listerien können sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren.

Listerien vorbeugen: Hygiene beim Zubereiten von Fisch in der Küche

Im Alltag lässt sich das Infektionsrisiko durch einfache Hygienemaßnahmen senken. Nach dem Kontakt mit rohem Fisch sollten Hände, Schneidebretter, Messer und Arbeitsflächen gründlich gereinigt werden, damit keine Keime auf andere Lebensmittel übertragen werden. Frischen Fisch bewahren Verbraucher am besten sauber verpackt im Kühlschrank auf, dessen Temperatur nicht über 7 °C liegen sollte.

Auch Reste sollten nicht unbegrenzt aufgehoben werden, und Speisen sollten nicht längere Zeit bei Zimmertemperatur stehen bleiben. Ebenso wichtig ist es, Kühlschrank und Vorratsbehälter regelmäßig zu reinigen, denn Listerien können sich in solchen Umgebungen hartnäckig halten. Für den Alltag empfiehlt das BfR generell, Lebensmittel sauber, trocken und kühl zu lagern.

Aktuelle Waren- und Lebensmittelrückrufe

Weitere aktuelle Rückrufe von verunreinigten Lebensmitteln und verunreinigten Waren finden Sie in unserem Rückrufe-Dossier.

Vorschaubild: © Silvia Bogdanski/AdobeStock