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Eine Stadt - 375 Tempelanlagen

Das beliebteste asiatische Reiseland ist Thailand. Kein Wunder: von der Geschichte über die Natur bis hin zur Kultur des Landes gibt es vieles zu endecken.
 
Der reich verzierte Pavillon liegt im Sommerpalast Bang Pa In.  Fotos: Chrisitan Kolb
Der reich verzierte Pavillon liegt im Sommerpalast Bang Pa In. Fotos: Chrisitan Kolb
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Thailand, das steht für Sonne, Entspannung und asiatische Gelassenheit. Dabei hat das Land viel mehr zu bieten. Auch nach dem Tod des jahrzehntelang amtierenden Königs hat das wohl beliebteste asiatische Reiseland nichts von seinem Charme verloren. Um Kultur, Natur und Geschichte zu entdecken, macht man sich am besten allein oder in einer kleinen Gruppe auf den Weg - zum Beispiel in die alte Hauptstadt Ayutthaya, zur Brücke über den River Kwai und in die pulsierende Metropole Bangkok.


375 Tempelanlagen in Ayutthaya

Wer Thailands reiche Geschichte entdecken möchte, beginnt am besten in der im Jahr 1351 von Fürst U Thong zur Hauptstadt gemachten Stadt Ayutthaya. In über 400 Jahren errichteten 35 Könige eine machtvolle Stadt mit drei Königspalästen und 375 Tempelanlagen. Erstes Ziel auf dem Weg in die alte Königsstadt ist der frühere Sommerpalast Bang Pa In. Dann geht es weiter nach Ayutthaya. Am Ufer des Flusses beeindrucken die gemauerten Ruinen der alten Hauptstadt. Besonders sehenswert sind die drei Chedi des königlichen Tempels Wat Phra Si Sanphet. In einem Baum gibt es eine in den Wurzeln verschlungene Buddha-Statue.


Trauer auf dem Grand Palace

In der Nähe haben Touristen die Möglichkeit auf Elefanten zu reiten. Die Mahouts sitzen im Nacken der mächtigen Tiere, während der Sattel mit den Touristen dahinter hin- und herwiegt. Händler bieten vor dem Eingang eines aktiven Tempels Vögel oder Fische an, die man nach dem Kauf freilassen kann. Das soll Glück bringen - und Karma für das nächste Leben. Auch in der Hauptstadt des modernen Thailands gibt es abseits überlaufener Touristenziele wie der Khaosan Road viel zu entdecken. Mit dem Guide Tana von Tischler-Reisen streife ich nicht nur durch die geschäftige China Town mit ihren Goldschmieden und Vogelnest-Restaurants, sondern besuche auch den Grand Palace. Im Königspalast trauert das Land um den im Oktober 2016 verstorbenen König Bhumibol Adulyadej. Für ein ganzes Jahr werden viele Thailänder als Zeichen ihrer Trauer nur schwarze oder vereinzelt auch weiße Kleidung tragen. Tausende von Menschen legen mitten in Bangkok Tag für Tag Blumen und Opfergaben nieder.


Wat Pho - Die größte Buddha-Statue

Von den offiziell 534 Tempeln in der Hauptstadt sind einige besonders sehenswert. Dazu gehört Wat Pho, eine Tempelanlage aus dem 16. Jahrhundert mit der größten Buddha-Statue des Landes. Der goldene, liegende Buddha ist 46 m lang und 15 m hoch. Auf seinen Füßen trägt er 108 Glückssymbole. Neben dem Tempel stehen vier von den Königen Rama I bis IV gebaute, große Chedis, deren Fassaden mit kunstvollen Kacheln verziert sind. Auf dem Gelände sind zahlreiche restaurierte Buddha-Statuen zu sehen, die aus Ayutthaya gerettet wurden, nachdem die Stadt niedergebrannt wurde. Mit dem Tuk-Tuk machen wir uns auf zum festungsartigen Hügel Wat Saket. Als wir ankommen, verwandelt tropischer Regen die 318 Stufen in einen kleinen Wasserfall. Doch der Weg nach oben lohnt sich. Glocken und riesige Gongs erwarten uns. Diese darf man immer dreimal anschlagen. Für Buddha. Für Buddhas Wort. Für die Mönche. Oben auf dem "Golden Mount" hängen als Opfergaben an langen Leinen tropfnasse Geldscheine. Die Auswahl an Hotels in der nach göttlichen Wesen aus der Mythologie "Stadt der Engel" genannten Metropole ist zahlreich.


Die Brücke am River Kwai

Es gibt viel zu entdecken in der Großstadt voller Gegensätze. Prächtige Tempel, die asiatische Lebensart und auch die Garküchen und Geschäfte an jeder Straßenecke machen Bangkok zu einer für viele Tage abwechslungsreichen Stadt. Einen anderen Teil der Geschichte des Landes entdecke ich 128 km westlich von Bangkok in der Provinz Kanchanaburi. Er lieferte den historischen Hintergrund für den Spielfilm "Die Brücke am Kwai" mit Alec Guinness. Als Teil der Death Railway wurde die Brücke während des zweiten Weltkriegs von Kriegsgefangenen und einheimischen Arbeitern erbaut. Die unmenschlichen Bedingungen beim Bau der Eisenbahn forderten fast 100.000 Menschenleben. Heute kann man mit dem Zug über eine wieder aufgebaute Stahlbrücke über den River Kwai fahren. Christian Kolb