• Erste-Hilfe für Wildvogelküken
  • Jede Minute zählt
  • Gut gemeint heißt noch langen nicht gut gemacht!

Findet man während der Brutsaison ein oder gar mehrere Wildvogelküken, sollte man schnell handeln und Erste Hilfe leisten. Das sich die Elternvögel weiterhin um ein aus dem Nest herausgefallenes Küken kümmern, stimmt leider nicht, sondern ist und bleibt ein hartnäckiges Gerücht. Das Küken wird in kürzester Zeit durch Unterernährung, Unterkühlung oder durch ein Raubtier sterben, wenn ihm nicht geholfen wird. Aber was kann man tun, wenn man so ein winziges, unselbstständiges Vogelküken findet?

Vogelkükenfund: So handelst du richtig

Findest du ein Wildvogelküken, solltest du es vorsichtig aufheben und schnellstmöglich in einer dunklen Box oder Schachtel unterbringen. Am besten, du bettest es dort auf ein Handtuch oder eine dickere Lage Küchenkrepp. Unter das Handtuch oder den Küchenkrepp legt man eine nicht zu heiße Wärmflasche. Es sollte genügend Stoff zwischen der Wärmflasche und dem Küken sein, dass es sich nicht verbrennen kann, falls es sich in der Box bewegt.

Die Bruttemperatur unter dem Gefieder der Eltern beträgt ungefähr 36 C°. Idealerweise sollte sich die Temperatur der Wärmflasche in diesem Rahmen befinden. Während sich das Küken in der dunklen Box mit der Wärmflasche erholt und wieder auf Temperatur kommt, solltest Du eine Wildtier-Hilfsorganisation oder ein Tierheim, die mit der Aufzucht und Päppelung von Wildtieren Erfahrung haben, anrufen und um Unterstützung bitten.

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen für gefundene Wildvogelküken sollten immer Wärme und Dunkelheit sein. Ist es sehr heiß, kann man den Küken von einem Teelöffel ganz vorsichtig Wasser auf den Schnabel träufeln. Aber Vorsicht: Verschluckt es sich, geht das Wasser in die Lunge anstatt in den Magen. Das kann tödlich für das Vogelküken sein.

Vogelküken alle zwei Stunden füttern

Die reguläre Körpertemperatur der Jungvögel liegt normalerweise bei 42. Da sie noch keine Daunen und Federn haben, müssen sie ständig Fremdwärme von den Altvögeln erhalten. Fällt das aus, kühlen sie in kürzester Zeit gefährlich niedrig aus. Aufgrund des erhöhten Stoffwechsels, einhergehend mit der hohen Körpertemperatur, müssen die Jungvögel durchschnittlich alle zwei Stunden gefüttert werden. Passiert das nicht, bauen sie ganz schnell ab.

Bitte stopfe ausgekühlten, schwachen Jungvögeln niemals etwas in den Schnabel. In der Regel ersticken sie daran oder der Bauch platzt auf, weil der Kreislauf so im Keller ist, dass sie das gar nicht mehr verdauen können. Solltest du keine Unterstützung von einer professionellen Anlaufstelle für die Aufzucht von Wildvögeln erhalten, kannst du das Küken selbst aufziehen.

Aber Vorsicht - die Aufzucht ist ein Knochenjob! Ganz junge Küken werden mit einem speziellem Aufzuchtsbrei mit Kleinstmengen stündlich gefüttert. Größere Küken fressen durchschnittlich alle zwei Stunden. Die Temperatur in der Aufzuchtsbox muss 24 Stunden pro Tag stabil gehalten werden. Manche Vogelarten füttern ihre Küken auch nachts. Hat man so ein Küken, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich alle paar Stunden den Wecker zu stellen.