• sprechende Vögel sind verhaltensgestört
  • Vögel sind sehr intelligent
  • Vögel müssen beschäftigt werden

In den vergangenen Jahrzehnten war es ein regelrechter Trend, Jungvögel zu isolieren und auf den Menschen zu prägen. Die Vögel beginnen so irgendwann zu sprechen. Das tun sie aber nicht, weil sie die menschliche Sprache verstehen oder sie gar wissen, was sie sagen. Es ist im Prinzip ein Akt der Verzweiflung, indem die hoch-sozialen Tiere mit allen Mitteln versuchen, mit dem "Partnertier" Mensch zu kommunizieren. Nicht selten werden die Vögel nach einer gewissen Zeit ins Tierheim oder andere Einrichtungen abgeschoben, weil sie Aggressionen, Ticks oder Krankheiten entwickeln, die den Haltern lästig werden. Bei einer artgerechten Vogelhaltung sind die Vögel mindestens zu zweit in einer geräumigen Voliere mit Freiflug. Beschäftigt man sich als Vogelhalter intensiv mit seinen Tieren, wird man bald als Teil des Schwarmes akzeptiert und die Vögel werden ebenso zutraulich wie durch eine tierschutzwidrige Fehlprägung. Natürlich ist das Erarbeiten von Vertrauen mit viel Zeit, Geduld, Leckerli und Liebe verbunden.

Tierschutz: Einzelhaltung bei Vögeln ist aus gutem Grund unzeitgemäß

Schaut man nach Australien und beobachtet einen Schwarm Wellensittiche, wird der Himmel schwarz von der auffliegenden Wolke der Vögel. Im Wellensittich-Schwarm bilden sich einzelne Pärchen. Die Pärchen schlafen beieinander, pflegen sich das Gefieder, fressen zusammen und machen auch sonst alles gemeinsam. In einem Vogelschwarm ist es normalerweise nie still - Stille bedeutet bei Vögeln automatisch Gefahr. Etwa wegen eines Beutegreifers wie ein Greifvogel oder eine Raubkatze, die sich in der Nähe befinden.

Imitiert man nun bei einem einzelnen Wellensittich das Partnertier, weil man ihn einzeln hält, wird der Wellensittich niemals verstehen, warum man ihm für viele Stunden alleine lässt. Das passiert beispielsweise, weil man zur Arbeit oder zur Schule geht. Der Vogel leidet und trauert während des Verlassenseins. Zudem kommt die ständige Bedrohung der Stille hinzu. Kommt man plötzlich nach Stunden zurück, freut sich der Wellensittich ungemein. Verlässt man ihn abends dann wieder zum Schlafengehen, versteht der Vogel irgendwann die Welt nicht mehr.

Und das kann man dem Tier aus der Vogelperspektive kaum verübeln. Kein Wunder, dass solche Tiere Ticks, Verhaltensstörungen oder Krankheiten entwickeln. Einzeln gehaltene Vögel leiden Tag für Tag, ohne dass es ihre Besitzer mitbekommen. Ein Plastikvogel oder Spiegel ist für die intelligenten Tiere kein Ersatz. Der Vogel wird als Liebesbeweis versuchen, das künstliche Partnertier zu füttern. Dafür würgt er Kropfmilch hoch, die er dann nicht loswird, weil das Gegenüber nicht lebt und die Kropfmilch nicht fressen kann. Das kann zu schlimmen Kropfentzündungen mit erheblichen Gesundheitsschäden führen.

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