Kostenlose Sparpläne ohne Orderkosten gibt es auch jetzt schon in vielen Aktien-Depots. Allerdings haben ETFs – wie auch andere Aktienfonds – in der Regel Verwaltungskosten.
Trade Republic bietet hier nach eigenen Angaben "mehrere Dutzend der beliebtesten ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard langfristig ohne Produktkosten an". Auch Scalable Capital und Smartbroker+ werben bereits mit einer Kostenübernahme – wenn auch zeitlich und auf eine gewisse Anlagesumme begrenzt und danach nur unter bestimmten Bedingungen wie einer gewissen Anzahl an Trades im Hauptdepot.
Wie hoch sind die ETF-Verwaltungskosten normalerweise?
Viele Aktien-ETFs bilden lediglich einen bestehenden Börsenindex nach – etwa den MSCI World oder den FTSE All World. Anders als bei vielen klassischen Investmentfonds entscheidet dabei meist kein Fondsmanagement aktiv über einzelne Käufe oder Verkäufe. Dadurch entstehen geringere Verwaltungs- und Personalkosten.
Die laufenden Kosten eines weltweit gestreuten ETFs liegen heute häufig nur bei 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr. Gemeint ist damit die sogenannte Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio), also die laufenden Verwaltungskosten eines Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds sind dagegen Gesamtkosten von rund 1,5 Prozent oder mehr möglich – teilweise kommen zusätzlich Ausgabeaufschläge hinzu. Wie viel Unterschied die Gebühren eines ETF im Vergleich zu einem gemanagten Fonds ausmachen können, haben wir hier berechnet.
Warum macht Trade Republic so ein Angebot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein riesiger Markt für Neukunden oder 15 Millionen Riester-Sparer, die theoretisch in das neue Produkt wechseln können. „Damit verdienen wir kein Geld. Aber wir verlieren auch keins“, zitiert die Bild-Zeitung den Trade Republic Mitgründer Christian Hecker. Seine Hoffnung sei, dass Kunden, die ein Gratis-Altersvorsorgedepot abschließen, später auch kostenpflichtige Produkte kaufen.
Bringt das Trade-Republic-Angebot einen entscheidenden Kostenvorteil?
Bei 150 Euro Eigenbeitrag pro Monat im Altersvorsorgedepot, also 1.800 Euro pro Jahr, ist der Unterschied im ersten Jahr extrem gering. Im Vergleich zu einem Standarddepot mit 0,1 Prozent Kosten spart der Anleger lediglich 1,80 Euro an Gebühren.
Die Kosten wachsen allerdings mit dem Depotwert: Erreicht dieses später die 100.000‑Euro-Marke, machen 0,1 Prozent bereits 100 Euro pro Jahr aus. Wer bereits mit Anfang 20 anfängt und sein Altersvorsorgedepot über 40 Jahre bespart, hat am Ende – je nach Wertentwicklung und durch den Zinseszinseffekt – ein paar Tausend Euro mehr im Depot.
Allerdings ist die Auswahl der kostenlosen ETFs beschränkt. Eine Alternative sind sehr günstige ETFs wie der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M, ISIN: IE000VAHT5T0), über den wir kürzlich berichteten.
Stiftung Warentest empfiehlt: Keine Hektik!
Die Stiftung Warentest empfiehlt auf ihrer Internetseite, dass Verbraucher nicht in Hektik verfallen sollten. Die allgegenwärtige Werbung verschleiere, dass kein Grund zur Eile besteht. Denn: Die staatliche Förderung fürs gesamte Jahr 2027 gibt es auch noch im Dezember 2027 rückwirkend.
Anleger hätten daher noch genügend Zeit, sich vor einem Kauf umfassend zu informieren. "Schließlich gehört die Altersvorsorge für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher zu den wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben", so die Tester.
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