Inflation auf Jahreshöchststand: So stark stiegen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl

Die Inflation in Deutschland erreichte im September mit 3,3 Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Welchen Anteil Energiekosten hatten und warum die Inflation gefühlt für viele höher ist.

Gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat lag die Inflationsrate im September 2026 bei 3,3 Prozent. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise erneut verstärkt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte.

  • im August 2026 lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent
  • im Juli 2026 lag sie bei 2,8 Prozent

Inflationsrate: Höchster Wert seit Dezember 2023

"Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Das war zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023", teilte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes in einer Pressemitteilung mit.

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"Verantwortlich für den Anstieg der Inflationsrate war erneut die Entwicklung der Energiepreise. Besonders zeigte sich die Teuerung bei Mineralölprodukten an den Tankstellen und beim Heizöl", so Brand. Im Vergleich zum Vormonat August 2026 stiegen die Verbraucherpreise insgesamt im September 2026 um 0,6 Prozent.

So stark stiegen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl im Vergleich zum Vorjahr

Im Vergleich September 2026 gegenüber September 2025 erhöhten sich die Preise für Energie allgemein laut Destatis um 14,9 Prozent.

  • Die Preise für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel gingen deutlich um 37,1 Prozent nach oben (August 2026: 27,7 Prozent)
  • Für leichtes Heizöl noch stärker um 74,9 Prozent (August 2026: 49,6 Prozent)
  • Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe 15,6  Prozent) verteuerten sich im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. 
  • Hingegen lagen die Preise für Strom (-5,5 Prozent), Erdgas ohne Betriebskosten (-2,8 Prozent) und Fernwärme (-1,0 Prozent) im September 2026 unter denen des Vorjahresmonats. 

Noch nicht mit eingerechnet bei den Spritpreisen ist der Tankrabatt - denn der startete erst zum 1. Oktober. Nicht nur in Deutschland stiegen die Spritpreise: In Frankreich ist Diesel inzwischen so teuer, dass manche Autofahrer gebrauchtes Frittieröl tanken. Der Tank-Trick wird aber von Experten nicht empfohlen und ist auch steuerlich heikel. 

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Warum sich die Inflation gefühlt höher anfühlt, als die offiziellen 3,3 Prozent

Viele Menschen empfinden die Teuerung trotzdem als deutlich stärker. Das liegt an der Art der Messung und an den Preisen, die sie im Alltag wahrnehmen. Warum das Gefühl stärker ist als die Statistik:

Häufig gekaufte Güter prägen dabei das persönliche Empfinden. Benzin, Diesel, Brot, Eier oder Gemüse kaufen die meisten Menschen regelmäßig. Ein Preissprung bleibt dabei im Gedächtnis. Ebenso wenn für die Füllung des Heizöltanks eine deutlich höhere Summe bezahlt werden muss, als im Vorjahr.

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 Die offizielle Inflationsrate dagegen ist ein Durchschnitt über einen großen Warenkorb, in dem viele Positionen selten gekauft werden. Dieser bildet auch keinen konkreten Haushalt ab. Rentnerinnen und Rentner, Familien mit Kindern oder Pendler mit langen Wegen haben andere Ausgabenstrukturen. Ihre Belastung weicht vom Durchschnitt ab. Dementsprechend gibt es oft Kritik an der Art der Berechnung. 

Das Statistische Bundesamt bietet allerdings auch einen persönlichen Inflationsrechner. Mit diesem können Sie die amtliche mit Ihrer persönlichen Inflationsrate vergleichen.

Vorschaubild: © Bernd Weißbrod/dpa