Krankenkasse aus Franken erhöht Zusatzbeitrag zum 1. November: 88.000 Betroffene

Die Schweinfurter SKD BKK hob den Zusatzbeitrag zum 1. November 2026 auf 3,65 Prozent an. Was es nun mehr kostet und wann ein Krankenkassenwechsel generell sinnvoll ist.

Bislang lag der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, der zusätzlich zum allgemeinen Beitrag fällig ist, bei 2,98 Prozent. Das sind 0,67 Prozentpunkte mehr. Laut dem 2. Quartalsbericht für 2026 hatte die Kasse zum 1. Juli 67.220 Mitglieder und 88.107 Versicherte.

Wie viel Geld macht das pro Monat für Versicherte aus?

Die Erhöhung hat beim Arbeitnehmeranteil  je nach Bruttogehalt folgende Auswirkungen:

  • 2000 Euro: 6,70 Euro pro Monat/80,40 Euro pro Jahr
  • 3000 Euro: 10,05 Euro pro Monat/120,60 Euro pro Jahr
  • 3500 Euro: 11,73 Euro pro Monat/140,70 Euro pro Jahr
  • 4000 Euro: 13,40 Euro pro Monat/160,80 Euro pro Jahr
  • 5000 Euro: 16,75 Euro pro Monat/201 Euro pro Jahr

Die Werte beziehen sich nur auf die Zusatzbeitragserhöhung. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent ist nicht enthalten, ebenso wenig die Pflegeversicherung.

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Nachdem der Zusatzbeitrag paritätisch aufgeteilt wird, entstehen für den Arbeitgeber noch einmal Kosten in der selben Höhe für seinen Anteil.

Warum wurden die Beiträge erhöht?

Die Erhöhung fällt in eine Phase, in der der Schätzerkreis erst kürzlich einen stabilen durchschnittlichen Zusatzbeitrag prognostiziert hat. Einzelne Krankenkassen entscheiden jedoch selbst über ihren Satz. Warum trotz stabiler Prognose weitere Erhöhungen drohen, darüber haben wir hier berichtet.

"Wir wollen Ihnen auch künftig umfangreiche Leistungen, attraktive Zusatzangebote und eine hochwertige Gesundheitsversorgung bieten. Dafür brauchen wir eine solide finanzielle Grundlage",teilt die Krankenkasse auf ihrer Internetseite mit. Die Anpassung des Zusatzbeitrags soll dabei helfen. Die Zusatzleistungen, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen, sollen dabei bestehen bleiben.

Zu den Angeboten der SKD BKK gehören unter anderem zwei Gesundheitskurse pro Jahr, bis zu fünf Osteopathie-Sitzungen und eine professionelle Zahnreinigung, jeweils laut Kasse vollständig erstattet. "Gleichzeitig haben wir unsere Verwaltungskosten deutlich gesenkt", betont die Kasse.

Hat es mit Spekulations-Verlusten einiger Krankenkassen zu tun?

Nein. "Die SKD BKK hat keine Investitionen in riskante Immobilien-Fonds getätigt und keine Verluste zu verzeichnen", schreibt das Unternehmen. Mehrere Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben nach Medienberichten insgesamt mindestens 220 Millionen Euro durch umstrittene Investments verloren.

Wie sieht es bei anderen Krankenkassen aus?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen passen ihre Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel an. Ob und in welcher Höhe, wird dabei meist erst im Laufe des Dezembers bekanntgegeben. Die SKD BKK steht mit ihrer unterjährigen Erhöhung aber nicht allein da. Mehrere Kassen haben ihren Zusatzbeitrag 2026 schon angepasst.

  • Die eher kleine BKK Groz-Beckert (Baden-Württemberg)  stieg zum 1. Oktober um 0,8 Prozentpunkte auf 4,20 Prozent.
  • Die Südzucker BKK erhöhte unterjährig zum 1. August von 2,9 auf 3,5 Prozent.
  • Auch die IKK Classic hob ihren Beitrag zum 1. August um 0,45 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent an.

Andere Kassen gingen den umgekehrten Weg: Die BKK Herkules senkte ihren Zusatzbeitrag zum 1. Oktober von 4,38 auf 3,48 Prozent, die BMW BKK bereits zum 1. Juli von 3,9 auf 2,9 Prozent.

Wann ist ein Zusatzbeitrag "hoch"?

Die kürzlich für 2027 festgelegte Orientierungsmarke von 2,9 Prozent entspricht zwar der amtlichen Marke für das laufende Jahr. Das tatsächliche Niveau der Zusatzbeiträge liegt jedoch laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts nach Kassendaten längst höher, nämlich im Schnitt bei 3,1 Prozent.

Die Spanne der kassenindividuellen Zusatzbeitragssätze unter den 93 Krankenkassen reicht laut der Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbands - Stand 3. November 2026 - von 2,18  (BKK Firmus) bis 4,39 Prozent (BKK 24).

Wechseln oder bleiben? Die wichtigsten Schritte

  • Prüfen Sie, wie lange Sie bereits Mitglied der SKD BKK sind. Davon hängt ab, ob das Sonderkündigungsrecht gilt. 
  • Zum Sonderkündigungsrecht heißt es beim Bundesgesundheitsministerium: "Mitglieder einer Krankenkasse haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Krankenkasse ihren Zusatzbeitragssatz erhöht. In diesen Fällen kann die Mitgliedschaft auch dann beendet werden, wenn die Mindestbindungsfrist nicht erfüllt ist".
  • Sind Sie schon länger als ein Jahr bei der Kasse, können Sie jederzeit wechseln
  • Vergleichen Sie Zusatzbeitrag und Leistungen anderer Krankenkassen, bevor Sie sich entscheiden.

Wann man die Kasse nicht wechseln sollte

Auch wenn 95 Prozent der Leistungen in allen gesetzlichen Krankenkassen gleich sind - die letzten fünf Prozent können entscheidend sein. Wer etwa regelmäßig beim Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung machen lässt, findet Krankenkassen, die das besonders bezuschussen. In so einem Fall kann es beispielsweise laut Verbraucherzentrale günstiger sein, auch hierauf zu achten, als einfach die günstigste Kasse zu nehmen.

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Was sind aktuell die günstigsten Krankenkassen?

Ein Blick in die Liste des GKV Spitzenverbandes zu den Krankenkassen zeigt, dass die BKK Firmus mit einem Zusatzbeitrag von 2,18 Prozent und einem Gesamtbeitrag von 16,78 Prozent aktuell die günstigste Kasse ist. Einige Krankenkassen mit günstigem Zusatzbeitrag 2026:

  • BKK Firmus: 2,18 Prozent
  • Techniker Krankenkasse (TK): 2,69 Prozent
  • Handelskrankenkasse (hkk): 2,59 Prozent
  • Audi BKK: 2,6 Prozent
  • AOK Bayern: 2,69 Prozent

Die Wurzeln der SKD BKK reichen bis ins Jahr 1897 zurück

Die SKD BKK mit Hauptsitz in Schweinfurt ist nach eigenen Angaben bereits seit 1897 auf dem Markt der gesetzlichen Krankenversicherung tätig. Die Wurzeln liegen nach eigenen Angaben in den Trägerunternehmen Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Düker GmbH und der SKF GmbH.

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