Stromanbieter wechseln - mit diesen Tipps geht das ganz einfach

Die 200.000 Stromkunden von "Grüüün" mussten sich kürzlich einen neuen Anbieter suchen. Nicht immer konnten sie dabei den Preis für die Kilowattstunde halten. Wie Sie richtig bei der Versorger-Suche richtig vorgehen, zeigt dieser Beitrag.

Der Wechsel des Stromanbieters ist einfach, kostenlos und sicher. Er dauert nur wenige Minuten und klappt auch online. Ob der Strom allerdings dann auch wirklich preiswert ist, hängt vom gewählten und jeweiligen Versorger ab. Die 200.000 Kunden, denen vom Stromlieferanten Grüüün zum 31. Oktober gekündigt wurde, haben inzwischen einen neuen Stromlieferanten. Sie sind allerdings oft in der teuren Grundversorgung gelandet. Es ist also Zeit, sich am Strommarkt neu zu orientieren.

Wie wechseln Sie den Stromanbieter?

Aber keine Sorge: Beim teuren Grundversorger in der Region können Sie mit einer Frist von zwei Wochen jederzeit kündigen und einen neuen, günstigeren Stromanbieter wählen. Haben Sie beim neuen Stromanbieter einen günstigen Tarif, also außerhalb der Grundversorgung, können Sie diesen mit einer Kündigungsfrist von sechs Wochen kündigen und zu einem neuen Stromversorger wechseln. 

Und das geht konkret in drei Schritten. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich der Stromkosten für Ihre Region. Dazu können Sie bei den marktführenden Preisportalen Verivox oder bei Check24 als ersten Schritt einen Vergleich starten. Einfach die Postleitzahl und den Verbrauch (finden Sie auf der letzten Jahresabrechnung) eingeben und schon werden Ihnen alle potenziellen Stromanbieter für die Region angezeigt. 

Warum müssen Sie den Stromverbrauch pro Jahr wissen?

Für den ersten Schritt, den Preisvergleich, ist es also notwendig, den Wohnort (Postleitzahl) und den Stromverbrauch pro Jahr einzugeben. Sollten Sie den durchschnittlichen Stromverbrauch nicht kennen oder die alte Abrechnung nicht parat haben, dann hilft der ADAC den Durchschnittswerte zu ermitteln. Der Stromverbrauch (ohne Aufheizen von Wasser zum Duschen oder Baden) ist abhängig von der Zahl der Personen, die im Haushalt leben, und von der Art der Unterkunft (Haus oder Wohnung). Und mit so viel Stromverbrauch müssen Sie pro Jahr rechnen: 

  • 1-Personen-Haushalt (Single):
  • Wohnung: ca. 900 bis 1.500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr
  • (Mittelwert: ca. 1.200 kWh)
  • 2-Personen-Haushalt:
  • Wohnung: ca. 1.500 bis 2.400 kWh (Mittelwert: ca. 1.900 kWh)
  • Haus: ca. 2.200 bis 3.300 kWh (Mittelwert: ca. 2.700 kWh) 
  • 3-Personen-Haushalt:
  • Wohnung: ca. 1.900 bis 3.000 kWh (Mittelwert: ca. 2.400 kWh)
  • Haus: ca. 2.800 bis 4.000 kWh (Mittelwert: ca. 3.500 kWh) 
  • 4-Personen-Haushalt:
  • Wohnung: ca. 2.000 bis 3.400 kWh (Mittelwert: ca. 2.600 kWh)
  • Haus: ca. 3.100 bis 4.500 kWh (Mittelwert: ca. 3.800 kWh) 

Wenn das Warmwasser über einen Durchlauferhitzer oder einen Boiler mit Strom erhitzt wird, steigt der Jahresverbrauch noch einmal deutlich an (z. B. beim Single auf ca. 1.600 kWh, bei einer vierköpfigen Familie um über 4.100 kWh). Hinzu kommt noch der Grundpreis, also die Kosten für die Verwaltung des Vertrags, wie den Service oder die Rechnungserstellung, und das Entgelt für den Zähler. Der monatliche Grundpreis ist je nach Anbieter unterschiedlich und liegt zwischen 6 Euro und 18 Euro. Das ist also durchaus zu beachten.

Wie hoch ist der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde?

Hier die notwendigen Informationen zum Preisvergleich: Der günstigste Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom in Deutschland hängt stark vom Tarif und der Region ab. Im November 2026 gelten folgende Richtwerte: Die kWh kostet ca. 26 bis 29 Cent bei klassischen Tarifen mit 12-monatiger Preisgarantie. Für Neukunden gibt es oftmals Rabatte bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Arbeitspreis kann dann schon mal auf bis zu 19 bis 21 Cent pro kWh sinken. Die Grundversorger verlangen vielfach über 40 Cent pro kWh.

Bei sehr günstigen Stromanbietern ist allerdings Vorsicht geboten. Die Profis in Sachen Strompreis vom Strom-Report merken dazu Folgendes an. "Günstige Anbieter stechen durch einen Neukunden- und Sofortbonus heraus. In jedem Fall lohnt ein sehr genauer Blick in die Bonusbedingungen." Und dazu gibt es noch einen Rat der Experten: "Die billigsten Stromanbieter müssen nicht immer die besten sein. Oft liegen die Stromanbieter mit den höchsten Beschwerdezahlen ganz vorne auf den ersten Plätzen der Vergleichsportale."

Manche Stromanbieter sind auch im Visier der Verbraucherschützer. Wichtig ist in jedem Fall zu beachten: Die Boni reduzieren zwar den kWh-Preis, aber nur im ersten Vertragsjahr. Der Strompreis steigt aber im 2. Vertragsjahr. Den einen günstigsten Stromanbieter gibt es nicht in jeder Region, da die Preise schwanken und abhängig vom Wohnort und Verbrauch sind.

Welche Daten brauchen Sie für den Wechsel?

Im dritten Schritt geht es darum, den besten Stromtarif auszuwählen. Dazu die Filtereinstellungen (wie z.B. die gewünschte Mindestvertragslaufzeit, Preisgarantie für max. 12 Monate oder Ökostrom) nach den Wünschen anklicken. Anbieter vergleichen und neuen Tarif wählen. 

Verivox und Check24 vermitteln Kunden an den Netzbetreiber und kassieren dafür eine Provision (für Privatkunden zwischen 40 Euro und 180 Euro, je nach Stromverbrauch). Für Sie entstehen keine Kosten. Für die Auftragsübermittlung an den neuen Versorger brauchen die Preisagenturen die Nummer des Zählers. Die Stromzählernummer ist nicht mit dem Zählerstand auf dem Stromzähler oder den Vertrags- und Kundennummern zu verwechseln.

Der Name des bisherigen Versorgers, der aktuelle Zählerstand (am besten ein Foto machen) und Ihre Marktlokations-ID (MaLo-ID) sind später notwendige, aber unerlässliche Informationen für den Wechsel des Versorgers. Nachdem Sie den neuen Stromversorger ausgewählt haben, geben die Vermittler die Anmeldung weiter. Alles Weitere übernimmt dann der neue Versorger, der auch der Ansprechpartner bei allen Fragen ist.

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