Viele Deutsche kennen das Problem: Man wälzt sich umher, zählt Schäfchen oder versucht angestrengt, die Augen zu zubehalten - aber man schläft einfach nicht ein. Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes - aber auch häufig unterschätztes - Problem. Denn obwohl sie oft verharmlost werden, können sie schwere gesundheitliche Folgen haben. In einem Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer wurden nun neue Erkenntnisse über die Auffälligkeit von Schlafstörungen bekannt - mit erschreckenden Ergebnissen.

Die Tendenz ist eindeutig: Laut der Barmer-Studie nimmt die Anzahl der Fälle stark zu. Wohingegen Ärzte im Jahr 2005 bei 9167 Personen im Alter von 15 bis 19 Jahren Schlafstörungen diagnostizierten, waren es 2018 bereits über 25.000. Die Zahl nimmt rapide zu und ist somit um rund 170 Prozent gestiegen. Genauso auch bei Menschen im Alter von 20 bis 24 Jahren. Auch hier wurde ein signifikanter Anstieg verzeichnet von mehr als 160 Prozent. Somit ist die Schlafstörung an sich keine Seltenheit mehr. Auch wenn wenige darüber sprechen, kämpfen doch mehr Menschen damit, als man vermutet. 

Schlafstörungen können krank machen 

Was die Forscher dabei faszinierte, waren vor allen die regionalen Unterschiede: Demnach schlafen die Menschen in den südlichen Bundesländern am wenigsten gut durch. Im Jahr 2018 wurden bundesweit bei etwa 1,76 Millionen Menschen Schlafprobleme diagnostiziert. An der Spitze der Fallzahlen liegt Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baten-Württemberg. Am besten schliefen die Menschen in Sachsen-Anhalt. Gemessen an der Einwohnerzahl sind die häufigsten Schlafstörungen aber im Saarland, in Bayern und in Rheinland-Pfalz zu beobachten. Warum sich die Anzahl der Fälle so unterscheidet, ist unklar. Forscher spekulieren, dass die Unterschiede, was die Fallzahlen angeht, nicht auf einen medizinischen Grund zurückführbar sind. 

Schlafstörungen sind nicht zu unterschätzen. Laut aerzteblatt.de können diese gravierende gesundheitliche Folgen haben. So ziehen sie nicht nur die Aufmerksamkeit und den Energiehaushalt nach unten, Schlafstörungen können der Auslöser für schwere psychische Krankheiten werden. Da der Schlaf auch als eine Art "Regenerationsfunktion" dient, um die Energiespeicher zu füllen, werden nicht nur motorische Fähigkeiten aufgrund von Ermüdungssymptomen beeinträchtigt. Auch wird das Gedächtnis beschädigt und teils stark eingeschränkt. Ebenso wird das Risiko für Herz-Kreislauf- sowie Magen-Darm-Erkrankungen drastisch erhöht. 

Schlafmittel gibt es in den Apotheken zuhauf. Mediziner raten allerdings von einer medikamentösen Therapie ab. Bei akuten Schlafproblemen gilt es immer, sich am besten ärztliche Hilfe zu holen. Trotzdem hat apotheken-umschau.de einfache Hausmittel aufgelistet, die bekannterweise helfen können:

Hausmittel, die bei Schlafproblemen helfen können

  • Warme Milch mit Honig: Das im Volksmund auch "Gute-Nacht-Milch" genannte Getränkt gilt als schlaffördernd. Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit gibt, wie der Schlafforscher und Psychologe Dieter Riemann beteuert, enthält Milch  das schlaffördernde Hormon Melatonin sowie die Aminosäure Tryptophan. Außerdem wirke das Getränk vor allem entspannend und wohltuend, was dafür sorge, das Einschlafen zu erleichtern.
  • Schäfchen zählen: Wie oben bereits genannt ist das "Schafezählen" eine der bekanntesten Methoden, um schneller einzuschlafen. Es erfülle vor allem einen psychologischen Effekt, da das Zählen vom Gehirn als besonders reizarm wahrgenommen wird und von tatsächlichen Problemen und Sorgen ablenkt. Eine Alternative wäre, sich schöne Landschaften vorzustellen. Dies wirkt gleichermaßen beruhigend auf das Gehirn. 
  • Lesen: Ähnlich wie das Zählen von Schafen, wirkt Lesen besonders beruhigend. Wichtig ist allerdings, dass die Lektüre nicht zu spannend oder fesselnd ist. Außerdem solle man es vermeiden, im Bett zu lesen. 
  • Sport: Sport ist, wie so soft, auch hier eine gesunde Lösung. Damit ist aber nicht gemeint, dass Sie direkt vor dem Einschlafen Sport treiben sollen. Tägliche Betätigung aber leert regelmäßig die Energiespeicher und sorgt dafür, dass der Körper schneller einschlafen kann. 
  • Duschen: Genauso wie kaltes Duschen die Müdigkeit vertreibt, kann warmes Duschen schlaffördernd wirken. Warme Temperaturen sind gut, um den Körper zu entspannen. Außerdem sollten Sie auf die richtige Temperatur im Schlafzimmer achten: Apotheken-umschau.de empfiehlt 18 Grad. 
  • Alkohol: Ja, so banal es auch klingt - Alkohol kann das Einschlafen auf jeden Fall fördern. Warum statt dem Feierabendbier nicht einmal einen Gute-Nacht-Trunk? Aber Vorsicht: Die Dosis macht das Gift. Denn auch wenn es beim Einschlafen hilft, ist der Schlaf dadurch weniger tief. Wer dauerhaft Alkohol zum Einschafen benutzt, wird seinem Körper mehr schaden, als ihm zu helfen. 
Eine neue Matratze kann wunder bewirken.

Einmal unausgeschlafen zu sein, muss nicht ausgerechnet gleich mit ernsthaften Schlafstörungen einhergehen. Vielleicht liegt es tatsächlich auch einfach nur an der Matratze oder dem Kissen. Finden Sie heraus, was ihnen am wohlsten tut.

Allerdings sollte man bei vermehrtem Auftreten lieber gleich handeln. Da in der heutigen Gesellschaft von vielen Arbeitskräften fast rund um die Uhr die volle Leistung gefordert wird, ist es sehr wichtig, im Schlaf genug Energie zu tanken. Vielleicht hin und wieder mal eine Stunde früher ins Bett gehen und das Problem ist gelöst - sollte es sich trotzdem nicht ändern, ist der Weg zu einem Arzt ratsam.

Übrigens: Es gibt auch einige Lebensmittel, die beim Einschlafen helfen können. 

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