Mit geschätzten 168.000 Patienten in Deutschland zählt Colitis ulcerosa zu den meistverbreiteten Darmerkrankungen in Deutschland. Männer und Frauen sind ungefähr gleich oft betroffen. Das Alter spielt dabei eher eine Nebenrolle. Zwar erkranken viele in einem Alter zwischen 25 und 35 Jahren, doch auch Kleinkinder und ältere Menschen können erstmals Beschwerden zeigen.

Zu den typischen Symptomen zählen blutschleimiger Durchfall, Bauchschmerzen und körperliche Schwäche.  Während die Ursachen oft unbekannt sind, gibt es mittlerweile immer mehr Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Colitis ulcerosa?

Genau wie Morbus Crohn ist auch Colitis ulcerosa eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Betroffen ist der Dickdarm. Eine weitere Gemeinsamkeit der Krankheiten ist, dass sie in Schüben verlaufen. Es gibt also Phasen, in denen Betroffene unter Beschwerden leiden - in den Schüben. Allerdings gibt es auch Phasen ohne Beschwerden. 

Über die Risikofaktoren ist bislang wenig bekannt, wie die Apotheken Umschau schreibt.  Das Geschlecht ist nicht entscheidend, Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig. Beim Alter gibt es eine Auffälligkeit, denn die Krankheit tritt oft zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr das erste Mal auf. Allerdings können auch Kleinkinder und ältere Menschen daran erkranken. 

Genaue Ursachen sind jedoch noch ungeklärt. Denkbar ist eine genetische Veranlagung, erklärt netdoktor.deEine Antwort auf die Frage könnte auch das eigene Immunsystem sein. Wenn Abwehrkräfte körpereigene Substanz für Krankheitserreger halten, greifen sie diese an. Daher vermuten Forscher einen bislang unbekannten Faktor, der das Immunsystem dazu bringt, die Darmschleimhaut anzugreifen - und somit eine Entzündung verursachen.  

Symptome und Beschwerden

Die Symptome und Beschwerden zeigen sich  in den unregelmäßig auftretenden Schüben. Während der schubfreien Phasen leben die Betroffenen ohne Symptome. "Manche Betroffene können über viele Monate oder sogar Jahre hinweg ganz beschwerdefrei leben", schreibt die DCCV (Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung). 

Auffälligkeiten zeigen sich im Stuhl: Als typisches Merkmal der Erkrankung leiden Betroffene unter blutig-schleimigen Durchfall. Stuhlgänge werden zur Qual, bis zu 20 mal täglich müssen die Patienten auf die Toilette. Infolgedessen treten oft Blutarmut und krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch auf. Weiterhin äußert sich die Krankheit unter anderem in Form von:

  • Blähungen
  • hohem Fieber 
  • körperlicher Schwäche
  • Hautveränderungen 
  • verschiedenen Entzündungen

Behandlung - FAU testet neues Medikament

Zur Behandlung der Krankheit gibt es viele mitentscheidende Faktoren: Unter welchen Beschwerden leidet der Betroffene? Welche Darmbereiche sind entzündet und wie stark wurde die Darmschleimhaut angegriffen? Befindet sich der Betroffene in einem Schub?

Einer Entzündung der Darmschleimhaut wirken entzündungshemmende Medikamente, wie 5-ASA (5-Aminosalicylsäure) entgegen. 5-ASA wird verschrieben, wenn sich die Entzündung bereits bis zur linken Dickdarmbiegung ausgebreitet hat, erklärt die Apotheken Umschau.  Bei starken Schüben kommt Kortison in Form von Tabletten oder Zäpfchen zum Einsatz. Zudem können verschiedene Wirkstoffe die Aktivität des Immunsystems dämpfen - sogenannte Immunsuppressiva. Der TNF-Antikörper kann außerdem den Entzündungsbotenstoff TNF hemmen.

Eine neue Behandlungsmethode stellte kürzlich die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vor. In einer klinischen Studie wurde der Wirkstoff Cobitolimod als Einlauf bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Krankheitsaktivität eingesetzt. Die Ergebnisse sind vielversprechend: "Aufgrund der lokalen Applikation als Klysma [=Zäpfchen, Anm. d. Redaktion] erreicht der Wirkstoff im Darm eine hohe Konzentration und wir erzielen dort einen sehr starken antientzündlichen Effekt", erklärt der Leiter der Studie und Facharzt für innere Medizin Professor Raja Atreya. Zudem sei das Medikament verträglich, da sich der Körper nur einer sehr geringen Menge ausgesetzt sieht. Die FAU plant nun eine weitere Studie, die im Idealfall zur Zulassung von Cobitolimod als Medikament führt. 

Therapie: Im schlechtesten Fall Operation nötig

Hier wird zwischen zwei Formen unterschieden: Befindet sich der Patient in einem Schub, spricht man von der Schub-Therapie. "Bei leichter bis mäßig schwerer Colitis ulcerosa kommt in der Regel 5-ASA (genauer: Mesalazin) zum Einsatz", schreibt netdoktor.deJe nach Ausdehnung der Entzündung wird das Medikament einmal pro Tag entweder als Zäpfchen, Schaum oder Einlauf zugeführt. Ist der Schub schwer ausgeprägt, erfolgt die Behandlung mit Kortison. Zusätzlich können Immunsupressiva und TNF-Antikörper die Behandlung unterstützen.

Tritt die Phase ohne Beschwerden ein kommt die Erhaltungstherapie zum Einsatz. Dieser Zeitraum kann sich über mehrere Monate oder Jahre strecken. "Während dieser Zeit empfehlen Experten, weiterhin 5-Aminosalicylsäure-Präparate anzuwenden - allerdings schwächer dosiert", erklärt die Apotheken Umschau. Auf diese Weise soll die Zeit ohne Beschwerden verlängert werden. 

Bei schweren Komplikationen ist eine OP unvermeidbar. Treten ein toxisches Megakolon - ein entzündeter Dickdarm, der sich übermäßig aufbläht - oder lebensbedrohliche Blutungen auf, ist eine Operation nicht zu vermeiden. Dabei werden Teile des Darms entfernt. Ist der Dickdarm stark betroffen, kann dieser sogar vollständig entfernt werden - die Krankheit gilt dann als geheilt. Eine Operation ist auch dann nötig, wenn Darmkrebs nachgewiesen wurde. Das ist nicht unüblich denn für Patienten mit Colitis ulcerosa besteht ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. 

Verlust von Mineralien - Mangelernährung vermeiden

"Ich nehme an, dass Vorbeugung vor allen Dingen im Bereich der Ernährung sinnvoll wäre", meint Professor Ulrich Robert Fölsch in einem Interview mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Fölsch ist Vorstandssprecher des Kompetenznetzes chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Ob damit einer Erkrankung tatsächlich vorgebeugt werden kann, ist jedoch noch unklar.

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Ein Problem der Erkrankung können durch den häufigen Durchfall ausgelöste Mangelerscheinungen sein. Dadurch geht eine Vielzahl an Mineralien verloren, die durch entsprechende Nahrung wieder aufgenommen werden müssen. Hier können ergänzend Nahrungsergänzungsmittel und Präparate eingenommen werden - allerdings unter vorheriger Absprache mit dem Arzt. Gegen Darmbeschwerden können verschiedene Nahrungsmittel helfen - eines davon sind Flohsamenschalen.

"Achten Sie wegen der schlechteren Nahrungsverwertung bei Colitis ulcerosa auf eine ausgewogene Vollwertkost, um der Gefahr einer Mangelernährung vorzubeugen", meint auch Doktor Mira Seidel. Allgemein ist auch ein Gewichtsverlust während eines Schubes nichts ungewöhnliches - um bei Kräften zu bleiben, muss dementsprechend genug Nahrung zu sich genommen werden.

Selbsthilfe: Das können Sie tun

Entdecken Sie eines der Symptome bei sich, ist ein Besuch beim Arzt sinnvoll. Vor allem blutiger Durchfall kann auf die Erkrankung hindeuten. Erkrankte haben außerdem die Möglichkeit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Informationen über die Krankheit und zur Selbsthilfe finden Sie bei dem DCCV e.V

Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen rund um die Krankheit und ersetzt in keinem Fall den Besuch und Diagnose beim Arzt!

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