Pharmakonzerne warnen vor gesundheitlichen Folgen bestimmter Antibiotika: Aktuell warnen zahlreiche Pharmakonzerne Ärzte in einem "Rote-Hand-Brief" vor Antibiotika, die Fluorchinolon beinhalten. Einige Mittel, in denen Fluorchinolon vorkommt, werden vom Markt genommen. Die Maßnahme ist Teil einer neuen europäischen Verordnung, die Ergebnis eines Risikobewertungsverfahrens ist. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte teilte am Montag (8. April 2019) mit, dass Produkte mit Fluorchinolonen nur noch stark eingeschränkt verschrieben werden dürfen. Demnach sollen die Antibiotika nicht mehr bei "leichten und mittelschweren Infektionen" eingesetzt werden, sondern nur noch bei Schweren. Davon betroffen sind Produkte von über 30 Pharmaherstellern.

Im "Rote-Hand-Brief" ist davon die Rede, dass die Einnahme derartiger Medikamente zu "die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen" führen kann.

Fluorchinolon-Medikamente: Warum sind sie gefährlich?

Arzneimittel, die den Fluorchinolonen zugeordnet werden, gelten als hochwirksam. Sie wurden bisher bei Mandelentzündungen, Harnwegsinfektionen oder akuter Bronchitis als Antibiotikum eingesetzt. Versagen andere Medikamente, verschreiben Mediziner oft Antibiotika, die zu den Fluorchinolonen zählen. Die Nebenwirkungen der Antibiotika sind jedoch nicht zu unterschätzen: Das Nervensystem ist beispielsweise davon betroffen, was sich an Muskeln und Gelenken bemerkbar macht. Es kann somit zu Sehnenrissen oder -entzündungen, Muskelschmerzen, Depressionen, Schlaflosigkeit oder Ermüdungsbrüchen kommen. Von den Einschränkungen kann ebenfalls das Erinnerungsvermögen betroffen sein.

Diese Wirkstoffe in Medikamenten sind betroffen

Die Verschreibung von Medikamenten der Gruppe Fluorchinolone darf ab sofort nur noch erfolgen, wenn eine sorgfältige "Nutzen-Risiko-Bewertung" durchgeführt wurde. Folgende Wirkstoffe betrifft die neue Regelung in Deutschland:

  • Ciprofloxacin
  • Levofloxacin
  • Moxifloxacin
  • Norfloxacin
  • Ofloxacin

Trotz neu identifizierter Risiken stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte klar, dass Fluorchinolone eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen seien, darunter einige lebensbedrohliche Krankheiten, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichen wirksam seien. Die Entscheidung, ob Fluorchinolone verschrieben werden, liegt weiterhin beim behandelnden Arzt: Wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, verschrieben Ärzte im Jahr 2015 rund sechs Millionen Packungen solcher Medikamente. Die dpa bezieht sich dabei auf Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Der Spiegel spricht in diesem Zusammenhang von 33,7 Millionen Tagesdosen Fluorchinolone im selben Jahr.

In Nordbayern gibt es derzeit zwei Krankheiten, die sich ausbreiten: Zum Einen die Rußrindenkrankheit. Dabei befällt ein gefährlicher Pilz Bäume. Durch den Wind werden die schwarzen Sporen verbreitet. Zum Anderen wurde eine Hundekrankheit in Franken entdeckt, die tödlich enden kann. Das ansteckende Virus wurde bei toten Füchsen gefunden.

tu